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Zoomania [2016]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 6. März 2016
Genre: Animation / Komödie / Unterhaltung

Originaltitel: Zootopia
Laufzeit: 108 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2016
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Byron Howard, Rich Moore und Jared Bush
Musik: Michael Giacchino
Stimmen: Ginnifer Goodwin (Josefine Preuß), Jason Bateman (Florian Halm), Idris Elba (Oliver Stritzel), Jenny Slate, Nate Torrence, Bonnie Hunt, Don Lake, Tommy Chong, J.K. Simmons, Shakira, Raymond S. Persi (Rüdiger Hoffmann), Maurice LaMarche (Christian Brückner)


Kurzinhalt:

Noch als sie klein war wusste Judy Hopps (Ginnifer Goodwin / Josefine Preuß), dass sie zur Polizei möchte – auch wenn bislang keine Häsin die harte Ausbildung durchlaufen hat. Inzwischen hat sie es geschafft und wird in die Metropole Zoomania versetzt, in der alle möglichen Tierarten harmonisch zusammenleben. Auch wenn Chief Bogo (Idris Elba / Oliver Stritzel) die Quotenhäsin von wirklicher Polizeiarbeit fernhalten möchte, dank der zweiten Bürgermeisterin Bellwether (Jenny Slate) wird Judy auf den Fall eines entführten Otters angesetzt. Er ist einer von inzwischen 14 Raubtieren, die in der Stadt verschwunden sind. Die Spur führt Judy zu dem kleinkriminellen Fuchs Nick Wilde (Jason Bateman / Florian Halm) und wenn sie den Fall lösen will, wird sie ihren natürlichen Instinkt überwinden und ihm vertrauen müssen ...


Kritik:
Disneys Zoomania ist ein familientauglicher, lustiger Animationsfilm mit immens knuffigen Figuren, deren Abenteuer eine wichtige Botschaft für ältere und jüngere Zuschauer bereithalten. Die gleichnamige Metropole, in der alle Tierarten harmonisch zusammenleben, ist so farbenfroh und fantasievoll zum Leben erweckt, dass man am liebsten dorthin fahren wollte und setzt der eingängige Song zum Abspann ein, möchte man am liebsten nochmal an den Anfang zurück.

Die Story um die anthropomorphen Tiere (sie gehen auf zwei Beinen, tragen Kleidung und nutzen aktuelle Technik), die vor vielen Jahrhunderten ihre Differenzen beigelegt haben und inzwischen zivilisiert geworden sind, klingt wie ein Abziehbild des bekannten "melting pot": Die Stadt Zoomania ist in vier große Klimazonen unterteilt. Dort leben Tiere unterschiedlicher Spezies und Herkunft zusammen. Auch Raub- und Beutetiere. Die junge Häsin Judy hat es sich schon in Kindertagen in den Kopf gesetzt, Polizistin zu werden. Sie ist die erste Häsin in dem Beruf und so ehrgeizig, dass es an ihr liegt, das Verschwinden von mehr als einem Dutzend Raubtieren aufzuklären. Dafür benötigt sie jedoch die Hilfe des Fuchses Nick, der sich bislang mit Gaunereien einen Lebensunterhalt verdient.

Sieht man also davon ab, dass Zoomania von Hasen, Mäusen, Tigern, Elefanten und allen möglichen anderen Tieren bewohnt ist, ist dies eine ganz normale Geschichte einer jungen Heldin, die sich und der Welt beweisen muss, dass sie der Aufgabe gewachsen ist. Seltsamerweise gibt es in Zoomania keine Vögel oder Reptilien. Wo die abgeblieben sind, verschweigen die Filmemacher.
Widerwillig bekommt Judy vom Polizeichief Bogo die Aufgabe übertragen, einen verschwundenen Otter zu suchen. Zusammen mit dem Kleinganoven Nick, der den Otter kurz vor dessen Entführung gesehen hat, nimmt sie die Ermittlungen auf, die sie durch die verschiedenen Stadtteile von Zoomania führen. Hier spielen die Macher eine ihrer größten Stärken aus.

Zoomania sieht fantastisch aus. Die satten Farben und die vielen Details erwecken die unterschiedlichen Klimazonen so gelungen zum Leben, dass man meint, man könnte mühelos dorthin reisen. Bei Judys Ankunft in der Stadt fährt ihr Zug ohnehin bereits durch die Viertel hindurch, so dass man als Zuseher einen guten Überblick bekommt, doch sieht man die einzelnen Bereiche zum Leben erweckt, ist das einfach bezaubernd. Ebenso die Figuren, angefangen von einer immens knuffigen Judy, deren Ohren ihre jeweilige Verfassung ebenso widerspiegeln wie das Zucken ihrer Nase. Alle Tiere sind liebevoll und toll in Szene gesetzt.

Auch wenn der Ideenreichtum und die emotionale Zugkraft nicht an Pixars Alles steht Kopf [2015] heranreicht, Zoomania ist weit mehr als nur ein Kinderfilm, der in manchen Szenen viele Anleihen an große Hollywoodproduktionen wie Der Pate [1972] oder King Kong und die weiße Frau [1933] besitzt. Die gibt es auch und sie sind großartig und lustig umgesetzt. Aber den Filmemachern liegt eine wichtige Botschaft am Herzen, die einen sehr aktuellen Bezug besitzt.
Je nachdem, ob jüngere oder ältere Zuschauer den Film sehen, wird ihnen dabei etwas anderes auffallen. Zum Beispiel, dass Judy alles erreichen kann, was sie sich vornimmt. Aber gerade die Aussagen, die Zoomania in Bezug auf die Macht der Angst und Erlangung von Macht durch Angst trifft, treffen beim politischen Geschehen überall auf der Welt den Nagel auf den Kopf. Auch deshalb ist Disneys Familienabenteuer sehr sehenswert.

Einen wirklichen Mehrwert bringt die 3D-Version dabei nicht, der Film ist in 2D mindestens genauso gelungen.


Fazit:
Das Faultier Flash ist eines der Highlights des Films – und das nicht einmal mit der Szene, die in der Vorschau so oft gezeigt wurde. Zoomania ist schlau und einfallsreich, unvorstellbar putzig und knuffig umgesetzt mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Tieren, die einen einladen, der Stadt einen Besuch abzustatten. Die Geschichte ist auch für ein junges Publikum nicht zu düster und offenbart zusätzlich eine den Erwachsenen vorbehaltene Aussage, die einen überraschend aktuellen Bezug besitzt.
Judy und Nick bei ihren Ermittlungen zuzusehen, macht durchweg Spaß, auch wenn die actionreichen Szenen bis auf Judys Verfolgungsjagd durch das Nagerviertel nicht so mitreißen, wie man es sich wünschen würde. Den jüngeren Zusehern wird das schon auf Grund der tollen Optik nicht auffallen. Einen besseren Film-Tipp für ein lehrreiches, witziges und charmantes Familienabenteuer gibt es derzeit schlicht nicht.    


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