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Sherlock: "Im Zeichen der Drei" [2014]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 16. August 2014
Genre: Krimi

Originaltitel: Sherlock: "The Sign of Three"
Laufzeit: 86 min.
Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: 2013
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Colm McCarthy
Musik: David Arnold, Michael Price
Darsteller: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Una Stubbs, Amanda Abbington, Yasmine Akram, Rupert Graves, Alistair Petrie, Mark Gatiss, Louise Brealey, Vinette Robinson, Lara Pulver, Alice Lowe


Kurzinhalt:
Als er von John Watson (Martin Freeman) gebeten wird, sein Trauzeuge bei der Hochzeit mit Mary (Amanda Abbington) zu sein, ist Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) sprachlos. Zum einen ist er perplex, dass John ihn trotz seiner eigenen, mitunter schroffen Art als besten Freund sieht, zum anderen obliegt es ihm als Trauzeugen, eine Rede bei der Hochzeitsfeier zu halten. Für Sherlock Grund genug, den Polizisten Lestrade (Rupert Graves) wegen dieses 'Notfalls' zu informieren.
Bei den Feierlichkeiten selbst nimmt Sherlock die Rede als Anlass, zwei der jüngsten und mysteriösesten Fälle des Ermittlerduos vorzutragen. Und während er dies tut, offenbaren sich ihm Zusammenhänge, wo er zuvor im Dunkeln tappte. Plötzlich scheint es möglich, dass jemand die Hochzeit als Anlass für einen Mordanschlag nehmen könnte – wenn es Sherlock nicht gelingt, den Fall zu lösen, während er seine Rede noch hält ...


Kritik:
Mit Im Zeichen der Drei gelingt den Machern ein so unterhaltsamer und stellenweise amüsanter Krimi, dass man beinahe die leisen Untertöne der Geschichte übersehen könnte. Neben einem Benedict Cumberbatch in Sherlock-Hochform wartet der zweite TV-Film der dritten Staffel mit einem freudigen Ereignis für Sherlocks Freund Watson auf – und mit einem Fall, der vollständiger ist, als es die erste Hälfte vermuten lässt. Dennoch schwingt der Geschichte eine bittersüße Melancholie mit.

Dreh- und Angelpunkt ist die Hochzeit von John Watson mit Mary Morstan, die früher kommt, als man nach dem letzten Fernsehkrimi vermutet hätte. Dass sich Sherlock Holmes für seinen Freund nicht uneingeschränkt freuen kann, liegt weniger an seiner zu wenig entwickelten Gabe, sich auszudrücken, als daran, dass dies für ihn das Ende einer Ära bedeutet. Nicht nur, dass er das Apartment der Baker Street 221B bei Mrs. Hudson seit seiner Rückkehr allein bewohnt, bislang löste er viele seiner Fälle zusammen mit John Watson, dessen Weg mit Mary nun jedoch in eine andere Richtung führt.
Im Zeichen der Drei hätte Sherlock diesen ersten Schritt auf seine zynische Weise kommentieren lassen können und hört man sich den Beginn seiner Trauansprache an, fürchtet man einen unheimlich peinlichen Moment. Doch die Art und Weise, wie sich seine Rede entwickelt, offenbart so viel mehr Einblick in sein Gefühlsleben, als es die bisherigen Krimis vermochten, dass man ihm immer länger zuhören möchte.

Darin erzählt Sherlock auch von zwei besonderen Fällen, die das Duo zuletzt bearbeitet, aber nicht gelöst hat. Darunter der versuchte Mord an einem Wächter der königlichen Garde und der Hilferuf einer jungen Frau, die fürchtet, sich mit einem Geist getroffen zu haben. So amüsant beide Fälle sind, sie scheinen in der Erzählung selbst zu kurz zu kommen, werden aber in die gesamte Geschichte gelungen verwoben. Auch wenn sich die deutsche Synchronfassung beharrlich weigert, den "Best Man" schlicht als Trauzeugen zu übersetzen, die Verantwortlichen nehmen Watsons Bitte an Holmes zum Anlass, die Figuren endlich die persönlichere Anrede "Du" einzugehen.

Wie nahtlos das Skript Watsons zukünftige Ehefrau Mary in die Geschichte einbindet, ist beeindruckend. Statt sie – wie wohl zu befürchten wäre – als Keil zwischen Sherlock und John zu treiben, ist sie vielmehr die treibende Kraft dahinter, beide Männer trotz der gravierenden Veränderung in Johns Leben, zusammenzubringen. Dass auch die Hintergrundgeschichte der allzeit präsenten Mrs. Hudson hier etwas beleuchtet wird, empfiehlt Im Zeichen der Drei umso mehr als charaktergetriebene Episode der Reihe. Andere Figuren wie Watsons ehemaliger Vorgesetzter während seiner aktiven Armeezeit, James Sholto, geraten dabei zwar ins Hintertreffen, doch Fans der Hauptfiguren sind für die vielen stimmungsvollen Momente dankbar.


Fazit:
Auch wenn die bewegte Kamera mit den vielen Zwischenschnitten mitunter etwas dick aufgetragen ist, zu sehen, wie Sherlock den Fall löst, die losen Enden verknüpft und Verbindungen herstellt, wo andere nur Chaos sehen, wiegt Voriges wieder auf. Der Kriminalfall selbst ist erneut nicht der wichtigste Grund zuzusehen, dafür die Figuren, die hier allesamt weiterentwickelt und deren ungeahnte Facetten beleuchtet werden.
Die geschliffenen Dialoge machen Spaß zum Zuhören, die gut gelaunten Darsteller Lust auf mehr und dank der leichtfüßigen Umsetzung übersieht man beinahe, dass Im Zeichen der Drei nicht unumwunden hoffnungsvoll endet. Denn auch wenn der große Schritt von Johns Hochzeit das Duo nicht trennen mag, das nächste Abenteuer, das auf ihn wartet, und das Sherlock hier vorhersieht, wird ihnen noch weniger gemeinsame Zeit lassen. Man kann nur hoffen, dass die Macher die Figuren von Sherlock nicht auseinanderreißen werden. Gerade jetzt, da sie zueinander gefunden haben.


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