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Sherlock: "Sein letzter Schwur" [2014]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 23. August 2014
Genre: Krimi

Originaltitel: Sherlock: "His Last Vow"
Laufzeit: 89 min.
Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: 2013
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Nick Hurran
Musik: David Arnold, Michael Price
Darsteller: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Lars Mikkelsen, Una Stubbs, Rupert Graves, Mark Gatiss, Andrew Scott, Louise Brealey, Amanda Abbington, Lindsay Duncan, Yasmine Akram, Tom Brooke, Wanda Ventham, Timothy Carlton, Louis Oliver


Kurzinhalt:
Der Auftrag, den Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) für Lady Smallwood (Lindsay Duncan) annimmt, ist so verlockend wie gefährlich: Er soll kompromittierende Briefe zurückerlangen, die in den Besitz des Nachrichtenmagnaten Charles Magnussen (Lars Mikkelsen) gelangt sind. Magnussen besitzt belastende Informationen über beinahe jeden Politiker und die meisten Privatpersonen. Dank dieser Druckpunkte besitzt er eine Macht wie kaum jemand anderes im Königreich. Selbst Sherlocks Bruder Mycroft (Mark Gatiss) hat ihm abgeraten, sich gegen Magnussen zu stellen.
Als Sherlock zusammen mit seinem Assistenten John Watson (Martin Freeman) in Magnussens Büro einbricht, vereitelt er damit ein geplantes Attentat – zu einem hohen Preis. Die verantwortliche Person hat dabei eine ganz besondere Beziehung zu dem Ermittler-Duo. Und Magnussen Informationen in seinem Besitz, die das Leben aller Beteiligten aus den Fugen geraten lassen könnte ...


Kritik:
Die letzte Episode der dritten Sherlock-Staffel, Sein letzter Schwur, beginnt interessant, entwickelt sich vollkommen unvorhersehbar, ehe das letzte Drittel das Meiste davon wieder kaputt macht. Weniger dadurch was geschieht, als wie. Schon deshalb wäre es ärgerlich, wenn sich die Serie hiermit verabschieden würde. Dass die Darsteller Besseres verdienen, beweisen sie auch diesmal und wäre es nicht um sie, würden sich vermutlich sehr viel weniger Zuschauer auf eine vierte Staffel freuen.

Sein letzter Schwur setzt kurz nach dem vorigen Fall des Meisterdetektivs an, konzentriert sich jedoch mehr darauf wie es John Watson in seiner neuen Situation als Ehemann und werdender Vater ergeht. Die eigentliche Geschichte um das Nachrichtenimperium des einflussreichen und gefährlichen Charles Magnussen wird im Verlauf durch eine zweite Story ergänzt, die Licht auf eine Figur lenkt wie man es sicher nicht erwartet hat. Was außerdem geschieht, insbesondere mit Sherlock Holmes, dürfte so manchen Stammzuschauer verzweifeln lassen. Wenn nichts anderes, vorhersehbar ist das Drehbuch sicher nicht.

Diesen Aspekt greift auch die visuelle Umsetzung auf, die sowohl Sherlocks, als auch Magnussens Gedankenwelt greifbar macht. Ob dem Krimianteil eine solche Inszenierung gut tut oder eher vom hauptsächlichen Geschehen ablenkt, sei dahingestellt. In jedem Fall gibt sich Regisseur Nick Hurran Mühe, einen Einblick in den Titelhelden zu ermöglichen. Nicht zuletzt dank dem immer spürbaren Humor ist das durchweg unterhaltsam, selbst wenn die Hauptstory auf der Stelle tritt. Im distanzierten Widersacher Magnussen stellt das Skript außerdem eine interessante Bösewichtsfigur vor, der kaum beizukommen ist. Insofern scheint die Lösung, die Sherlock für die Situation findet, so unkonventionell sie sein mag, zumindest passend. Doch weshalb man die Überheblichkeit des Schurken sowohl zu Beginn wie auch später in Sherlocks Wohnung und beim Finale mit dessen körperlichen Auswüchsen derart übertreiben muss, verstehe wer will. Nicht nur, dass die eigentlichen Helden so als rückgratlos erscheinen, die Momente ziehen sich jeweils schlicht zu lange.

Ähnlich steht es mit der Überraschung nach der eigentlichen Auflösung, die nicht von ungefähr stark an den Cliffhanger der letzten Staffel erinnert. Entsprechend groß ist die Befürchtung, dass sich die Autoren entweder eine abstruse Erklärung für die Rückkehr einer Figur überlegen werden, oder (wie bereits geschehen) gar keine Begründung liefern. Beides wäre für Fans unbefriedigend und würde die Serie, wie manches, das in Sein letzter Schwur geschieht, ein Stück weiter weg vom Krimi und hin zum Fantasy-Genre rücken. Worauf es am Ende hinauslaufen wird, werden Fans erst im kommenden Jahr sehen, wenn die vierte Staffel der Reihe erscheinen soll. Tragisch ist, wie schwach sich Sherlock in diese lange Pause verabschiedet.


Fazit:
Dass sich Benedict Cumberbatch und Martin Freeman ihre Rollen zu Eigen gemacht haben, war bereits in den vergangenen TV-Krimis zu sehen. Wie gut sie harmonieren ebenso. Dass es ihnen beiden gelingt, die jeweils starken Momente des anderen wirken zu lassen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, ist auch den guten Einfällen des Skripts geschuldet. Sie machen Sein letzter Schwur sehenswert, ebenso wie Lars Mikkelsen, der ältere Bruder des international bekannteren Mads Mikkelsen. Er verleiht Holmes' Widersacher eine unangreifbare Aura, die im Grunde mehr als nur einen Fall hätte spannend geraten lassen können.
Doch wie zuvor manövriert sich das Drehbuch zum Ende in eine Sackgasse, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt. Umso abstruser ist dann Sherlock Holmes' folgenschwere Entscheidung, die wiederum eine weitere Drehbuchkapriole verlangt, damit die Serie kein jähes Ende nimmt. Dass Sherlock eine Krimiserie ist, kann man dabei kaum mehr erkennen. Doch wie wäre es, wenn sich die kreativen Köpfe in der kommenden Staffel darauf besinnen? Es wäre in jedem Fall eine willkommene Abwechslung.


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