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Toy Story [1995]

Wertung: 5.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 25. Mai 2010
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: Toy Story
Laufzeit: 81 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1995
FSK-Freigabe: ohne Altersbegrenzung

Regie: John Lasseter
Musik: Randy Newman
Stimmen: Tom Hanks (Peer Augustinski), Tim Allen (Walter von Hauff), Don Rickles (Hartmut Neugebauer), Jim Varney (Peter Thom), Wallace Shawn (Ernst Wilhelm Lenik), John Ratzenberger (Michael Rüth), Annie Potts (Alexandra Mink), John Morris (Oliver Cresswell), Erik von Detten (Dimitri Guldner), Laurie Metcalf (Maria Böhme), R. Lee Ermey (Reinhard Brock), Sarah Freeman (Natalie Löwenberg)


Kurzinhalt:
Andy (John Morris / Oliver Cresswell) liebt seine Spielzeuge, allen voran den Cowboy Woody (Tom Hanks / Peer Augustinski), mit dem er schon so viele Abenteuer bestanden hat. Was Andy nicht weiß, wenn er nicht hinsieht, gehen seine Spielsachen, darunter Charlie Naseweis (Don Rickles / Hartmut Neugebauer), der Dinosaurier Rex (Wallace Shawn / Ernst Wilhelm Lenik), Slinky Dog (Jim Varney / Peter Thom) oder sogar Porzellinchen (Annie Potts / Alexandra Mink) ihrem Tagesgeschäft nach. Immerhin müssen sich die Spielsachen auch bei Laune halten. Aufregung herrscht immer, wenn Veränderungen oder Feste anstehen, immerhin könnten bei letzterem Andy auch neue Spielsachen geschenkt werden und wer möchte schon ausrangiert werden?
Da der Umzug in ein neues Haus ansteht, wurde Andys Geburtstagsparty vorverlegt und zu allem Überfluss bekommt Andy auch noch eine Buzz Lightyear (Tim Allen / Walter von Hauff) Actionfigur geschenkt. Diese nimmt schnell Woodys Platz ein, der darauf sinnt, wieder Andys Lieblingsspielzeug zu werden. Doch Woodys Plan, Buzz dezent loszuwerden, geht schief und schon bald finden sich beide in den Fängen des Nachbarkinds Sid (Erik von Detten / Dimitri Guldner) wieder, der zum Spaß gerne Spielzeug foltert. Außerdem fahren bald die Umzugswagen vor ...


Kritik:
Als mit Toy Story vor 15 Jahren der erste vollständig computeranimierte Trickfilm in den Kinos startete, sahen viele darin einen blasphemischen Angriff auf die handgezeichnete Filmkunst. Wie sollten die Figuren aus dem Computer auch nur im Ansatz jene Wärme und Herzlichkeit besitzen wie Charaktere, die in jedem Bild von Hand gezeichnet wurden? Heutzutage ist dieses Argument nur einen Eintrag in den Geschichtsbüchern wert. Die Pixelanimation hat das Genre nicht revolutioniert, es hat ein neues erschaffen. Dass dies nicht gleichzeitig das Ende der Zeichentrickfilme bedeuten muss, hat Disney nach einem jahrelangen Produktionsstopp klassischer Zeichenabenteuer selbst erkannt, als mit Küss den Frosch [2009] endlich wieder ein großteils handgezeichnetes Märchen veröffentlicht wurde.
Toy Story begründete dabei nicht nur den Erfolg der Animationsschmiede Pixar, sondern ermöglichte es, dass Filme wie Shrek - Der tollkühne Held [2001] oder Ice Age [2002] überhaupt erst gemacht werden konnten. Wer, wie dieser Rezensent, den Film seinerzeit im Kino gesehen hat und ihn nun nach vielen Jahren wieder anzuschauen gedenkt, der mag für einen Moment daran zweifeln, wie schmeichelhaft die Zeit mit Toy Story umgegangen ist. Immerhin hat sich die Technik in den letzten 15 Jahren stark weiterentwickelt. Die Überraschung ist entsprechend groß, wenn man feststellen darf, dass die Pixelkünstler nicht nur für die damalige Zeit Bahnbrechendes erschaffen haben. Zugegeben, die Menschen oder auch Umgebungen wie das Gras scheinen nicht auf der Höhe der Zeit, doch an den Oberflächen der Spielzeuge, der Tische und Böden gibt es nichts zu beanstanden. Diese wirken natürlich und dem Spielzeuglook entsprechend sehr glatt. Aber auch Unebenheiten wie eine gewebte Zudecke, Spiegelungen an Heizungsrohren oder die Lichtbrechung an Buzz' Raumfahrerhelm (oder den dezent angebrachten, abperlenden Regentropfen an der Fensterscheibe) sind heute kaum besser zu machen. Auch die Bewegungen der Figuren wirken natürlich – sofern dies bei Spielzeugfiguren möglich ist. Die Pixar-Animateure beschränken sich glücklicherweise zum großen Teil auf diejenigen Dinge, die mit der damaligen Technik auch überzeugen darzustellen waren. So gibt es zwar zurückhaltend angebrachte Unschärfen und auch rasante Kamerafahrten zu bestaunen, so ausgereift oder zur Perfektion veredelt wie beispielsweise bei Ratatouille [2007] sind sie jedoch noch nicht.

Wodurch Toy Story aber auch nach all den Jahren überzeugt ist eine Geschichte, die nicht nur bei mehrmaligem Ansehen gewinnt, sondern die man mit mehr Jahren Lebenserfahrung vielleicht auch anders wahrnimmt wie im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter. Bereits in ihrem ersten Film gelang es den Geschichtenerzählern, Zuschauer verschiedenen Alters mit unterschiedlichen Themen gleichzeitig anzusprechen. So mögen Kinder in Toy Story einen Appell sehen, ihr Spielzeug pfleglich zu behandeln und vor allem mit dem auszukommen, was sie haben, denn was nützt einem alles Spielzeug, wenn das allermeiste gar nie zum Spielen hergenommen wird? Die Erwachsenen werden sich hingegen eher mit Woody identifizieren, der in dem neuen und energiegeladenen Buzz nicht nur eine Konkurrenz sieht, sondern bald schon glaubt, ausrangiert worden zu sein. Gerade in der heutigen Zeit ist die Angst, ersetzt zu werden, nicht unbegründet und beschäftigt verständlicherweise viele Menschen auf der Welt. Die Aussage der Geschichte ist umso hoffnungsvoller, zumal auch der aufstrebende Held seine Grenzen erkennen lernen muss.
Gespickt ist die Erzählung wie in späteren Filmen auch, mit vielen Anleihen und versteckten Witzen zusätzlich zu einem Humor, der gleichermaßen von der Situationskomik und spitzen Dialogen lebt. Das ungleiche Duo Woody und Buzz bekommt im Englischen Leben durch Tom Hanks und Tim Allen eingehaucht. Umso erfreulicher, dass die deutsche Synchronisation mit Peer Augustinski und Walter von Hauff in nichts nachsteht. Die Geschichte führt dem fantasiefreudigen Zuschauer die heimischen Kinderzimmer in einem unbekannten Licht vor, zeigt wie die Spielsachen und Puppen zum Leben erwachen, wenn niemand hinsieht. Welches Kind hat sich dies nicht immer vorgestellt? Und wieso haben wir Erwachsenen diese Begabung verloren? Regisseur John Lasseter lässt das Publikum jene Unbeschwertheit erneut genießen, die man häufig der Kindheit zuschreibt. Und dieses Kunststück gelingt ihm heute ebenso wie vor 15 Jahren. Das macht Toy Story zu einem zeitlosen, nach wie vor toll getricksten Klassiker.


Fazit:
Liegen die Spielsachen wirklich genau gleich, wenn man nach ein paar Stunden wieder ins Zimmer kommt? Oder haben sie sich doch ein wenig bewegt? Die fantasievolle Ausgangslage von Toy Story spricht grundsätzlich jeden an, der einmal Kind war – und dies auch zugibt. Gleichzeitig werden sich manche aber auch in Woody wieder erkennen, der fürchtet auf die Ersatzbank geschoben zu werden, nun da Buzz im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht.
Technisch merkt man zwar manchen Kleinigkeiten an, dass Toy Story vor 15 Jahren das Genre der computeranimierten Spielfilme überhaupt erst begründete, doch kann der Film auch heute noch problemlos bestehen und durch viele Details überzeugen. Dank der gelungenen Komik, der plastischen Spielzeugfiguren und des charmanten Buddy-Duos Woody und Buzz, garantiert John Lasseters Meilenstein auch heute noch gelungene Abendunterhaltung für alle Altersklassen.


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