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Bambi [1942]

Wertung: 6 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 18. Januar 2016
Genre: Animation

Originaltitel: Bambi
Laufzeit: 70 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1942
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: James Algar, Samuel Armstrong, David Hand, Graham Heid, Bill Roberts, Paul Satterfield, Norman Wright
Musik: Frank Churchill, Edward H. Plumb
Stimmen: Will Wright (Hans Hessling), Bobby Stewart, Donnie Dunagan, Hardie Albright (Sven Plate), John Sutherland (Uwe Paulsen), Paula Winslowe (Almut Eggert), Cammie King Conlon (Madeleine Stolze), Ann Gillis (Susanne Tremper), Sterling Holloway (Eberhard Prüter), Fred Shields (Arnold Marquis), Stan Alexander (Corinna Fehrs), Peter Behn (Ludwig Rausendorff), Tim Davis (Oliver Rohrbeck), Sam Edwards


Kurzinhalt:

Mitten im Wald wird der junge Hirsch Bambi (Bobby Stewart, Donnie Dunagan, Hardie Albright / Sven Plate) geboren. Alle Bewohner des Waldes freuen sich mit ihm und seiner Mutter (Paula Winslowe / Almut Eggert) und schon bald schließt der junge Bambi Freundschaft mit dem Kaninchen Klopfer (Peter Behn / Ludwig Rausendorff, Tim Davis / Oliver Rohrbeck, Sam Edwards) und dem Stinktier Blume (Sterling Holloway / Eberhard Prüter). Er wächst mit ihnen auf, doch in den Wald wagen sich immer wieder Jäger vor, die den Lebensraum der Tiere bedrohen ...


Kritik:
Sieht man sich mit zeitlichem Abstand den Disney-Zeichentrickklassiker Bambi erneut an, dann wundert es mitunter, wie wenig man davon tatsächlich behalten hat. Eine Szene ist den allermeisten, die den Film als Kind gesehen haben, noch im Gedächtnis und wie bei der restlichen Geschichte auch, ist es mehr ein Gefühl dessen, als eine Erinnerung, was wirklich geschieht. Es ist ein Zeichen dafür, wie stark diese Emotionen in uns verankert sind und wie verzaubert man von der Geschichte wird.

Wollte ich den Film in einem Wort beschreiben, würde ich heute sagen: Geborgenheit. Als Kind wäre es vermutlich etwas Anderes gewesen. Der eine Moment, der Bambis Leben so sehr prägt, ihn zwingt, in einem Augenaufschlag groß zu werden und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, hinterlässt bei jüngeren Zuschauern einen bleibenden Eindruck. Es ist, als würde er sie in die Rolle zwingen, die der junge Hirsch selbst besitzt. Walt Disney, der Bambi an sich als zweiten Abend füllenden Spielfilm gedacht hatte, ehe sich das Projekt verzögerte, gelingt mehr als nur ein Kunststück. Der Film ist ein Kunstwerk durch all das, was er schildert und wie er es tut.

Einzig aus der Sicht der Tiere im Wald erleben wir, wie der junge Bambi nach seiner Geburt seine ersten Schritte macht. Alle anderen Tiere sind gekommen, um ihm und seiner Mutter ihre Aufwartung zu machen: Die Kaninchen, die Maulwürfe, die Vögel. Sie alle sind da und eine Zeitlang ist alles gut. Bambi schließt erste Freundschaften mit dem Kaninchen Klopfer und dem Stinktier, das er Blume nennt. Doch lange bevor Bambi alt genug ist, um auf sich selber zu achten, geschieht etwas, das seine Welt für immer verändert.

Es klingt, wie viele Inhaltsbeschreibungen späterer Disney-Filme klingen und auch wenn Bambi einen ungewohnten Weg geht, indem die Menschen im Film gar nie zu sehen sind, die Geschichte entwickelt sich auf so natürliche und behutsame Art und Weise, dass man übersieht, dass so viel gar nicht geschieht. Was dem Film dafür auf unvergleichliche Weise gelingt, ist eine so behütete Atmosphäre zu erzeugen, dass man sich in den wunderschön animierten Bildern, deren Farben mit einem warmen Licht zu glühen scheinen, nicht entziehen kann.
Begleitet von einer Musik, die so unverwechselbar Teil der Erzählung ist, sei es in den gesungenen Liedern oder den fantastischen Kompositionen dazwischen, die die Bewegungen der Figuren, das Atmen des Waldes und den Wandel der Gezeiten widerspiegeln. Es ist, als würde wie bei Bambis Geburt alles zusammen kommen, um ein unbeschreibliches Flair zu erzeugen.

Das Gesamtbild ist so charmant und liebevoll zum Leben erweckt, dass sich Zuseher allen Alters darin verlieren können. Die einzelnen Episoden, die der Film beschreibt, sind allesamt recht kurz und auch der Wandel der Figuren in ihren verschiedenen Altern wird nicht lange vorbereitet, sondern geschieht einfach. Nichtsdestotrotz ist Bambi ein wunderschönes Märchen, in dem was die Tiere erleben uns nicht nur näherbringt, dass es gilt, sie alle zu beschützen, sondern das uns auch vor Augen führt, dass sich alles stetig ändert. Es ist der Lauf der Dinge.


Fazit:
Mit etwas mehr als einer Stunde ist Bambi wie viele Zeichentrickfilme jener Zeit überaus kurz. Und doch reicht die Zeit aus, das Publikum in jenen Wald an die Seite dieser Tiere zu entführen und mit ihnen älter zu werden. Ihre Freude springt förmlich auf den Zuschauer über und geschieht das Unfassbare, dann nimmt einen das mit. Dabei genügt es bereits zu wissen, was geschieht, die Filmemacher müssen weder das Geschehene, noch ihre Figuren ständig erklären.
Dank der wundervollen Musik und der malerischen, fantastischen Bilder ist der Disney-Klassiker, der sowohl das Schönste, als auch das Traurigste im Leben so gekonnt einfängt, ein Fest für die Sinne. Es ist ein Film, der tief berührt und uns animiert, diesen Lebensraum und seine Bewohner zu beschützen. Das mag manchmal niedlicher aussehen, als es in Wirklichkeit ist und Klopfer ist der Star des Films, aber es ist ein prägendes Erlebnis für Zuschauer allen Alters. Ein Meisterwerk.    


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