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Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten [1984]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 25. Januar 2011
Genre: Action / Komödie / Liebesfilm

Originaltitel: Romancing the Stone
Laufzeit: 106 min.
Produktionsland: Mexiko / USA
Produktionsjahr: 1984
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Robert Zemeckis
Musik: Alan Silvestri
Darsteller: Michael Douglas, Kathleen Turner, Danny DeVito, Zack Norman, Alfonso Arau, Manuel Ojeda, Holland Taylor, Mary Ellen Trainor, Eve Smith, Joe Nesnow, José Chávez


Kurzinhalt:
Gerade hat sie ihren letzten Abenteuerroman zu Ende geschrieben, da erhält Joan Wilder (Kathleen Turner) von ihrem Schwager Post aus Kolumbien. Darin befindet sich eine Schatzkarte und wenig später wird Joan von ihrer Schwester Elaine (Mary Ellen Trainor) angerufen. Sie befindet sich in der Gewalt der Gangster Ira (Zack Norman) und Ralph (Danny DeVito), die drohen, ihr etwas anzutun, wenn Joan die Schatzkarte nicht nach Kolumbien bringt.
Dort angekommen findet sich Joan in einem Bus in die falsche Richtung wieder und wird von Zolo (Manuel Ojeda) mit einer Waffe gestellt. Auch er ist hinter der Schatzkarte her, wird jedoch vom Passanten Jack Colton (Michael Douglas) überrascht, der Zolo verjagen kann. Joan bittet Jack, sie zu ihrer Schwester zu bringen. Jack willigt ein, sieht sich jedoch wenig später Zolos Privatarmee gegenüber. Erst dann kommt er dahinter, dass Joan im Besitz einer Karte ist. Ein solcher Schatz würde nicht nur seine finanziellen Sorgen vertreiben, sondern sorgt dafür, dass alle möglichen Leute hinter ihnen her sind. Es bleibt nur die Flucht quer durch den Dschungel ...


Kritik:
Die Produzenten befürchteten bei Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten einen solchen Misserfolg an den Kinokassen, dass Regisseur Robert Zemeckis vorsorglich von seinen Pflichten beim damals bereits in Vorbereitung befindlichen Cocoon [1985] entbunden wurde. Dennoch wurde der Film ein Erfolg, 1984 sogar der einzig große für das Studio. Parallelen zu Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes [1981] werden immer wieder gezogen, wenn man über den Abenteuerfilm nachdenkt und tatsächlich gibt es kaum einen weiteren Film aus jener Zeit, der das Entdeckerflair im Dschungel so gut einfängt wie der von Michael Douglas produzierte Streifen.
Die Geschichte beginnt mit der erfolgreichen Romanautorin Joan Wilder, deren Schwester in Kolumbien von den Gangstern Ralph und Ira gefangen gehalten wird, weil ihr inzwischen ermordeter Mann eine Schatzkarte besaß. Diese sandte er an Joan, die sie nun nach Kolumbien bringen soll, um ihre Schwester Elaine frei zu bekommen. Wie die Schatzkarte überhaupt in Elaines Besitz kam, wird nicht geklärt. Auch interessiert im weiteren Verlauf des Films der geschichtliche Hintergrund des grünen Diamanten nicht, um den schließlich die Schatzjagd geht. Es ist vielmehr der Aufhänger für ein rasantes Abenteuer, das Joan mit dem abenteuerlustigen und bei der Polizei einschlägig bekannten Jack T. Colton zusammen bringt. Er rettet sie aus einer brenzligen Situation, in der Joan auf den finsteren Zolo trifft und fortan sind die beiden erst auf der Flucht vor Zolos Privatarmee und wenig später auf der Jagd nach dem Schatz, der die einzige Möglichkeit scheint, Elaines Freilassung zu garantieren.

Bereits der Teaser vor dem eigentlichen Vorspann des Films, der eine Schlusssequenz von Joans romantischen Westernromanen in Bildern zum Leben erweckt, macht deutlich, dass Filmemacher Robert Zemeckis keinen todernsten Film drehen wollte. Gewalt wird immer wieder angedeutet, doch bis zum Finale wird kein Blut buchstäblich vergossen und auch die Action ist so harmlos gehalten, dass Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten mühelos als familientaugliche Unterhaltung gelten kann. Erst in der letzten Viertelstunde, die stilistisch auch deutlich düsterer geraten ist, wandelt sich das Blatt.
Mit viel Sinn für Humor schildert das Drehbuch mit Joan Wilder eine hoffnungslos romantische und dabei fast weltfremde Autorin, deren Realität sich meist in den Fantasiewelten ihrer Bücher abzuspielen scheint. Dass sie selbst in ein solches Abenteuer geworfen wird, stellt sie vor ungeahnte Schwierigkeiten. In Jack Colton trifft sie auf einen Partner, der ausschließlich praktisch veranlagt ist und dabei meistens an seine eigene Haut denkt.

Die Frage muss durchaus gestattet sein, wann Hollywood aufhörte, solche Geschichten zu erzählen? Selbst der raubeinige und stachelige Jack ist nie unsympathisch. Wenn er Joan verspricht, sie in der Stadt zu treffen, nachdem sie jeweils am anderen Ufer eines reißenden Flusses angespült werden, glaubt man ihm aufs Wort. Auch wenn kurz angedeutet wird, er könnte eigene Ziele verfolgen, dass er Joans Schwester opfern würde, um selbst an den Schatz zu kommen, hält man nie für möglich. Er ist ein Held wider Willen, aber nicht düster oder abgründig. Auch wird Zolo nie als bestialischer Folterer dargestellt, dem das Leiden von Menschen Vergnügen bereitet. Das mag aus heutiger Sicht erscheinen, als wären es Figuren, welche die üblichen Klischees erfüllen, doch macht es die Erzählung viel unbeschwerter und zugänglicher. Der opportunistische Ralph und der cholerische Ira ergänzen trotz ihrer bösen Absichten das Ensemble um einige der witzigsten Momente des Films und wenn Michael Douglas, Kathleen Turner und Danny DeVito gemeinsam vor der Kamera stehen, entfaltet sich ein beinahe ansteckender Humor.

Die spritzigen Dialoge zusammen mit der altmodischen (und überraschend leichten) Schatzsuche, zusammen mit dem unvergleichlichen Flair eines Dschungelabenteuers heben die rasante Komödie weit über die übrigen Vertreter des Genres hinaus. Tadellos und einfallsreich gefilmt ist es der charmanten Besetzung zu verdanken, dass der Film auch mehr als 25 Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seinem Esprit verloren hat.
Die nicht ganz so gelungene Fortsetzung, Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil [1985], ist Diane Thomas gewidmet, der Drehbuchautorin von Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten. Es war ihr einziges Skript, sie starb bei einem Autounfall im Jahr 1985.


Fazit:
Spätestens, wenn die eingängige Musik von Alan Silvestri aus den Lautsprechern tönt, kann man nicht umhin, im Rhythmus mitzuwippen. Er unterstreicht die spannende, aber dennoch leichtfüßig erzählte Geschichte so gekonnt, dass selbst der Abspann sehenswert wird. Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten ist ein zeitlos unterhaltsamer, witziger Abenteuerspaß, dem selbst das stilistisch deutlich düstere Finale nicht schadet.
Regisseur Zemeckis vereint mit Michael Douglas und Kathleen Turner ein sympathisches und charmantes Leinwandpaar, das unterschiedlicher nicht sein könnte und sich gerade darum hervorragend ergänzt. Ihre Schatzsuche begeistert auch nach so vielen Jahren, und dank Figuren wie dem von Danny DeVito gespielten Ralph unterhalten auch weniger wichtige Nebenhandlungen in erstklassigem 1980er-Flair.


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