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Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi [2017]

Wertung: 5.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 12. Dezember 2017
Genre: Science Fiction / Action / Fantasy / Thriller

Originaltitel: Star Wars: The Last Jedi
Laufzeit: 152 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2017
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Rian Johnson
Musik: John Williams
Darsteller: Daisy Ridley, Adam Driver, Oscar Isaac, Carrie Fisher, Mark Hamill, John Boyega, Laura Dern, Peter Mayhew, Benicio Del Toro, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Gwendoline Christie, Anthony Daniels, Jimmy Vee, Veronica Ngo, Lupita Nyong'o, Billie Lourd, Kelly Marie Tran


Kurzinhalt:

Nach dem Fall der Republik herrscht der Oberste Anführer Snoke (Andy Serkis) zusammen mit Kylo Ren (Adam Driver) und der unaufhaltsamen Ersten Ordnung über die Galaxis. Der Widerstand, unter der Führung von General Leia Organa (Carrie Fisher), steht kurz vor der Vernichtung, die auch der waghalsige Pilot Poe Dameron (Oscar Isaac) nicht abzuwenden vermag. Unterdessen versucht Rey (Daisy Ridley) zusammen mit Chewbacca (Peter Mayhew), den zurückgezogenen Jedi-Meister Luke Skywalker (Mark Hamill) dazu zu bewegen, dem Widerstand beim Kampf gegen die Erste Ordnung beizustehen. Doch Luke weigert sich und Rey entdeckt eine geistige Verbindung zwischen ihr und Ren. Als die verbliebenen Schiffe des Widerstands in einem tödlichen Katz-und-Maus-Spiel mit der Flotte der Ersten Ordnung gefangen sind, unternimmt der desertierte Sturmtruppler Finn (John Boyega) einen verzweifelten Rettungsversuch …


Kritik:
Wenn eines bereits nach den ersten Minuten von Die letzten Jedi deutlich wird, dann, dass Regisseur Rian Johnson genau weiß, was Fans von einem Star Wars-Film erwarten. Die Eröffnungssequenz allein stellt viele andere Science Fiction-Franchises in den Schatten und bietet dennoch nur einen Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Episode VIII fühlt sich dabei mehr noch als sein Vorgänger, Das Erwachen der Macht [2015], wie der Neubeginn eines neuen, großen Kapitels der vor inzwischen 40 Jahren begonnenen Weltraumsaga an.

Wie zeitlos und ikonisch der von Schöpfer George Lucas damals eingeführte Auftakt ist, sieht man auch daran, dass die berühmten Worte, die in die Sterne gleitenden Textzeilen und die majestätische Musik von John Williams immer noch so sehr fesseln wie eh und je. Seit Oberster Anführer Snoke in einem verheerenden Schlag die junge Republik vernichtet hat, herrscht die Erste Ordnung mit unerbittlicher Gewalt. Die einstige Regierung der Republik ist in der dezimierten Flotte des Widerstands auf wenige Schiffe geschrumpft. Snoke steht zusammen mit seinem Schüler Kylo Ren kurz vor deren Ziel: Der Vernichtung der Widerstandsbewegung.

Während Das Erwachen der Macht vielerorts dafür kritisiert wurde, die Geschichte und Struktur des ersten Films der Reihe, Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung [1977], über weite Strecken zu kopieren – selbst wenn die Atmosphäre nicht weniger treffend eingefangen wurde –, hat es eingangs gar den Eindruck, als würde Die letzten Jedi die Entwicklungen der Story weiter zurückdrehen wollen. In der Zeit nach dem finsteren Imperium, ist unter der Ersten Ordnung aus dem Widerstand nun wieder eine Rebellion gegen die etablierten Herrscher geworden. Wieder einmal sieht sich diese durch die galaktischen Schurken in die Ecke gedrängt, während die junge Rey auf der Suche nach einem Jedi-Meister ist, der sie lehren soll, die Macht zu nutzen, und das Universum ins Gleichgewicht zu bringen. Doch damit enden auch viele Gemeinsamkeiten mit den bisherigen Filmen.

Reys Geschichte setzt nahtlos dort an, wo sie in Das Erwachen der Macht endete, auf einer Insel mit Luke Skywalker. Doch er ist nicht derselbe Luke, den man erwarten würde, und die Unterschiede gehen über den Punkt weit hinaus, dass er sich weigert, Rey zu unterrichten. Immer wieder wechselt Filmemacher Johnson zwischen den unterschiedlichen Storysträngen um Rey und Luke, beziehungsweise die von Kylo Ren und Snoke an den Rand der Auslöschung verfolgten Rebellen. Neue Charaktere werden vorgestellt, wie die Widerstandskämpferin Rose, die mit Finn loszieht, Hilfe zu holen, während Poe Dameron und Leia verzweifelt versuchen, den Rebellen mehr Zeit zu verschaffen. Auch der Oberste Anführer Snoke nimmt eine bedeutend größere Rolle ein.

Würde man den unfairen Vergleich mit dem Kronjuwel der Star Wars-Saga anstrengen wollen, Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück [1980], dann fällt auf, dass jener Film das zuvor vorgestellte Universum erweiterte, Einblicke gewährte, dass dort mehr ist, als man bislang zu sehen bekam, während Die letzten Jedi die Geschichte trotz der Laufzeit verschlankt und in eine Richtung lenkt, die vermutlich nicht nur den kommenden Film maßgeblich beeinflussen wird.
Es dauert lange, ehe die neuen und bekannten Figuren aus ihren Komfortzonen gedrängt werden und über das hinauswachsen, was man bisher über sie wusste. Aber wenn sie es tun, offenbart es Aspekte, auf die Fans lange gewartet haben und die vermutlich nicht allen Kennern gefallen werden. Zu behaupten, man würde hier im Grunde eineinhalb Filme sehen, ist angesichts der Tatsache, wie viele Storybögen beendet und neue begonnen werden, keine Übertreibung. Vor allem das Finale auf dem Salzplaneten Crait erscheint auf Grund der schieren Länge (und des bombastischen Ausmaßes dessen, was unmittelbar zuvor geschieht) aufgesetzt, als hätte es ebenso gut den Anfang von Episode IX bilden können. Allerdings warten hier einige der besten Szenen für die Geschichte und die Figuren.

Fans werden sich in Die letzten Jedi zweifelsohne tadellos zurechtfinden. Das liegt auch an der hervorragenden Musik von Altmeister John Williams, der bekannte Themen, wie das der "Macht", wenn Rey versucht, ihre Erfahrungen in Worte zu fassen, auf so unvergleichliche Art und Weise einfließen lässt, dass einen dieses Gefühl selbst ergreift. Mark Hamill, dessen kurzer Auftritt im vergangenen Film kritisiert wurde, hat hier nicht nur deutlich mehr zu tun, er bekommt die trockenste und beste Szene des Films – und womöglich gar der gesamten neuen Trilogie – zugeschrieben. Die Geschichte ist mitreißend erzählt, wie gewohnt überraschend humorvoll und verlässt sich zunehmend auf die neuen statt auf die bekannten Figuren. Sogar gesellschaftskritische Momente wie der Abstecher auf dem Casino-Planeten Canto Bight passen (wenn auch erst auf den zweiten Blick) inhaltlich treffend zum Franchise. Das ist Star Wars im besten Sinne. Mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen.


Fazit:
Regisseur Rian Johnson, der auch das Drehbuch schrieb, knüpft gleichermaßen an die Geschichte an, wie er sich Stück für Stück von der Abhängigkeit der Figuren löst, die Fans der ersten Stunde damit verbinden. Das gelingt ihm, indem er die neu vorgestellten Charaktere vertieft und weitere vorstellt. So spektakulär das erzählt ist, die Themen bleiben im Kern dieselben wie einst. Entfaltet es dieselbe Magie wie George Lucas' Klassiker im Jahr 1977? Das ist für jemanden, der die alten Filme bereits gesehen hat, kaum möglich zu beurteilen. Fans werden dieses Gefühl nicht noch einmal erleben können. Doch Regisseur Rian Johnson gibt sich nicht nur Mühe, es gelingt ihm vielmehr überaus gut, Star Wars für eine neue Generation wieder zu entdecken. Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi ist ein in beeindruckenden Bildern packend erzähltes Weltraumabenteuer, das den unvergleichlichen Charme der Saga einfängt, ohne ihn bloß zu kopieren. So abgegriffen die Phrase klingen mag, es ist die Fortsetzung, auf die Fans gewartet haben. Wohin sich die Geschichte vom Ende an entwickeln wird, steht buchstäblich in den Sternen.
 


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