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Turbo - Kleine Schnecke, großer Traum [2013]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 05. Juli 2014
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: Turbo
Laufzeit: 96 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2013
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: David Soren
Musik: Henry Jackman
Stimmen: Ryan Reynolds (Malte Arkona), Paul Giamatti (Olaf Reichmann), Michael Peña (Giovanni Zarrella), Samuel L. Jackson (Engelbert von Nordhausen), Luis Guzmán (Manuel Cortez), Bill Hader (Markus Pfeiffer), Snoop Dogg (Jan-David Rönfeldt), Maya Rudolph, Richard Jenkins, Michelle Rodriguez


Kurzinhalt:
Es ist, als wäre Theo (Ryan Reynolds / Malte Arkona) im falschen Körper gefangen. Seit jeher verspürt er den Drang, schnell zu sein, dabei ist er eine Gartenschnecke. Zusammen mit seinem Bruder Chet (Paul Giamatti / Olaf Reichmann) arbeitet er von morgens bis abends im Gartenbeet, während er sich nachts Rennen des Indianapolis 500-Gewinners Gagné (Bill Hader / Markus Pfeiffer) ansieht. Auch wenn alle anderen Schnecken, sein Bruder inbegriffen, ihn für verrückt halten, Theo, der lieber Turbo genannt wird, glaubt daran, dass er für etwas Anderes berufen ist.
Als er nach einem Unfall Superkräfte entwickelt, darunter, dass er rasend schnell kriechen kann, wird er mit Chet aus dem Beet geworfen und von Tito (Michael Peña / Giovanni Zarrella) gefunden. Der erkennt Turbos Potential und meldet ihn für das Indianapolis-Rennen an, wo er auch auf Gagné trifft. Doch sein Idol ist in Wirklichkeit nicht so ein Held, wie Turbo sich vorgestellt hat. Und auf der Strecke gegen richtige Rennwagen lauern Gefahren, auf die er nicht vorbereitet ist ...


Kritik:
Eigentlich sollte das junge Zielpublikum von Turbo - Kleine Schnecke, großer Traum die Filmreihe gar nicht kennen, zu dem der Animationsfilm viele Verweise enthält. Als familientaugliche Variante von The Fast and the Furious [2001] eignet sich der im Original von vielen bekannten Schauspielern gesprochene Film durchaus. Worauf Zuschauer vergeblich warten, sind unerwartete Wendungen oder gar ein respektloser Humor im Sinne von Shrek - Der tollkühne Held [2001]. Im Vergleich mit den früheren Werken von DreamWorks Animation scheint auch dieser hier ausgesprochen harmlos.

Die Geschichte klingt überaus vertraut. Der junge Theo hat seit jeher einen Traum und bekommt von seinem Bruder Chet und allen anderen Artgenossen gesagt, er sei verrückt. So auch Tito, der stets nach dem großen Durchbruch strebt und ein ums andere Mal mit seinem Bruder Angelo auf die Nase fällt. Der Clou hieran ist, dass Theo und Chet Gartenschnecken sind, Tito und Angelo Inhaber eines Taco-Imbiss. Jede Nacht sieht sich Theo, der lieber Turbo genannt wird, Interviews und Rennen des Indianapolis 500-Gewinners Guy Gagné an, der sein großes Idol ist. Eines Nachts wird Turbo unfreiwillig Teilnehmer eines illegalen Straßenrennens und hat von diesem Moment an Superkräfte. Nicht nur, dass er so schnell ist wie ein Rennauto, sein Schneckenhaus kann leuchten und blinken. Gerade dann werden er und Chet von Tito gefunden, der mit den übrigen Ladenbesitzern des wenig erfolgreichen Starlight Plaza immer wieder Schneckenrennen veranstaltet.

Die übrigen Rennteilnehmer, darunter der Anführer Bleifuß, haben zwar keine Superkräfte, aber getunte Schneckenhäuser. Leider geht Turbo auf sie kaum ein und auch die angeschnittene Botschaft, dass sie auch ohne besondere Fähigkeiten schnell unterwegs sein können, kommt kaum zur Geltung. Als Tito Turbos besondere Begabung erkennt, sieht er in seinem schleimigen Freund eine verwandte Seele und setzt alles daran, ihn groß herauszubringen. So melden sie wenig später Turbo für das Indianapolis 500-Rennen an, wo Turbo auf Guy trifft und seinem großen Idol hinter die Fassade blicken kann. Doch auch dieser Aspekt wird angesichts des Finales beim jungen Publikum kaum ankommen. Dann stürzen sich die Filmemacher auf das Highlight des Films, das über 200 Runden dauernde Rennen, das Turbo gegen die Rennwagen bestreiten muss.

Dass hierbei nicht alles glatt gehen würde, war abzusehen, in wirkliche Bedrängnis lässt die Geschichte den ungewöhnlichen Helden aber nicht kommen. Die Runden aus der Schneckenperspektive zu beobachten, hat dabei durchaus seinen Reiz und auch wenn Turbo - Kleine Schnecke, großer Traum bewusst auf comicartige statt auf realistische Figuren setzt, im letzten Drittel kommt Tempo auf. Ob aus der Idee ein besserer Animationsfilm hätte werden können, sei dahingestellt. Als familiengerechte Unterhaltung gelingt David Soren ein solider Regieeinstand, der stets die richtigen Knöpfe drückt und das Herz am rechten Fleck hat.


Fazit:
Wie so oft zuvor erzählt auch Turbo - Kleine Schnecke, großer Traum eine menschliche Geschichte durch tierische Figuren. Das aus Die unendliche Geschichte [1979] bekannte Konzept der Rennschnecke wird hier einmal anders interpretiert und insbesondere bei den jungen Zusehern für viel Erheiterung sorgen. Die Story selbst ist konventionell erzählt, dafür entschädigen die durchaus rasanten Bilder im letzten Drittel.
Die einzige Überraschung – auch in Bezug auf den Humor – ist hier, wie wenig die Filmemacher um Überraschungen bemüht sind. Selbst von der frechen Erzählung eines Shrek ist Regisseur David Soren weit entfernt. Dafür präsentiert er einen schnörkellosen Kinderfilm mit einer allgemeingültigen Aussage und viel potentiellem Merchandising. Das Zielpublikum wird's freuen.


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