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Big Trouble in Little China [1986]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 29. Juni 2016
Genre: Fantasy / Action / Komödie

Originaltitel: Big Trouble in Little China
Laufzeit: 99 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1986
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: John Carpenter
Musik: John Carpenter, Alan Howarth
Darsteller: Kurt Russell, Kim Cattrall, Dennis Dun, James Hong, Victor Wong, Kate Burton, Donald Li, Carter Wong, Peter Kwong, James Pax, Suzee Pai, Chao Li Chi


Kurzinhalt:

An sich möchte der Truckfahrer Jack Burton (Kurt Russell) nur, dass sein Freund Wang Chi (Dennis Dun) die Schulden begleicht, die er bei ihm hat. Auf dem Weg zu Wangs Restaurant machen sie einen Umweg, um dessen Verlobte Miao Yin (Suzee Pai) vom Flughafen abzuholen, doch sie wird vor ihren Augen entführt. Zusammen mit der Reporterin Gracie Law (Kim Cattrall) und Bekannten von Wang Chi, gelingt es ihnen, Miao Yins Aufenthaltsort herauszubekommen. Aber es scheint, als würden sie damit dem uralten chinesischen Magier David Lo Pan (James Hong) in die Quere kommen. Nur mit Hilfe von Egg Shen (Victor Wong) können sie versuchen, Lo Pans schwarzer Magie entgegenzutreten ...


Kritik:
Denkt man an die vielen erinnernswerten Actionkomödien der 1980er-Jahre, wird Big Trouble in Little China oft vergessen. Und das nicht einmal zu unrecht. John Carpenters Fantasykomödie mit Actionelementen ist nie so gut, wie sie sein könnte oder vermutlich wollte. Das mag an den ständigen Einmischungen des Produzenten gelegen haben, oder der Idee selbst. Aber trotzdem besitzt der recht unterhaltsame Streifen Charme und einige Momente, die im Gedächtnis bleiben. Auch nach all der Zeit.

Vom ersten Moment an ist dabei klar, dass man die Geschichte um den Trucker Jack Burton, der im Chinatown von San Francisco auf einen mächtigen Zauberer und seine "Drei Stürme" trifft, nicht ernst nehmen kann. Das Drehbuch tut es ja selbst nicht. Kurt Russell gibt ebenso klischeebeladene wie abgebrühte Sprüche zum Besten, dass man manchmal nicht mehr weiß, ob man mit ihm, oder über ihn lacht. Dabei ist er, obwohl er die zentrale Figur in Big Trouble in Little China ist, nur selten in Aktion. Bekämpfen sich verschiedene chinesische Clans, sitzt er unbeteiligt daneben und kommt es zum großen Finale, knockt er sich selbst aus. Dass sein Charakter dennoch in den engen Grenzen, die ihm gesteckt sind, funktioniert, liegt an Kurt Russell selbst, der Jack mit so viel Augenzwinkern mimt, dass es eine Freude ist, ihm zuzusehen.

Als Jack mit seinem Freund, dem Restaurantbesitzer Wang Chi, dessen Verlobte Miao Yin vom Flughafen abholen will, müssen sie mit ansehen, wie die junge Frau von einer chinesischen Straßengang entführt wird. Auf der Suche nach ihr, überfährt Jack den Zauberer David Lo Pan, der vor tausenden Jahren mit einem Fluch der Fleischlosigkeit belegt wurde. Dieser kann nur abgewendet werden, wenn Lo Pan eine Frau mit grünen Augen heiratet – so wie Miao Yin.
Was Jacks gestohlener Truck mit alledem zu tun hat, oder Kim Cattrall in eine ihrer frühen Rollen, sollten Interessenten besser selbst herausfinden. Es hat jedoch mit schwarzer Magie zu tun, mit der Jack, Wang Chi und alle, die ihnen helfen, wie der von Victor Wong verschroben gespielte Egg Shen, feststellen müssen.

Die Story ist dabei ebenso absurd, wie sie klingt und erscheint umso konstruierter, je länger man darüber nachdenkt. Jack, Cattralls Gracie Law, Wang Chi und die anderen sind darin ständig am Laufen und folgen Lo Pans Schergen in das Abwassersystem unter die Stadt. Nichtsdestotrotz sind es die abstrusen Momente wie ein Balanceakt in einem Rollstuhl an einem aus unerfindlichen Gründen inmitten der Unterwelt platzierten Brunnen, die Big Trouble in Little China so unterhaltsam machen. Mit seinen Kommentaren und den eingestreuten frotzelnden Dialogen nimmt sich Russell immer wieder selbst auf den Arm und trotz der an sich ernsten Story kommt nie wirklich Bedrohung auf.

Das liegt auch daran, da man über die Figuren so wenig erfährt, dass ihr Schicksal ohnehin kaum interessiert. Wirkliche Charaktermomente gibt es nicht. Stattdessen lotsen die sich in der Komplexität steigernden Faustkämpfe das Publikum durch die erfrischend kurze Laufzeit, auch wenn diese nie die Choreografie oder das Tempo derjenigen Filme aus Fernost erreichen, die hier offensichtlich Pate standen. Sieht man darüber hinweg, kann man sich von der absurden Geschichte und den lustigen Einlagen aber gut unterhalten lassen. Mit Charme.


Fazit:
Wäre es nicht um die Selbstironie, mit der John Carpenter seinen Fantasyactionfilm präsentiert und den die Figuren hier in jedem Moment versprühen, dann würde Big Trouble in Little China als ein deutlich schlechterer Film in Erinnerung bleiben. Wollte man ihn allein nach dem beurteilen, was er stofflich hergibt, sprich die Story, die Umsetzung, Spezialeffekte, Musik, usw. wäre er im besten Fall durchschnittlich. Die Geschichte klingt erzwungen und wird an sich nur von Momenten vorangebracht, in denen eine Figur (meist Egg Shen) den übrigen und dem Publikum haarklein erzählt, was passiert ist und passieren wird. Das geschieht so geballt, als wollte man den Weg für die Actionmomente freiräumen. Die sind zwar nie sehr mitreißend oder spannend umgesetzt, dafür aber mit viel Humor dargebracht. Der ist es auch, der Carpenters letzten Studio-Film auszeichnet, ehe der Regisseur seine Projekte unabhängig finanzierte. Und als Komödie funktioniert der Streifen stellenweise wirklich gut.    


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