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The Equalizer [2014]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 23. März 2015
Genre: Thriller / Action

Originaltitel: The Equalizer
Laufzeit: 132 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2014
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Antoine Fuqua
Musik: Harry Gregson-Williams
Darsteller: Denzel Washington, Marton Csokas, Chloë Grace Moretz, David Harbour, Haley Bennett, Bill Pullman, Melissa Leo, David Meunier, Johnny Skourtis, Alex Veadov, Vladimir Kulich


Kurzinhalt:

Bei seinen Kollegen im Baumarkt ist der eher zurückgezogene Robert McCall (Denzel Washington) durchaus beliebt. Seine freie Zeit verbringt er allein mit Büchern. Als er die sehr junge Prostituierte Teri (Chloë Grace Moretz) kennenlernt, will er ihr verständlich machen, dass sie ihr Leben ändern kann – doch dann wird Teri von ihrem Zuhälter Slavi (David Meunier) sehr schwer zugerichtet. Es zwingt Robert, wieder der Mensch zu werden, den er eigentlich versprochen hatte, hinter sich gelassen zu haben. Als der Kopf der Verbrecherbande den skrupellosen Teddy (Marton Csokas) in die Stadt holt, um den Mord an Slavi aufzuklären, muss Robert erkennen, dass er sich mit dem Ostküstenzweig der russischen Mafia angelegt hat ...


Kritik:
In The Equalizer spielt Denzel Washington einen Mann, der das Gleichgewicht wiederherstellt, wenn Unrecht geschieht. Das klingt freundlicher als zu sagen, dass er Selbstjustiz übt. Dass er dabei sowohl auf die brutalen Machenschaften der russischen Mafia stößt, wie auch auf korrupte Polizisten, macht es einfacher, mit ihm mitzufiebern, aber macht es was er tut richtig? Diese Frage umschifft Regisseur Antoine Fuqua in seinem düsteren, im Stil von Tony Scott (Unstoppable - Außer Kontrolle [2010]) inszenierten Thriller gekonnt.

Er stellt Robert McCall als jemanden vor, den die Geister seiner Vergangenheit so sehr verfolgen, dass er nachts nicht schlafen kann. So setzt er sich regelmäßig morgens um zwei Uhr in ein Diner und liest in einem Buch. Dabei macht er die Bekanntschaft der sehr jungen Teri, deren eigentlicher Name Alina ist. Sie muss sich für den Russen Slavi prostituieren und wird, nachdem sie sich gegen einen gewalttätigen Kunden gewehrt hat, von ihrem Zuhälter krankenhausreif geprügelt. Dieses Ereignis lockt den Kampfspezialisten Robert, der in einem Baumarkt arbeitet, aus der Reserve.

Dass er den Bösewichtern grundsätzlich die Wahl lässt, ob sie das Richtige tun, oder er sie für ihre Verbrechen zur Rechenschaft ziehen wird, verpackt The Equalizer nicht so auffällig oder mit dem immer selben markigen Spruch, wie es in anderen Filmen der Fall wäre. Regisseur Fuqua ist sich der Tatsache wohl bewusst, dass die Story seines Erwachsenen-Thrillers alles andere als neu ist. Aber statt sie wie in vielen anderen Filmen zu zelebrieren, präsentiert er sie zurückhaltend und lässt den Darstellern Zeit, ihre Figuren zur Geltung zu bringen. Denzel Washington zeichnet das Bild eines zurückhaltenden Mannes mit einer Vergangenheit, die im Dunkeln bleibt. Sein obsessives Zwangsverhalten, wie das Arrangieren des Geschirrs und Bestecks oder das Verpacken und Zubereiten des Tees im Diner, wird nicht in epischer Breite dargelegt, sondern subtil eingebracht.

So charmant und freundlich zurückhaltend sein Auftreten gegenüber seinem Kollegen Ralphie ist, dem er beim Bestehen der Wachmannprüfung hilft, so kalt und unnachgiebig ist er gegenüber den Schurken, denen er begegnet. Die finalen Momente im letzten Gespräch zwischen ihm und Teddy, dem vom Kopf des Verbrecherrings eingebrachten Spezialisten, der den Mord an Slavi aufklären soll, zeigen Washingtons Wandlungsfähigkeit auf bestechende Art und Weise. Die Tatsache, dass er eben kein durchtrainierter Superheld ist, sondern ein paar Pfund zu viel auf die Waage bringt, macht sein Auftreten als Elite-Agent im Ruhestand nur authentischer. Marton Csokas ist als einer der skrupellosesten und kältesten Widersacher, die seit langem in Thrillern zu sehen waren, brillant besetzt, während die junge Chloë Grace Moretz hier eine Verletzlichkeit beweist, die sie in den letzten großen Filmrollen nie zeigen durfte.

Die Besetzung veredelt den Thriller merklich, dessen Inszenierung mit vielen interessanten Perspektiven und einem gelungenen Szenenaufbau überzeugt. An manchen Stellen, insbesondere wenn das Geschehen aus McCalls Sicht kurz vor den Faustkämpfen gezeigt wird, erinnert das frappierend an einen Stil, den Tony Scott in den letzten 10 Jahren seines Schaffens mit geprägt hat, doch scheint es hier nicht in dem Maße übertrieben stilisiert geschnitten, sondern mit Bedacht eingesetzt. Das heißt nicht, dass The Equalizer ein außergewöhnlicher Thriller ist, es ist vielmehr einer, wie er schon seit einiger Zeit nicht mehr gemacht wurde.


Fazit:
Auch wenn Robert McCall als Figur durchaus interessant ist, man erfährt nicht viel über ihn oder irgendeinen anderen Charakter im Film. Sie alle sind Mittel zum Zweck, einen durchaus spannenden Thriller zu erzählen, der im Mittelteil mit mehreren Aktionen von Roberts Seite, um Ungerechtigkeiten auszugleichen, etwas zu lang geraten ist. Handwerklich gelungen und stilsicher umgesetzt, sind es die Darsteller, die den größten Reiz ausmachen.
Da The Equalizer nicht sehr zimperlich mit Gewalt umgeht, richtet er sich eindeutig an ein erwachsenes Publikum. Dieses wird nach dem überraschend einfallsreichen Finale auch mit anderen Augen durch einen Baumarkt gehen. So gelungen das als stellenweise brachiale Unterhaltung ist und so sehr man einen weiteren Einsatz des Agenten auch befürworten würde, es gibt gerade bei den Figuren noch einiges, was man verbessern könnte.    


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