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Upside Down [2012]

Wertung: 2.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 25. August 2015
Genre: Fantasy / Liebesfilm

Originaltitel: Upside Down
Laufzeit: 114 min.
Produktionsland: Kanada / Frankreich
Produktionsjahr: 2011
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Juan Solanas
Musik: Benoít Charest
Darsteller: Jim Sturgess, Kirsten Dunst, Timothy Spall, Blu Mankuma, Nicholas Rose, James Kidnie, Vlasta Vrana, Kate Trotter, Holly O'Brien, Elliott Larson, Maurane Arcand


Kurzinhalt:

Als der junge Adam (Jim Sturgess) Eden (Kirsten Dunst) begegnet, steht seine Welt buchstäblich Kopf: Eden kommt aus der oberen Welt, einem Zwillingsplaneten, der mit Adams unterer Welt verbunden ist. Obwohl die Welten und ihre Bewohner strikt getrennt sind und es auch bleiben müssen, wenn sie nicht schwer bestraft werden wollen, verlieben sich die beiden in einander, bis sie durch einen Unfall auseinandergerissen werden. Jahre später entdeckt Adam Eden in einer Fernsehsendung wieder und setzt alles daran, die Liebe seines Lebens zurückzugewinnen ...


Kritik:
Upside Down ist ein Film mit einem interessanten Konzept, der trotz seiner kurzen Laufzeit umso mehr frustriert, je länger er dauert. Regisseur Juan Solanas, der auch das Drehbuch schrieb, weiß aus dem Potential seiner Geschichte nichts zu machen – aber vielleicht trägt die Ausgangsidee auch schlicht nicht mehr als eine Kurzgeschichte. Beworben als Lovestory mit Fantasytouch, wiederholt sich der Film so oft, dass man schon nach der Hälfte der Zeit die Lust am Zusehen verloren hat.

Das eigentlich Ärgerliche daran ist, dass Solanas seine Idee nicht zu Ende denkt. Er stellt ein Universum vor, in dem zwei Welten so dicht übereinander sind, dass sogar ein riesiger Wolkenkratzer als Verbindung zwischen ihnen errichtet werden konnte. Die Menschen der oberen Welt sind reich und haben alles, was sie sich nur wünschen. Diejenigen, die in der unteren Welt geboren wurden, leben meist in Armut, schuften, um den Reichtum der Oberen zu sichern und könnten, selbst wenn sie es wollten, nicht einmal dorthin fliehen. Auf Grund der unterschiedlichen Anziehungskraft kann man sich wenn überhaupt nur mit Gewichten befestigt in der anderen Welt aufhalten. Aber durch die Kräfte, die zwischen Materie und Inverser Materie herrschen, fängt die Kombination nach kurzer Zeit an zu brennen.

So einfallsreich sich all das anhört, Upside Down findet keine originellere Geschichte als dass sich ein Junge der unteren Welt und ein Mädchen der oberen Welt ineinander verlieben. So weit so gut, werden sie noch in Teenagerjahren auseinandergerissen, da die Grenzpolizei darauf achtet, dass die Menschen von oben und unten nicht in Kontakt kommen. Dabei erleidet die junge Eden einen Unfall und kann sich durch Amnesie an Adam aus der unteren Welt nicht erinnern. 10 Jahre später sieht er sie wieder und will sie zurückgewinnen.
Wer nun denken würde, Adam würde mit ihr unter vier Augen sprechen und abwarten, wie sie reagiert, der irrt. Er stellt sich nicht einmal mit seinem richtigen Namen vor, denn dann würde der Film knapp eine halbe, unnötige Stunde einsparen: Sobald Eden nämlich seinen wirklichen Namen hört, kann sie sich Stück für Stück wieder an ihn erinnern und ihre Gefühle kommen zurück.

Es ist, als wollte Regisseur Solanas gar nicht verbergen, dass ihm keine bessere Auflösung eingefallen ist. Doch während dies die Liebesgeschichte kaputt macht, bevor zwischen den Figuren der Funke wirklich überspringt, sabotiert Hauptdarsteller Jim Sturgess die Chemie ganz allein. Sein Gesichtsausdruck schwankt zwischen völlig verzweifelt und – die meiste Zeit – leicht grinsend, auch wenn was geschieht nicht zum Lachen ist. Die gemeinsamen Szenen mit ihm und Kirsten Dunst wirken wie eine Pflichtübung, die beide absolvieren. Eine knisternde Leinwandbeziehung sieht anders aus.

Nicht einmal technisch kann Upside Down überzeugen: Da die beiden Welten so dicht zu einander stehen, dürfte nie mehr als ein Dämmerlicht zu sehen sein, doch stellenweise stehen die Charaktere mitten in der Sonne. Die Einstellungen in den Bergen mit Wolken oben und unten sowie der gleißenden Sonne im Hintergrund, sehen durchaus malerisch aus – aber ebenso künstlich, zumal der Film keine Notwendigkeit für sie findet. Jedes Set, jede Situation und beinahe jede Einstellung sind mindestens zwei Mal, wenn nicht öfter zu sehen. Das reicht bis hin zu dem an sich imposanten Restaurant zwischen den Welten, in dem die Gäste auch an der Decke um einen gigantischen Kronleuchter herumtanzen können.
Es ist, als hätte Juan Solanas gewusst, welche Bilder er zeigen will. Nur hat er keine Geschichte gefunden, um sie miteinander zu verbinden.


Fazit:
Zu Beginn scheint es, als könnte Upside Down trotz oder gerade auf Grund der ungewöhnlichen Idee überzeugen. Doch ab der Mitte des Films wiederholen sich die Szenen und das Verhalten der Figuren wird zunehmend abstruser. Im letzten Drittel fehlen immer wieder Übergänge zwischen den einzelnen Momenten und so sehr die Story springt, so viele Klischees greift das Drehbuch doch noch ab.
Dass man mit Eden und Adam nicht mitfiebert, liegt auch daran, dass man nie weiß, was Adam eigentlich vorhat. Er grinst vor sich hin und werkelt, ohne das Publikum einzuweihen. Und das, obwohl er durch den Film als Erzähler führt. Die Liebesgeschichte ist darum nicht packend und die einzelnen Bilder der Zwillingswelten zwar ganz nett, aber nie zu Ende gedacht. Ein Konzept ohne Ideen darin.    


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