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Arlo & Spot [2015]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 3. Juli 2016
Genre: Animation / Unterhaltung

Originaltitel: The Good Dinosaur
Laufzeit: 93 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Peter Sohn
Musik: Jeff Danna, Mychael Danna
Stimmen: Raymond Ochoa (Cosmo Clarén), Jack Bright, Sam Elliott (Reiner Schöne), Anna Paquin (Maria Koschny), A. J. Buckley (Tim Sander), Steve Zahn (Tobias Lelle), Mandy Freund (Nina Herting), Steven Clay Hunter (Christoph Drobig), Jeffrey Wright (Torsten Michaelis), Frances McDormand (Christin Marquitan), Marcus Scribner (Sebastian Kluckert), Maleah Nipay-Padilla (Melina Witez)


Kurzinhalt:

Vor 65 Millionen Jahren traf ein Asteroid nicht auf die Erde – in der Folge konnten sich die Dinosaurier weiterentwickeln. So kommt es, dass der junge Apatosaurus Arlo (Raymond Ochoa / Cosmo Clarén) seiner Familie bei der Bewirtschaftung der Farm hilft, deren Vorräte immer wieder gestohlen werden. Auf der Suche nach dem "Schädling", entdeckt Arlo den Menschenjungen Spot (Jack Bright), doch bei dem Versuch, ihn zu vertreiben, fällt Arlo in einen reißenden Fluss und wird weggespült. Als er wieder zu sich kommt, muss er feststellen, dass er weit weg von zuhause ist. Den gefährlichen und langen Weg zurück kann er dabei nur mit Spots Hilfe schaffen ...


Kritik:
Auch wenn die Geschichtenerzähler von Pixar im vergangenen Jahr mit Alles steht Kopf [2015] bewiesen haben, dass ihnen die Ideen noch lange nicht ausgehen und es ihnen gelingt, aus den ungewöhnlichsten Storys fantastische Filme zu formen, es stimmt einen bedenklich, wenn ein Projekt bei diesen kreativen Köpfen mit zwei Jahren Verspätung in die Kinos kommt. Das war der Fall bei Arlo & Spot, der nicht nur einen neuen Regisseur bekam, sondern beinahe eine ganz neue Besetzung. Man darf bezweifeln, ob die Beteiligten mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sind.

Dabei klingt die Ausgangslage im ersten Moment durchaus ganz lustig: Was, wenn der Asteroid, der vor 65 Millionen Jahren das Ende der Dinosaurier besiegelte, an der Erde vorbeigeschrammt wäre? Wie würde es Millionen von Jahre später auf unserer Welt aussehen? So gibt sich Peter Sohns Film – basierend auf dem Konzept und der Vorarbeit des ursprünglichen Regisseurs Bob Peterson – zu Beginn. So hieß es auch in den ersten bewegten Bildern zum Film. Nur ist Arlo & Spot nicht dieser Film.

Setzt die eigentliche Geschichte ein, sind zwar Millionen Jahre seit dem Beinahe-Asteroidenaufprall vergangen, doch wer hofft zu erfahren, wie es den Dinosauriern in der Zwischenzeit ergangen ist, der wird enttäuscht. Stattdessen lernen wir die beiden erwachsenen Dinosaurier Mama und Papa kennen, die dreifachen Nachwuchs bekommen: Den kräftigen Buck, die schlaue Libby und den etwas kleineren und ängstlichen Arlo. Die Familie betreibt eine Farm, säht das Saatgut aus und sammelt für den Winter. Nachts schlafen sie in einem großen Haus und scheinen keine Nachbarn zu haben. Als Arlo bei ihrem zweiten Aufeinandertreffen den Dieb, der regelmäßig aus der Vorratskammer der Familie stiehlt – das Menschenkind Spot – verjagen will, stürzt er in den Fluss und wird weit abgetrieben. Wovon Arlo & Spot tatsächlich erzählt ist, wie Arlo wieder nach Hause kommt und was er unterwegs erlebt.

Seine Welt scheint dabei nur sporadisch von Dinosauriern bevölkert. Er trifft zwar auf einen verschrobenen Sammler, hinterlistige Flugsaurier und Raubsaurier, die sich als Viehzüchter betätigen, doch von den drei vorgestellten Dinorassen gibt es höchstens je eine Handvoll Tiere zu sehen. Auf seinem Weg zurück muss sich Arlo seiner Angst stellen und wird von Spot unterstützt, der sich wie sein Schoßhund verhält – inklusive Schnüffeln, Jaulen und Hecheln. Das ergibt zwar inhaltlich keinen Sinn, soll aber wohl das junge Zielpublikum unterhalten.

Die Stationen der Geschichte – so simpel sie ist – sind aus besseren Filmen zusammengestohlen und bis auf einen wirklich berührenden Moment, in dem Arlo Spot von seiner Familie erzählt, gibt es hier nichts, was in Erinnerung bleiben würde. Nichts, bis auf die Machart von Arlo & Spot. Der Film ist voll von Einstellungen, bei denen, wenn man sie als Landschaftsaufnahme ausdrucken würde, niemand vermuten würde, dass sie am Computer entstanden sind. Die Wälder, Gräser oder das Wasser wirken, als seien sie in der Natur gefilmt worden. Die Technik ist schlicht atemberaubend, wären da nicht die quietschbunten Dinosaurier oder Tiere, die in die fotorealistische Umgebung hineingeklebt wurden. Nicht nur durch die großen Kulleraugen machen sie die täuschend echte Illusion zunichte.

Auch wenn Arlo & Spot gerade angesichts des anderen, von Pixar im vergangenen Jahr veröffentlichten Films, enttäuschend flach geraten ist, er ist immer noch ein besserer Familienfilm als viele anderen. Die Geschichte selbst ist einfach gestrickt und ohne Umwege in den kleinen Episoden erzählt, die Arlo auf seinem Weg nach Hause erlebt. Der Humor bleibt dabei grundsätzlich kinderfreundlich und die bedrohlichen Situationen werden nie zu düster.


Fazit:
Dass die Filmemacher ihrem Publikum nichts zutrauen sieht man bereits daran, dass alles, was auch ohne Worte deutlich wird, trotzdem ausgesprochen werden muss. Selbst, dass Spot Arlo beschützt wird hier offengelegt, obwohl man das selbst beobachten konnte. Ebenso verhält es sich mit eingestreuten Rückblenden, die herausstellen, warum eine Figur jetzt Angst bekommen muss. Und wenn man glaubt, es wäre Zeit für den obligatorischen, ermunternden Tagtraum, dann kann man sicher sein, dass er auch kommt. Arlo & Spot ist kein schlechter Film, er ist nur erstaunlich einfallslos trotz der putzigen Figuren und der grandios aussehenden Hintergründe. Aber auch das wird das junge Publikum kaum stören.    


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