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The Last Stand [2013]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 01. August 2013
Genre: Action / Thriller

Originaltitel: The Last Stand
Laufzeit: 107 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2012
FSK-Freigabe: keine Jugendfreigabe

Regie: Kim Jee-Woon
Musik: Mowg
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Luis Guzmán, Jaimie Alexander, Zach Gilford, Johnny Knoxville, Rodrigo Santoro, Forest Whitaker, Eduardo Noriega, Peter Stormare, Genesis Rodriguez, Christiana Leucas, Harry Dean Stanton


Kurzinhalt:
Auch wenn es sein freier Tag ist, Sheriff Ray Owens (Arnold Schwarzenegger) von Sommerton Junction hat immer ein wachsames Auge auf sein verschlafenes Städtchen. Dabei sind die meisten Bürger zu einem Sportereignis ausgeflogen, nur ein harter Kern ist zurückgeblieben. Ray fallen zwei Trucker auf, die nicht ins Bild passen und wie sich später herausstellt, sind sie Teil eines Spezialtrupps unter Leitung von Burrell (Peter Stormare), die bei Sommerton einem geflohenen Schwerverbrecher den Sprung über die mexikanische Grenze ermöglichen wollen.
Der Drogenbaron Gabriel Cortez (Eduardo Noriega) konnte in Las Vegas dem FBI entfliehen und hat auch die Agentin Richards (Genesis Rodriguez) in seine Gewalt gebracht. Den Weg bis Sommerton legt er in einem modifizierten Sportwagen zurück, der schneller fährt als sämtliche Einsatztruppen. Der Einsatzleiter Bannister (Forest Whitaker), dem Cortez entkommen ist, alarmiert Owens, an dem es zusammen mit seinen Helfern Mike (Luis Guzmán), Sarah (Jaimie Alexander), Frank (Rodrigo Santoro) und Lewis (Johnny Knoxville) letztlich liegt, Cortez aufzuhalten. Aber was haben sie dem schwer bewaffneten Team um Burrell schon entgegenzusetzen ...


Kritik:
Sieht man sich das Einspielergebnis von The Last Stand an, könnte der Film, der eigentlich die Rückkehr Arnold Schwarzeneggers nach seiner Gouverneurs-Karriere auf die große Leinwand bedeuten sollte, genau das für ihn bedeuten: Sein persönlicher Showdown. Trotz verhältnismäßig geringer Produktionskosten für einen heutigen Actionfilm in Hollywood, blieb der Streifen nicht nur weit hinter den Erwartungen, sondern sogar international unterhalb seines Budgets. Woran der ausbleibende Erfolg festzumachen ist, werden die Verantwortlichen selbst versuchen, herauszubekommen. Wer mit der Erwartung an den Film herangeht, einen recht altmodisch gemachten Actionthriller für Erwachsene mit einer Menge Schwarzenegger im Zentrum zu sehen, der wird auf seine Kosten kommen. So ist er inhaltlich zwar konventionell und simpel gestrickt, aber deshalb nicht weniger kurzweilig.

Zehn Jahre nach seiner letzten Hauptrolle, zeigt der südkoreanische Regisseur Kim Jee-Woon Arnold Schwarzenegger als einen Action-Veteran, der weiß, worauf er sich einlässt. Er muss es richten, wenn alles andere versagt, stürzt sich aber nicht freiwillig in den Kugelhagel. Sieht man ihn zu Beginn, fällt durchaus auf, wie alt der 66jährige 'Gouvernator' inzwischen geworden ist. Hat man ihn damals in Terminator 2 – Tag der Abrechnung [1991] selbst im Kino gesehen, möchte man danach lieber gar nicht erst in den Spiegel schauen. Aber entgegen seiner Kollegen, die mit ihm in den 1980er und 90er Jahren das Genre im stählernen Griff hatten, spielt er als Sheriff Ray Owens eine Figur, die seinem Alter angemessen ist. Es gibt keine Liebesbeziehung für ihn und er ist weder unverwundbar, noch unbesiegbar. Stattdessen hat sich Owens in der Kleinstadt Sommerton Junction nahe der mexikanischen Grenze ein beschauliches Leben aufgebaut. Er genießt die Ruhe und kann zwar den Abenteuerdurst seines Deputys Jerry Bailey verstehen, weiß aber, wie es ist, wenn man zu viel davon gesehen hat. Als das Städtchen auf Grund einer Sportveranstaltung beinahe ausgestorben ist, machen sich darin zwielichtige Gestalten breit. Sie sind Helfer eines Drogenbarons, der in Las Vegas aus der Haft des FBI ausgebrochen ist und mit einem Fahrzeug, das schneller fahren kann als ein Helikopter fliegen, auf der Flucht über die Grenze. Sie müssen durch Sommerton – und Owens und seine wenig kampferprobten Deputies sind die einzigen, die sie aufhalten können.

Dass der entflohene Cortez dabei Hilfe von einem Verräter des FBI hatte, ist ebenso absehbar, wie die Tatsache, dass das letzte Gefecht zwischen ihm und Owens ausgetragen werden muss. Allerdings birgt The Last Stand auch einige Überraschungen. So kann man kaum erahnen, was mit dem Schurken am Ende geschieht und auch die Tatsache, dass es ausgesprochen lange dauert, ehe sich der Sheriff und seine Helfer ein Gefecht mit den Bösewichten liefern, ist eher ungewöhnlich. Für Humor sorgt nicht nur der hier angenehm zurückhaltende Johnny Knoxville, sondern auch Luis Guzmán und nicht zuletzt die trockenen Kommentare von Schwarzenegger selbst.
Dass sein Alter früher oder später angesprochen werden muss, ist bei heutigen Filmen mit den Retro-Stars ein Grundgesetz. Aber während andere Produktionen ihren Hauptdarstellern im Minutentakt eine Anspielung darauf in den Mund legen – als würde man das Alter der Darsteller nicht erkennen können –, finden sich hier nur wenige Verweise. Und die sind außerdem gut gelungen.

Zwar gibt es eine Version des Films, die ab 16 Jahren freigegeben ist, Regisseur Kim Jee-Woon richtet seinen Actionthriller allerdings an ein erwachsenes Publikum, vermutlich auch, weil Arnold Schwarzenegger mit genau dieser Art Film seiner Zeit groß geworden ist. Doch es gibt einen Unterschied zwischen der gezeigten Brutalität der Filme damals und heute. Explosionen und sonstige Auswirkungen eines Schusswechsels mussten früher mit handfesten, herkömmlichen Make-up-Tricks umgesetzt werden. Darum waren sie entweder schnell geschnitten, oder aber nicht so ausufernd in Szene gesetzt – sonst hätte man gesehen, dass es nur ein Trick war. Wie viele andere Produktionen heute setzt auch The Last Stand auf digitale Effekte, gerade bei diesen Einstellungen und so erinnert mich The Last Stand in diesem Bezug an aktuelle Filme von Sylvester Stallone (John Rambo [2008]). Und das nicht im Guten. So absurd es im ersten Moment klingt, es hat vielleicht seinen Grund, weswegen manche Filme, die vor 25 Jahren zu Recht eine Freigabe ab 18 Jahren bekommen haben, inzwischen auf "ab 16 Jahren" heruntergestuft wurden, The Last Stand allerdings "ab 18 Jahren" freigegeben wurde. Notwendig ist die Gewaltdarstellung ohnehin nicht.


Fazit:
Es ist schön zu sehen, dass es die Helden der eigenen Jugend immer noch gibt und dass sie immer noch das Zeug dazu haben, die Leinwand Feuer fangen zu lassen. The Last Stand als Actionthriller nach alter Schule zu bezeichnen, stimmt bedingt. Aufmerksame Augen werden die digitale Kamera ebenso bemerken wie die digitalen Effekte – und das nicht nur in den unnötig splattrigen Einstellungen. Sieht man aber darüber hinweg, verbirgt sich hinter Kim Jee-Woons Film ein solide gemachter Unterhaltungskracher für Erwachsene, die auf Explosionen und Kugelhagel Wert legen.
Statt eine zu junge Rolle zu spielen, mimt Schwarzenegger seinen Sheriff mit der notwendigen Abgebrühtheit und einer gewissen Gefechtsmüdigkeit, die ihm vielleicht selbst entspringt. Zusammen mit den gut gelaunten Darstellern gelingt ihm ein überraschend charmanter Reißer, der zwar bei keinem der Beteiligten zu den besten Filmen gehört, aber erstaunlich unterhaltsam ausfällt. Zumindest für Genre-Fans.


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