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Halloween II – Das Grauen kehrt zurück [1981]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 27. Oktober 2015
Genre: Horror / Thriller

Originaltitel: Halloween II
Laufzeit: 92 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1978
FSK-Freigabe: ab 18 Jahren (beschlagnahmt)

Regie: Rick Rosenthal
Musik: John Carpenter, Alan Howarth
Darsteller: Jamie Lee Curtis, Donald Pleasence, Charles Cyphers, Jeffrey Kramer, Lance Guest, Pamela Susan Shoop, Hunter von Leer, Dick Warlock, Leo Rossi, Gloria Gifford


Kurzinhalt:

Auch wenn Dr. Sam Loomis (Donald Pleasence) sechs Kugeln auf den Serienmörder und entflohenen Sanatoriums-Insassen Michael Myers abgefeuert hat, es gibt keine Leiche – Myers hat überlebt. Als der noch im Verlauf der Halloween-Nacht erfährt, dass Laurie Strode (Jamie Lee Curtis), die er versuchte zu töten, im Krankenhaus der Kleinstadt Haddonfield behandelt wird, macht er sich dorthin auf, um sein Werk zu beenden. Wer auch immer ihm im Weg steht, wird die Nacht nicht überleben ...


Kritik:
Denkt man an unnötige Fortsetzungen zu Horrorfilmen, befindet sich Halloween II – Das Grauen kehrt zurück wenn schon nicht in guter, dann zumindest in zahlreicher Gesellschaft. Dabei versucht John Carpenter, der nicht nur das Drehbuch mitschrieb, sondern Szenen nachdrehte, den ersten Film nicht einfach nachzuerzählen, sondern eine unerwartete Seite aufzuzeigen: Die Geschichte setzt exakt dort an, wo Teil eins endete und zeigt, was im Verlauf der Nacht weiter geschieht. Schade nur, dass das bereits die beste Idee ist.

Während Laurie Strode, die Michael Myers im ersten Film entwischte, ins Krankenhaus gebracht wird, sucht sich der maskierte Killer sein nächstes Opfer und macht sich dann auf, an Laurie zu beenden, was er begonnen hat.
Halloween II zeigt dabei eindrucksvoll, was Fortsetzungen nicht nur im Horrorgenre schon seit über 30 Jahren ausmachen und außerdem, weshalb sich das Konzept des maskierten, nicht tot zu kriegenden Serienmörders in den allermeisten Fällen nach dem ersten Film bereits totgelaufen hat.

Eine Grundregel für diese Fortsetzungen lautet, wie bereits im Sequel eines zum Klassiker avancierten Slasher-Films gesagt wurde: Der Bodycount muss immer höher sein. Raffte Michael Myers in Halloween – Die Nacht des Grauens [1978] noch drei Menschen dahin, verdrei- bis vervierfacht er diese Zahl hier. Aber nicht nur das, auch die Zahl der Mordwerkzeuge wird erweitert: Neben dem langen Küchenmesser kommen hier auch Schnüre und Nadeln zum Einsatz. Besonders grausam ist eine Sequenz, in der das Opfer in kochendes Wasser getaucht wird. Der Trend weg von der bedrohlichen Atmosphäre hin zum reinen Massaker ist dem im Jahr davor erschienenen und sehr erfolgreichen Freitag der 13. [1980] geschuldet. Halloween-Regisseur John Carpenter selbst drehte für Halloween II grausamere Szenen nach und ließ sie gegen den Willen des Regisseurs Rick Rosenthal einbauen, um hier konkurrenzfähig zu bleiben. Gleichzeitig gibt er damit auf, was seinen Vorgänger so effektiv gemacht hat.

Dass Halloween II trotz erneuter Prüfung durch die FSK in der ungeschnittenen Fassung in Deutschland nach § 131 StGB beschlagnahmt und dadurch zwar nicht der Erwerb durch Erwachsene, wohl aber der Verkauf und das bloße Anbieten des Films strafbar ist, ist vermutlich der Art und Weise geschuldet, wie die Gewalt im Film gezeigt wird. Wie im Vorgängerfilm folgt die Geschichte demselben Schema, es werden Szenen aufgebaut, an deren Ende Michael Myers sein Opfer dahinmetzelt, ohne dass dieses eine Chance gegen ihn hätte, oder sich gar zur Wehr setzen könnte. Da bis zum letzten Filmdrittel nicht klar ist, weshalb er tut, was er tut, wirken die Morde unmotiviert und die Aneinanderreihung von Grausamkeiten scheint nur das Ziel zu verfolgen, das willige Publikum zu belustigen bzw. zu unterhalten. All das mündet in einem Finale, in dem auf neue Art und Weise versucht wird, dem seelenlosen Monster den Garaus zu machen.

Die Frage, die man sich hierbei – und bei den meisten anderen Horrorfilmen ebenso – stellen muss lautet, wie spannend kann ein Film sein, bei dem man ohnehin weiß, dass keiner der Beteiligten dem Bösewicht gewachsen ist?
Mit Jamie Lee Curtis hatte John Carpenter eine Protagonistin gefunden, mit der man mitfieberte, eben weil sie sich rechtzeitig umdrehte, um noch entkommen zu können und weil sie sich wehrte. In Halloween II zählt sie zwar zu den erstgenannten Darstellerinnen, tatsächlich ist sie jedoch in weniger als einem Drittel des Films überhaupt zu sehen. Stattdessen rückt die Geschichte Figuren in den Mittelpunkt, deren einzige Daseinsberechtigung es ist, auf möglichst grausame Weise dahingerafft zu werden. Es scheint, als wäre das Genre in diesem Kreis gefangen. Ein Publikum gibt es hierfür auch, aber mit dem unterschwelligen Horror des ersten Films hat das nur wenig zu tun.


Fazit:
Steht Michael Myers auf der Neugeborenenstation eines Krankenhauses, kann man die Gefahr, die von ihm ausgeht, förmlich spüren. Doch Regisseur Rosenthal, der sein Publikum häufiger in die Sicht des Täters zwängt, vermag aus diesen wenigen Momenten nichts zu machen, sondern führt seinen Horrorfilm schneller zu den Gewaltspitzen zurück, die man aus heutiger Sicht mit den meisten dieser langlebigen Filmreihen verbindet.
Die Idee, Halloween II – Das Grauen kehrt zurück direkt im Anschluss zu Teil eins zu erzählen, ist gelungen, doch weiß das Skript um Hauptfigur Laurie keine Geschichte zu entwickeln. Stattdessen müssen flache, namenlose Figuren als willige Opfer herhalten, die gegen den übermächtigen Myers gar nicht ankommen. Das ist weder so raffiniert, noch trotz des an sich interessanten Settings so klaustrophobisch wie der Vorgänger. Man könnte beinahe meinen, die Reihe hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits selbst überlebt.    


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