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Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith [2005]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 26. Mai 2005
Genre: Science Fiction / Action

Originaltitel: Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith
Laufzeit: 140 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2005
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: George Lucas
Musik: John Williams
Darsteller: Ewan McGregor, Natalie Portman, Hayden Christensen, Ian McDiarmid, Samuel L. Jackson, Jimmy Smits, Frank Oz, Anthony Daniels, Christopher Lee, Wayne Pygram, Rohan Nichol, Kenny Baker, Peter Mayhew, Joel Edgerton, Bonnie Piesse, Matthew Wood


Kurzinhalt:
Drei Jahre verwüsten die Klonkriege nun die Galaxie und in einem kühnen Schachzug hat General Grievous (Matthew Wood) den Senat und Kanzler Palpatine (Ian McDiarmid) selbst angegriffen. Nur mit Mühe gelingt es den beiden Jedi Anakin Skywalker (Hayden Christensen) und Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor), Grievous zurück zu drängen. Doch die Jedi werden immer weiter dezimiert und selbst Meister Yoda (Frank Oz) sieht keinen Ausweg aus der misslichen Lage. Als Anakin zudem Alpträume um den Tod seiner inzwischen schwangeren Ehefrau Padmé Amidala (Natalie Portman) plagen, lässt er sich fatalerweise auf einen Pfad ein, der ihn immer weiter von den Werten der Jedi entfernt.
Während Obi-Wan auf eine Mission gesandt wird, Grievous zur Strecke zu bringen, verfällt Anakin weiter einem Lord der Dunklen Seite, wohingegen bei Jedi-Meister Mace Windu (Samuel L. Jackson) und Senator Bail Organa (Jimmy Smits) der Verdacht aufkommt, dass der Senat der Republik schon lange von dunklen Mächten kontrolliert wird.


Kritik:
Es ist erst wenige Monate her, da sagte Ewan Gordon McGregor, er würde keine Autogramme mehr geben – der Grund dafür seien jedoch nicht die Fans, sondern diejenigen, die die Autogramme dann wieder für viel Geld verkaufen würden. Am 31. März 1971 in Großbritannien als Sohn zweier Lehrer geboren, fand McGregor schon früh seinen Weg zum Theater. Ansich belegte er auch einen dreijährigen Schauspielkurs, verließ diese Schule jedoch kurz vor dem Abschluss, um bei der Miniserie Lippenstift am Kragen [1993] mitwirken zu können. Kurz danach markierte Kleine Morde unter Freunden [1994] die erste von einer ganzen Reihe Zusammenarbeiten mit Regisseur Danny Boyle, dem auch der zum Kultfilm erhobene Trainspotting [1996] angehört. Wenig später war McGregor im erfolgreichen Remake des dänischen Thrillers Freeze - Alptraum Nachtwache [1997] zu sehen, ehe er sich mit Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung [1999] einen Traum erfüllen konnte. Nicht nur, dass er die originale Trilogie als Kind sehr oft angesehen hatte, sein Onkel Denis Lawson spielte auch die Rolle des Wedge Antilles, was letztlich McGregor veranlasste, ins Showbusiness zu gehen. Als junger Obi-Wan Kenobi wurde er schlagartig weltweit berühmt, musste jedoch im darauffolgenden Jahr eine herbe Enttäuschung hinnehmen: Auch wenn er für die Hauptrolle in The Beach ursprünglich gedacht war, ging die Rolle letztlich an Leonardo DiCaprio. Zwar wurde diese Entscheidung als Studio-Politik begründet, doch wechselte McGregor seitdem kein Wort mehr mit Regisseur Boyle. Dafür konnte er mit Moulin Rouge! [2001] einen internationalen Hit landen, der ihm auch zahlreiche Preise und Nominierungen einbrachte. Auch zwischen den Star Wars-Filmen blieb er aktiv und hat zudem für 2005 mehrere Projekte angekündigt. Seit 1995 ist Ewan McGregor mit Eve Mavrakis verheiratet, mit der er auch zwei Töchter hat. Auch wenn er Schwierigkeiten beim Dreh der drei Star Wars-Filme einräumte, schon auf Grund der immensen Arbeit vor dem Blue-Screen, hat er seine Teilnahme an der Saga doch genossen: "Ich habe beinahe 20 Jahre auf mein eigenes Lichtschwert gewartet. Nichts ist cooler, als ein Jedi-Ritter zu sein", so McGregor in einem Interview.
Er gehört auch zu den Lichtblicken in Episode III, dem Abschluss von George Lucas Star Wars-Kinosaga, mit dem sich der Autor und Regisseur gleich mehrere Wünsche erfüllen konnte, darunter auch der Titel; zwar wollte er bereits in der alten Trilogie die "Rache" unterbringen, doch bot sich das erst nun mit Die Rache der Sith wirklich an. Dass die Zuschauer in die Kinos strömen würden, war abzusehen, doch wusste niemand, ob der Autor bei der letzten Episode seine Versprechungen würde einhalten können, und den Übergang zwischen der neuen und der alten Trilogie wirklich glücken würde. Aber auch wenn Star Wars: Episode III unter vielen Schwächen der vorangegangenen Episoden leidet, letztlich überzeugt der Film genau den Belangen, die man sich als Fan gewünscht hat.

Die bedauerlicherweise zu erwartenden Enttäuschungen muss man auch hier wieder beim Drehbuch, speziell bei den Dialogen erwarten, die zwar bisweilen ganz gut geraten sind, aber insbesondere bei der Liebesbeziehung zwischen Anakin und Padmé geradezu groteske Ausmaße annehmen. Es scheint dem Autor schlichtweg nicht zu gelingen, seinen Figuren Emotionen in den Mund zu legen, entweder erscheint der Dialog dann platt und klischeebeladen, oder aber so überfrachtet und dick aufgetragen, dass vor dem Herz der Protagonistin eher das Gehirn des Zuschauers bricht. Auch die Zeilen von Mace Windu kommen ohne Tiefgang oder Bedeutung daher, wohingegen Jedi-Meister Yoda und Obi-Wan Kenobi einige sehr gute, hintersinnige und auch stimmige Szenen zugeschrieben bekommen. Außerdem bleibt auch der baldige Imperator Darth Sidius hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück, zwar besitzt er einige wirklich gute Momente, erscheint aber bei weitem nicht so enigmatisch oder unnahbar wie in den späteren Episoden.
So sollte man sich als Zuschauer darauf einstellen, dass die Tage, in denen Yoda über die Macht sinnierte lange vorbei sind, und George Lucas ohne die Hilfe eines anderen Autoren selbige Qualitäten nicht zu erreichen vermag – doch gelingt dem Filmemacher hier das, was viele Zuschauer im Vorfeld für kaum möglich hielten: Mit so vielen, teils gut versteckten, teils offen dargebrachten Details gelingt ihm tatsächlich ein fließender Übergang zwischen der neuen Trilogie und der alten, und das sowohl in der Story selbst (und deren Verlauf), aber auch bei vielen Kleinigkeiten innerhalb der einzelnen Szenen. Dies können verständlicherweise vorrangig Fans genießen, denen die alte Trilogie bekannt ist, wird aber nie so eingebracht, dass es den Film selbst stören würde.
Erstaunlich ist dabei zweifelsohne, dass Episode III bei weitem nicht so vorhersehbar geraten ist, wie es viele vermutet hatten, stattdessen gibt sich die erste Hälfte des Filmes aber relativ mau. Die Figur des General Grievous, der ansich für die überschätzte Anime-Serie Star Wars: Clone Wars [seit 2003] entwickelt wurde und hier einen eher peinlichen Auftritt genießt, mag zwar für diejenigen interessant sein, die sich in einem vor Kinostart erschienen Buch über seine Hintergründe informiert haben, alle anderen werden aber weder verstehen, weswegen ein Cyborg husten soll, noch weshalb er nicht schon lange von den Jedi-Rittern neutralisiert wurde. Als Bösewicht erscheint er bisweilen unfreiwillig witzig, doch nie bedrohlich. Ähnlich ergeht es Count Dooku, der zu Beginn einen Kurzauftritt spendiert bekommt, aber kaum etwas zu tun hat – gerade zu Beginn erscheinen auch die Witze mit R2-D2 viel zu aufdringlich und erzwungen, dabei aber selten originell. Es dauert eine knappe Stunde, ehe Die Rache der Sith sich zu dem wandelt, was viele Fans erhofft hatten, und als Darth Sidius schließlich den Befehl gibt, alle Jedi zu töten, offenbart sich dem Zuschauer schließlich, was sich wirklich hinter Darth Vader verbirgt. Dieser Wandlung – die zwar zu schnell stattfindet, aber nichtsdestoweniger eindrucksvoll geraten ist – beizuwohnen, hebt den dritten Teil der Prequel-Trilogie über seine Vorgänger hinaus, und zu sehen, wie sich in den letzten 20 Minuten ein Puzzlestück zum anderen fügt, um letztlich auf Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung [1977] hinzuarbeiten, ist eine Freude. So ist der eigentliche Abschluss des Films wie erwartet sehr tragisch und auch dramaturgisch gelungen, verdeutlicht zuvor bereits sehr plastisch, wie Anakin Skywalker zu Darth Vader wurde und bringt die Saga damit zu einem zufrieden stellenden Abschluss.
Zwar werden leider nicht alle losen Enden aufgefangen, doch immerhin die meisten, und gerade die letzten Einstellungen der jeweiligen Figuren, dabei insbesondere diejenige von Obi-Wan Kenobi auf Tatooine, entschädigen für die eher schleppende erste Hälfte des zwar dialogtechnisch schwachen, aber vom Szenenaufbau her soliden Skripts.

Die Darsteller zollen es Autor und Regisseur George Lucas mit ihren bislang besten Leistungen in der Saga, allen voran Ewan McGregor, der in die Rolle des Jedi-Meisters nicht nur merklich hinein gewachsen ist, sondern die Bewegungen von Alec Guinness aus der alten Trilogie so präzise studierte, dass Fans das Bonbon in seiner letzten Szenen ohne Zweifel erkennen werden. Zwar durchweg engagiert scheint McGregor ebenfalls in den ersten 20 Minuten seine schwächsten Auftritte zu haben, wohingegen er Obi-Wans Trauer und Verzweiflung angesichts des Niedergangs seines Schülers Anakin sehr gut zur Geltung bringt.
Genau umgekehrt ergeht es Ian McDiarmid, der als Kanzler Palpatine so gekonnt agiert wie in den letzten beiden Filmen, aber in seiner anderen Rolle zu übertrieben erscheint, was jedoch auch an der deutschen Synchronfassung liegen mag.
Eine überaus schwierige Rolle hat sicherlich Hayden Christensen, der für seine Darbietung in Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger [2002] viel Kritik einstecken musste, hier aber dafür außerordentlich überzeugend mimt. Nicht nur, dass er über 10 Kilogramm an Muskelmasse für die Rolle aufbaute, zusammen mit Ewan McGregor trainierte er auch zwei Monate für den Finalen Lichtschwertkampf. Seine schwächsten Momente hat er dabei mit Natalie Portman, mimisch hat er sich seit der leztzten Episode aber sichtlich weiter entwickelt und passt in die Rolle ansich sehr gut. Selbiges kann man von Natalie Portman leider nur in denjenigen Szenen sagen, in denen sie keinen Dialog besitzt. Schauspielerisch ist sie dabei nicht wirklich schlecht, wenngleich die schlechteste in Episode III, doch die vom Drehbuch vorgegebenen Texte könnte wohl niemand vernünftig vortragen. Padmés Szenen mit Anakin markieren die Tiefpunkte von Die Rache der Sith und hätten ansich komplett neu geschrieben werden müssen. In der Form sieht man Portman zwar ihr Bemühen an, aber ihre Leistung bleibt trotz alledem unterdurchschnittlich.
Ebenso bei Samuel L. Jackson, dessen einziger wirklicher Auftritt – die Konfrontation mit Darth Sidius – nicht nur schlecht gefilmt ist, sowohl inhaltlich, als auch bei den kurzen Gesprächen werden hier zu viele Chancen verschenkt, zu wenig den Darstellern letztlich abverlangt, als dass diese hier zur Höchstform auffahren könnten.
Die Auftritte von Anthony Daniels und Christopher Lee sind zwar solide geraten, aber in beiden Fällen sehr kurz ausgefallen, wohingegen Jimmy Smits als Senator Bail Organa ein paar sehr interessante und gute Szenen zugeschrieben bekommt.
Alles in allem spalten sich die Darsteller in zwei Lager – je nachdem, wie viel Spielraum ihnen das Skript einräumt. Das ist bisweilen erstaunlich viel, bei anderen jedoch sehr wenig.

Inwiefern man für die wirklich gute, stellenweise sogar mit interessanten Kamerafahrten und eindrucksvollen Perspektiven gespickte Inszenierung (beim Schlusskampf sogar mit epischen und imposanten Aufnahmen garniert) letztlich Kameramann David Tattersall sei dahingetellt, denn auch wenn er einen großen Einfluss auf die Kamerawinkelwahl hatte, Vieles ist den Effektekünstlern und den Setbauern zu verdanken, da bei Episode III keine einzige Szene draußen, sondern alles im Studio gedreht wurde. Doch die Blickwinkel, die Tattersall wählt sind überaus gelungen, spielen geschickt mit den Größenverhältnissen der verschiedenen Figuren und ergeben zusammen mit dem durchdachten Schnitt von Roger Barton meist eine sehr gute Mischung.
Einige Szenen sind dabei zwar ganz und gar nicht geraten – wie der angesprochene Kampf zwischen Darth Sidius und Mace Windu – viele hingegen schon, wobei das mitreißende Finale exzellent gefilmt und geschnitten ist, und das auf beiden Ebenen.
Man hat das Gefühl, als hätte sich der Kameramann im zweiten Teil erst an die neue Digitale Technik gewöhnen müssen und konnte hier ihre Vorzüge schlielich auskosten. Das merkt man auch im Kino, gegebenenfalls der Saal ist entsprechend abgestimmt. Die Schärfe und der Detailgrad, zusammen mit den Farben sind wirklich beeindruckend.
Handwerklich gibt es bei Die Rache der Sith, mit einigen wenigen Ausnahmen, jedenfalls nichts zu bemängeln, lobenswert ist außerdem, dass die mitunter sehr brutalen Szenen nicht unnötig in die Länge gezogen oder ausgewalzt werden, gleichwohl die FSK-Freigabe nur als schlecht gemeinter Scherz gedeutet werden kann. Angesichts von abgetrennten Körperteilen, Verstümmelungen und Entstellungen richtet sich der letzte Teil der Prequel-Trilogie eindeutig an ein jugendliches Publikum ab 16 Jahren und ist keinesfalls für Kinder (egal ob ab 12, oder wie laut der neuen Gesetzeslage auch zulässig, für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung von Erwachsenen) gedacht.

Den Brückenschlag zwischen der alten und der neuen Trilogie zu schaffen war das Ziel aller Beteiligten – dass ihnen das gelungen ist merkt man einerseits an Details wie Bail Organas Diplomatenschiff, das auch in Episode IV wieder zu sehen ist, aber am offensichtlichsten an den Rüstungen der Klonkrieger, die einen Hauch mehr Ähnlichkeit denjenigen aus der alten Trilogie bieten, als noch in Episode II. So gibt es für Fans vieles zu entdecken, von offensichtlichen Anleihen wie dem Vorstellen von Captain Antilles einmal abgesehen.
Um die zahlreichen neuen Welten, die immense Raumschlacht zu Beginn und auch das brandgefährliche Finale zum Leben zu erwecken, mussten die Effektekünstler von ILM tief in ihrer Trickkiste graben. Was sie dabei erschufen, ist mit einem Wort beeindruckend. Zwar gibt es auch in dieser Episode einige Einstellungen, die nicht so gut gelungen sind, wie andere, doch diese sind mindestens noch "gut". Alle übrigen verschlagen einem nicht nur durch ihre schiere Masse, sondern auch durch den Detailreichtum und das lebensnahe Aussehen den Atem. Sei es eben die Raumschlacht zu Beginn, bei der in jeder Einstellung so viel zu entdecken ist, dass man das Bild ansich anhalten müsste, um es ganz in sich aufnehmen zu können, oder die noch lebendigere wirkende Stadtwelt Coruscant. Ohne Widerworte überragend ist außerdem das dynamische und temporeiche Finale, das nicht zuletzt durch die Lavafluten im Hintergrund so plastisch und bedrohlich wirkt, dass man die daraus resultierende Hitze beinahe spüren kann.
Wieviel sich dahingehend auch seit Episode II getan hat merkt man vor allem an der erneut rein per Computeranimation erstellten Figur des Yoda. Wirkte diese im letzten Teil noch zu verspielt, zu lebendig, haben die Macher hier genau die richtige Mischung gefunden und präsentieren eine lebensechte, facettenreiche und mimisch erstklassige Figur, bei der man sogar die Adern in den Ohrzipfeln sehen kann, wenn das Licht von hinten hindurch scheint. Ein solcher Detailreichtum war bisher schon kaum vorstellbar, bedenkt man aber zudem, dass all das in so gut wie jeder Einstellung im Film zu sehen ist, stehen die Münder der Zuschauer reihenweise offen – und das zurecht. Yoda ist dabei bislang sicherlich der Höhepunkt des Schaffens von Industrial Light & Magic, verweist aber durch seine Mimik und sein schieres Aussehen auch Gollum aus Der Herr der Ringe [2001-2003] auf den zweiten Platz, wenn auch nur knapp.
Dass ausgerechnet der real am Set anwesende C-3PO den Künstlern die größten Schwierigkeiten bereitete, ist nicht weiter verwunderlich, immerhin spiegelte sich auf seiner goldenen Rüstung der grüne oder blaue Hintergrund permanent und musste anschließend von Hand wieder wegretouschiert werden.
Das Effektefeuerwerk, das Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith auf der Leinwand entfacht, ist bislang ohne Umschweife beispiellos (man denke an die buchstäbliche Auflösung des Senats) und wird erst auf einem digitalen Medium wie der DVD seine volle Kraft entfalten können – denn so beeindruckend das alles im Kino ist, bei der Größe der Leinwand hat man gar nicht genügend Zeit, die vielen Details zu erkennen.

Dahingegen waren die Fans reihenweise enttäuscht, als wenige Wochen vor Kinostart der Soundtrack zum Film in den Regalen stand. Bereits bei der Eröffnungsfanfare konnte man heraushören, dass ohne Liebe für die Musik zu Werke gegangen wurde, und auch das restliche Ablum hört sich nach einer uninspirierten und schnellen Mischung aus bekannten und neuen Themen. Dabei vermissten viele Hörer bekannte Motive wie "Yoda's Theme", oder das Thema von "Luke & Leia", das sich ansich bei diesem Film leicht hätte einbinden lassen. Selbst die Musik des Abspanns auf der Soundtrack-CD schien lieblos zusammengestellt und ansich eines John Williams nicht würdig.
Hat man den Film jedoch gesehen, verfliegen diese Vorwürfe gegenüber dem Komponisten schnell wieder, denn offensichtlich war die Endmischung des Filmscores noch nicht abgeschlossen, als die CD in Produktion ging, so klingt nicht nur die Eröffnung anders, es tönt ein gänzlich anderer "End Title" aus den Lautsprechern in den Kinosälen. Zudem verwebt Williams sehr wohl alte Motive wie das Thema der Macht, Yoda's Melodie und auch die für Tatooine und Luke, sowie Leia spezifische Motive sind zu hören. So wirkt der Score im Film auch bedeutend einfallsreicher und vor allem passender, als bei Episode II, unterstützt gekonnt die jeweiligen Szenne und bietet doch immer wieder Wiedererkennungspunkte für Fans der Musik. Zwar ist auch hier kein eindeutiges Thema für Obi-Wan Kenobi zu hören, doch das Motiv "Battle of the Heroes", das sich wie ein roter Faden durch die Kämpfe zieht, dabei immer wieder mit dem aus Episode I bekannten "Duel of the Fates" abgewechselt wird (aus dem es ansich abgewandelt wurde) ist John Williams sehr gut gelungen und lädt auch zum mitwippen beim Ansehen des Films ein.
Zwei seiner Entscheidungen sind dabei außerdem äußerst mutig und auch gewagt; einerseits gibt sich Williams mit dem sehr düsteren, fast schon minimalistischen und von einem Chor begleiteten Stück "Anakin's Dark Deeds" oder "Anakin's Betrayal", das durchaus für Unbehagen sorgt und die Tragik der Szene gekonnt einfängt. Am überraschendsten ist dabei jedoch ohne Zweifel, dass bei der Montage von Darth Vader nicht (wie man annehmen möchte) der "Imperial March" zu hören ist, sondern das aus Episode I bekannte Motiv der Beerdigungszeremonie – was sichtlich dafür spricht, dass dem Komponist in dieser Szene etwas anderes wichtig war, als der pompöse Auftritt eines inzwischen zum Kult gewordenen Bösewichts. So ist der Score zu Star Wars: Episode III deutlich besser gelungen, als in der letzten Episode, besitzt außerdem viele sehr gute Momente und fügt sich erstklassig in den Film ein. Was John Williams beim letzten Teil vermissen ließ, macht er mit diesem Score (wie er im Film zu hören ist) problemlos wieder wett.

Dass George Lucas selbst einen Gastauftritt in der Episode übernimmt ist zwar bekannt, ihn zu entdecken hingegen aber schwer – ebenso wie den Rasenden Falken beim Landeanflug auf Coruscant zu entlarven.
Beinahe wäre auch Gary Oldman Teil der Star Wars-Saga geworden, sollte er doch die Sprechrolle von General Grievous übernehmen – bis er erfuhr, dass an der Produktion Darsteller beteiligt sind, die nicht der Gewerkschaft angehören, woraufhin er sein Angebot zurückzog. Obgleich Episode III vollständig im Studio entstand, waren Filmcrews sowohl in Thailand, als auch in der Schweiz und China unterwegs, um Motive für die Hintergründe auf Kashyyyk und anderen fremdartigen Welten zusammen, die dann verfälscht und in den Film integriert wurden – die einzige Außenset-Szene, die in Tunesien gedreht wurde und auf Tatooine spielt, drehte Lucas vor über drei Jahren beim Dreh zu Episode II, um nicht nach all den Jahren für eine Einstellung erneut mit der gesamten Filmcrew dorthin fliegen zu müssen.

Einer der größten Kritikpunkte der Fans an Die Rache der Sith ist die Tatsache, dass sich viele Jedi nicht wie solche verhalten würden, sondern entgegen ihrem Kodex auf Rache sinnen; dabei ist genau das ein Teil der Mythologie, die George Lucas in der Prequel-Trilogie einwob; immerhin versprach die Prophezeiung, dass Anakin die Macht in das Gleichgewicht bringen würde – sowohl die Sith, als auch die Jedi, die durch die Macht korrumpiert wurden.
Wie schon die vorangegangenen Teile ist auch Lucas Abschluss der Saga nicht makellos geraten, insbesondere das Drehbuch hätte man stellenweise überarbeiten müssen – und doch überzeugt die zweite Hälfte des Films, sowie die erstklassigen Spezialeffekte und Maskenarbeiten, die routinierten Darsteller und zahlreiche Details, mit denen Lucas die neue mit der alten Trilogie verbindet. Das wird wie schon die ersten beiden Episoden nur Fans interessieren, doch die bekommen mit Episode III einen würdigen und düsteren Abschluss geboten, der zwar nicht alle Erwartungen erfüllt, aber doch die meisten.


Fazit:
Wie bereits bei der ersten Trilogie (1977-1983) dauerte es auch bei der Vorgeschichte zu George Lucas Filmsaga sechs Jahre, ehe die Fans sich nun ein Gesamtbild der Vision des Regisseurs machen können. Aber auch wenn die ersten beiden Episoden bisweilen zu wünschen übrig ließen und auch Episode III – Die Rache der Sith nicht in allen Belangen überzeugt, entschädigt der Film mit einer exzellenten, düsteren und insbesondere für die Fans bewegenden zweiten Hälfte, die an Tragik und Dynamik alles in den Schatten stellt, was man in den übrigen neuen Episoden gesehen hat.
Zwar bleibt der Film in Sachen Charme und Originalität weiterhin hinter der alten Trilogie zurück, und einige Dialoge sollte man besser ohne Ton ansehen, doch gelingt Lucas hier ein Kunststück, das viele nicht für möglich hielten: Er verbindet sowohl im stilistischen Sinn, als auch auf vielen Storyebenen die neue Trilogie gekonnt mit der alten, auch wenn nicht alle losen Enden letztlich verwoben werden.
So ist Star Wars: Episode III als Abschluss ebenso gelungen, wie als Überleitung, ist gleichsam ein Geschenk an die Fans und die Erfüllung von Lucas Traum – und nach sechs Jahren Wartezeit enttäuschen die Macher hier nicht zuletzt durch die herausragenden Spezialeffekte und mitreissenden Actionszenen nicht.


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