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Die Mumie [1999]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 10. Mai 2011
Genre: Fantasy / Action / Horror

Originaltitel: The Mummy
Laufzeit: 125 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1999
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Stephen Sommers
Musik: Jerry Goldsmith
Darsteller: Brendan Fraser, Rachel Weisz, John Hannah, Arnold Vosloo, Kevin J. O'Connor, Oded Fehr, Jonathan Hyde, Erick Avari, Bernard Fox, Stephen Dunham, Corey Johnson, Tuc Watkins, Omid Djalili, Aharon Ipalé, Patricia Velasquez


Kurzinhalt:
Im Jahr 1290 vor Christus ermorden der hohe Priester Imhotep (Arnold Vosloo) und die Geliebte des Pharao (Aharon Ipalé), Anck Su Namun (Patricia Velasquez), in Ägypten den Machthaber. Sie begeht danach Selbstmord, Imhotep, der Anch Su Namun wieder von den Toten erwecken möchte, wird gefangen genommen und mit einem grausamen Fluch belegt. Jahrtausende später, im Jahr 1923, wird seine Grabstätte wieder umkämpft. Sagen zufolge sollen sich dort ungeahnte Schätze unter dem Sand befinden. Erst drei Jahre später, im Jahr 1926, kommt die Bibliothekarin und aufstrebende Ägyptologin Evelyn Carnahan (Rachel Weisz) nach einem Fund ihres Bruders Jonathan (John Hannah) jenem Schatz auf die Spur. Doch der Teil einer Schatzkarte, der den Weg nach Hamunaptra, der Stadt der Toten, weisen würde, ist verloren.
So tun sie sich mit dem Abenteurer Rick O'Connell (Brendan Fraser) zusammen, der bereits einmal in Hamunaptra gewesen ist, während ein anderer Trupp unter der Leitung von Beni Gabor (Kevin J. O'Connor), einem Bekannten O'Connells, auch schon unterwegs ist. Doch in Hamunaptra angekommen, werden sie von Ardeth Bay (Oded Fehr), Anführer der Medjai, die sich dem Auftrag verschrieben haben, dass Imhotep an seinem Ruheort verbleibt, gewarnt, sie wären des Todes, würden sie fortfahren. Als Evelyn unbeabsichtigt Imhotep wiedererweckt und dieser mit übermenschlichen Kräften biblische Plagen auf das Land hereinbrechen lässt, scheint die Warnung schon zu spät zu sein ...


Kritik:
Es ist interessant, wie einem manche, eigentlich offensichtliche Dinge erst auffallen, wenn man einen Film zum wiederholten Male sieht. Man stelle sich vor, eine wieder zum Leben erweckte Mumie kann sich nur dadurch regenerieren, dass sie sich Organe ihrer jüngsten Entdecker einverleibt. Würde sie sich jemanden mit einem Herzleiden aussuchen und dessen Herz an sich nehmen, würde sie den Herzfehler dann übernehmen? Zugegeben, wer sich mit solchen Fragen beschäftigt, hat zum einen schon eingestanden, dass es so etwas wie altertümliche Plagen oder Mumien, die nach Jahrtausenden wiedererweckt werden können überhaupt geben kann, und für denjenigen wird es nicht schwer sein anzuerkennen, dass es für die Mumie keine große Rolle spielen wird, wessen Körperteil sie bekommt. Dennoch sollten Zuschauer bei Die Mumie darauf achten, wessen Sehorgan sich der von den Toten erstandene einverleibt.

Regisseur Stephen Sommers Wiederentdeckung des bereits mehrfach verfilmten Stoffes einer ägyptischen Mumie kam 1999 genau zur rechten Zeit und leitete eine Renaissance eines Abenteuergenres ein, das mit Indiana Jones und der letzte Kreuzzug [1989] sein letztes großes Kapitel gefeiert hatte. Dabei droht das von ihm verfasste Drehbuch oft, zu einer Satire des Stoffes abzudriften und stellt insbesondere in den ersten beiden Dritteln mehr die Komödie als den Grusel in den Mittelpunkt. Wäre es nicht um Komponist Jerry Goldsmith, der mit seinem Score eine so durchgängige Atmosphäre schafft, dass sie auch manch über die Stränge schlagende Albernheiten des charmanten Casts übertönt. Von den ersten Klängen vor den Pyramiden des Altertums, über den Kampf der französischen Fremdenlegion bis hin zur Erweckung Imhoteps findet Goldsmith immer die richtige Melodie, um Die Mumie einen unvergleichlichen musikalischen Charakter zu geben. Fans von instrumentaler Filmmusik sollten sich den Soundtrack nicht entgehen lassen, er gehört zu den besten aus der späten Schaffenszeit des preisgekrönten Musikers.

Die Geschichte selbst erzählt vom hohen Priester Imhotep, der im Jahr 1290 vor Christus mit der Geliebten des Pharaos, Anck Su Namun ein Verhältnis hatte. Gemeinsam töteten sie den Pharao, woraufhin Imhotep mit einem schrecklichen Fluch belegt wurde. Die Ägyptologin Evelyn erweckt Imhoteps Leichnam unbeabsichtigt wieder zum Leben, der daraufhin die Männer einer Schatzjägergruppe aufsucht, die aus seinem Sarkophag Reliquien gestohlen haben. Imhoteps Ziel ist es, zu voller Stärke zu gelangen und mittels eines Menschenopfers Anck Su Namun ebenfalls in die Welt der Lebenden zurückzuholen.
Wie es Regisseur Sommers gelingt, aus der so einfach klingenden Geschichte, einen so unterhaltsamen Abenteuerfilm zu erzählen, ist in der Tat erstaunlich und nicht zuletzt dank der gelungenen Besetzung so kurzweilig. Rachel Weisz als tollpatschige Bibliothekarin mit berühmten Eltern (die Filmfigur heißt Evelyn Carnahan, angelehnt an die Tochter von George Herbert, 5. Earl of Carnarvon, Finanzier der Ausgrabung des Pharao Tutanchamun) wirkt in dem was sie tut nie bösartig und hat darum bereits die Sympathien des Publikums auf ihrer Seite. Dem steht Brendan Fraser gegenüber, der als großer Abenteurer dennoch charmant bleibt, während John Hannah meist für die lustigen Momente sorgt, wie auch Kevin J. O'Connor und Omid Djalili. Eine gelungene Entdeckung ist Oded Fehr als Anführer einer Gemeinschaft, die dafür sorgt, dass Imhoteps Grab auf Dauer gewahrt bleibt. Er überzeugt dank seines Charismas ebenso wie Arnold Vosloo, der mehr durch seine Präsenz einschüchtert, als durch das, was er sagt.

Wovon ein Film wie Die Mumie leben muss, ist die Art und Weise, wie die Mumie dargebracht wird. Sie sieht, im Vergleich zu bekannten Klassikern nicht nur ganz anders aus, sondern auch in der Bewegung immer noch überzeugend. Die stellenweise sehr offensichtlichen Spezialeffekte der ersten Filmhälfte verzeiht man spätestens beim Finale, wenn Stephen Sommers eine Vielzahl mumifizierter Gestalten auf den Plan ruft und diese in einer Art und Weise agieren lässt, wie man es zuvor noch nicht gesehen hat. Das ist nicht nur deshalb spannend, weil es überzeugend dargebracht ist, sondern weil man überdies nicht weiß, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln soll.
Dass sich die Vorlage glücklicherweise nicht zu ernst nimmt, schlägt sich sehr wohltuend auf die Stimmung des Gruselactionfilms nieder. Auch nach mehr als zehn Jahren gehört Die Mumie immer noch zu den besten, unterhaltsamsten Vertretern des Genres und schlägt auch die übrigen Filme der Reihe mühelos in allen Punkten. Dabei sollte man zwar keine tiefgehenden Charakterstudien erwarten, doch als temporeicher Fantasy-Film mit tollem Ambiente gibt es kaum etwas besser zu machen.


Fazit:
Nichts weniger als das Ende der Welt steht bevor, sollte der wiedererweckte Imhotep sein Ziel erreichen. Sieben Plagen lässt er auf Kairo niedergehen und doch ist jedem Zuschauer klar, wie der Wettlauf gegen die Zeit ausgehen wird. Bis es jedoch soweit ist und wie es soweit kommt, lässt Regisseur Stephen Sommers in Die Mumie einige Überraschungen vom Stapel, allen voran eine Besetzung, die so gut harmoniert, dass man meinen könnte, sie hätten schon öfter miteinander gedreht.
Trotz der actionreichen Geschichte kommen sie gut zur Geltung und nehmen die Vorlage glücklicherweise nicht zu ernst, aber auch nicht so lax. So gibt sich Die Mumie wie ein klassischer Abenteuerfilm mit einem durchweg überzeugenden, ansteckenden Ambiente und tollen Figuren, bei dem man beim wiederholten Ansehen immer wieder neue Details entdeckt. Und der auch nach so vielen Jahren noch tadellos unterhält.


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