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The Mechanic [2011]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 10. Oktober 2011
Genre: Action / Thriller

Originaltitel: The Mechanic
Laufzeit: 93 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2007
FSK-Freigabe: keine Jugendfreigabe

Regie: Simon West
Musik: Mark Isham
Darsteller: Jason Statham, Ben Foster, Tony Goldwyn, Donald Sutherland, Jeff Chase, Mini Anden, James Logan, Eddie J. Fernandez, Joshua Bridgewater, John McConnell, Christa Campbell


Kurzinhalt:
Der Auftragskiller Arthur Bishop (Jason Statham) erledigt seine Aufgaben auf Wunsch so, dass es wie ein Unfall aussieht, oder auch, dass der Verdacht auf Dritte gelenkt wird. Er ist, was man in seinem Berufsfeld einen Mechaniker nennt. Sein jüngster Auftrag macht ihm jedoch zu schaffen, immerhin soll er seinen Mentor Harry (Donald Sutherland) töten. Hierfür liefert ihm sein Auftraggeber Dean (Tony Goldwyn) überzeugende Beweise, die Harry kompromittieren.
Wenig später wendet sich der junge Steve (Ben Foster) an Bishop mit der Bitte, ihn auszubilden. Er will Rache für den Mord an einem Familienmitglied nehmen. Arthur willigt ein, wohl wissend, dass er selbst damals den Auftrag ausgeführt hat. Doch dann entdeckt er, dass die Beweise, die ihm Dean wegen Harry vorgelegt hat, getürkt waren. So geht er auf seinen persönlichen Rachefeldzug, während ihm Dean alle möglichen anderen Killer auf den Hals hetzt ...


Kritik:
Obwohl Jason Statham noch gar nicht so lange im Filmgeschäft tätig ist, assoziiert man seinen Namen wie keinen anderen mit aktuellen Actionfilmen. Das mag daran liegen, dass er in den vergangenen zehn Jahren in den bekanntesten zu sehen war oder daran, dass man sich dieses Jahr ansieht und feststellt, dass er bereits in vier solcher Produktionen vor der Kamera stand. Man muss sich beinahe fragen, ob er jemals in einem Film mitgewirkt hat, ohne darin eine Waffe abfeuern zu müssen? Das Actiongenre macht heute wie vor 20 oder 30 Jahren jedoch keine Schauspiellegenden, sondern Genreikonen. Kaum jemand wird Arnold Schwarzenegger nachsagen, er wäre ein begnadeter Darsteller, dafür ist er umso bekannter als der Mann fürs Grobe. Auch Sylvester Stallone ist weniger für seine Arbeiten hinter der Kamera bekannt, als für sein Talent, ein möglichst großes Inferno auf der Leinwand abzubrennen. Statham ist mit seinem ernsten, verkniffenen Blick dabei nicht untalentiert, doch scheint er mehr auf seine Körperbeherrschung abonniert. The Mechanic reiht sich bei all denjenigen Filmen ein, die anspruchslose Action nicht sehr zimperlich präsentieren und dabei außer den Augen und Ohren nicht Vieles beim Publikum ansprechen.

Beinahe schlimmer noch ist, dass ausschließlich Figuren präsentiert werden, die unsere Sympathien nicht verdienen und doch darum buhlen. Sei es Auftragskiller Arthur Bishop (Statham), der von der Organisation für die er arbeitet, den Auftrag bekommt, seinen Mentor (Donald Sutherland) zu töten. Obwohl er für gewöhnlich keinen Wert auf einen Grund legt, macht er sich daran, den Leiter der Organisation, Dean, aufzusuchen und nach den Gründen zu fragen. Wie Bishop später jedoch feststellen muss, waren die Beweisfotos, die ihm vorgelegt wurden, fingiert und so sinnt er auf Rache gegen Dean.
Soweit folgt The Mechanic einer Formel, die man unzählige Male bereits erzählt bekommen hat. Was der Geschichte die unerwartete Wendung verleiht ist Steve, gespielt von einem destruktiv vor sich hin brütenden Ben Foster, der nicht weiß, von wem sein Elternteil ermordet wurde, und der Bishop um Hilfe bittet, ihn auszubilden, um dann den Mord zu rächen. Arthur willigt ein, obwohl er damals den Auftrag ausgeführt hat, und nimmt Steve unter seine Fittiche, ehe sie dann gemeinsam gegen Dean vorgehen. Wohin dies führt, ist absehbar, und es bleibt einzig die Frage, wann Steve hinter Arthurs Geheimnis kommt und auch, wie Arthur damit umgehen wird.

Auftragskiller, die sich von einem Moment auf den anderen für das "warum" interessieren, sollten ihre Profession meist vorher schon an den Nagel hängen. Regisseur Simon West erzählt seinen Actionfilm überdies weder mit einem Augenzwinkern angesichts der Absurdität der verschiedenen Entscheidungen der Figuren, noch als Plädoyer für ein Leben mit Gewissen. Wenn Arthur irgendwann mit markig rauer Stimme bemerkt, es täte ihm Leid, was passiert ist, und man Steves Antwort dazu vernimmt, klingt dies zwar nicht weniger klischeebeladen als in Actionkrachern aus den 1980er Jahren, doch gibt es hierfür keinen Nostalgiebonus. Gewissensbisse, seinen Mentor zu töten, erträgt Bishop wie ein Mann und wenn der gemeinsame Feind mit ausdrucksloser Mine vom ungleichen Duo irgendwann niedergestreckt wird, ehe danach Musik wie im Western einsetzt, bekommt man das Gefühl, als ob die Männer dies tun, weil es Männer eben tun müssen. Eine moralische Aussage gibt es nicht, oder aber sie ist im Kugelhagel umgekommen.
Dies kann The Mechanic verzeihen, wer sich auf eine solche Geschichte einlassen will. Wer aber darauf hofft, dass am Ende alle zur Rechenschaft gezogen werden, wird enttäuscht. Einen wirklichen Helden oder eine Identifikationsfigur gibt es nicht. Es gibt böse Männer und ganz böse Männer und nach diesem simplen Schema ist das Drehbuch auch gestrickt.

In gewisser Weise ärgerlich ist das nur, weil es handwerklich nicht viel zu bemängeln gibt. Auch wenn die Nahkampfszenen nicht wirklich mitreißen und auch die Feuergefechte nicht atemlos spannend geraten sind, die Optik allein überzeugt wie auch die Darsteller. Nur was sie verkörpern interessiert nicht wirklich und wer darauf hofft, dass es außer Explosionen und Schießereien auch inhaltlich zur Sache geht, der wird enttäuscht. Nicht nur, dass weit absehbar ist, was geschieht, wer den gezeigten Gewaltgrad nicht unterhaltsam findet, wird sonst nur leidlich unterhalten werden.


Fazit:
Es ist ein andauernder Trend, dass es nicht mehr Helden und ihre Widersacher in Actionfilmen gibt, sondern die Hauptperson selbst schon ein Widersacher ist. Doch statt diese Figuren als Antihelden zu entlarven und so immerhin moralisch aufzuklären, werden die Taten verherrlicht und so stilisiert, dass eine gewisse Klientel angesprochen wird. The Mechanic richtet sich an genau jenes Publikum, das Gewalt unterhaltsam verpackt sehen will und sich nicht darum kümmert, dass wer sie ausübt eine genauso widerliche Person ist, wie diejenige, gegen welche sie ausgeübt wird.
Wer sich damit abfindet bekommt einen von Regisseur Simon West handwerklich sauber inszenierten Actionfilm geboten, der nicht übermäßig spannend, dafür umso vorhersehbarer geraten ist. Damit hebt er sich zwar über den Durchschnitt der Filme von Jason Statham heraus, doch hat der auch schon gezeigt, dass mehr in ihm steckt.


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