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Spiders – Achtbeinige Monster [2000]

Wertung: 0.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 08. Dezember 2002
Genre: Horror / Science Fiction

Originaltitel: Spiders
Laufzeit: 90 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2000
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Gary Jones
Musik: Bill Wandel
Darsteller: Lana Parrilla, Josh Green, Oliver Macready, Nick Swarts, Mark Phelan


Kurzinhalt:
Die US-Regierung betreibt im Weltall Experimente mit genmanipulierten Spinnen. Als das Space Shuttle von den Auswirkungen einer Sonnenprotuberanz getroffen wird, gelingt einer Spinne die Flucht. In Schwerelosigkeit ist ihr die Crew hoffnungslos ausgeliefert. Während die Verantwortlichen auf der Erde das Shuttle per Fernsteuerung zurückbringen, ist nur noch ein Crewmitglied am Leben.
Drei Jungjournalisten einer Collegezeitung, Marci Eyre (Lana Parrilla), Slick (Oliver Macready) und Jake (Nick Swarts), sehen das Shuttle bei einer geheimen Militärbasis landen und gelangen unentdeckt mit dem Überlebenden und den Leichen ins Innere der Basis.
Doch dort bricht die Riesenspinne aus dem Körper des Überlebenden aus und meuchelt einen Menschen nach dem anderen. Zu guter Letzt bleiben nur noch Marci und der Geheimagent John Murphy (Josh Green), um dem Biest Einhalt zu gebieten.


Kritik:
Eine alte Weisheit besagt: wenn man nichts Nettes über jemanden sagen kann, sollte man besser gar nichts sagen. Unglücklicherweise kann man das in einer Filmkritik nicht tun.
Was Spiders dem Zuschauer hier als gepflegte B-Movie-Unterhaltung verkaufen möchte, ist ein Schlag ins Gesicht für Genrefans und bis auf den ausgiebigen Splattergehalt gibt es an dem Film fast nichts, was man nicht in Grund und Boden kritisieren könnte.

Die Geschichte beginnt nicht einmal uninteressant, auch wenn das Dreigespann der Schülerzeitung etwas stark an Blair Witch Project [1999] erinnert. Doch spätestens, als klar wird, dass das Militär Versuche mit Mutantenspinnen im Wltraum unternimmt, fragt sich der halbwegs aufmerksame Zuschauer: Wieso eigentlich?
Was für einen Zweck haben riesige, giftige Spinnen? Kampfmaschinen? Eine biologische Waffe, die keiner kontrollieren kann? Zwar möchte der Bösewicht des Films einem das weiß machen, glaubwürdig klingt es aber trotzdem nicht.
Doch nach schleppenden, wenn auch nicht gänzlich uninteressanten 30 Minuten, legt der Film am Brutalitätsgrad eine große Stufe zu (immerhin wird die Spinne jetzt richtig aktiv) und zu den erbärmlichen Darstellerleistungen gesellen sich durchschnittliche bis peinliche Spezialeffekte, ein hanebüchenes und löchriges Drehbuch, zusammen mit einer derart billigen Inszenierung, dass sich viele andere Videoproduktionen schämen müssen, im selben Regal zu stehen.

Die Darsteller sind wie schon erwähnt durch die Bank schlecht bis schlimmer; multipliziert man das Ganze mit der typischen deutschen Videoproduktionssynchronisation, die der Film "genossen" hat, ergibt sich ein für den Filmspaß tödliches Gespann, das jedes "Auge zudrücken" gänzlich verbietet. Nicht, dass sich am Inhalt oder den Effekten in der Originalfassung etwas bessern würde, aber es würde sich zumindest nicht so mies anhören.

Kamera und Schnitt entsprechen dem unteren Durchschnitt einer Fernsehproduktion, dagegen sind die Kulissen gar nicht schlecht. Die Musik variiert von unbedeutend bis Synthesizergeklimper und rundet das negative Gesamtbild des Films ziemlich passend ab.
Weshalb die beiden Hauptdarsteller im Laufe des Films immer mehr Kleidung verlieren, sollte man sich als Zuseher lieber nicht fragen. Angesichts der billigen Splattereffekte und den großteils inakzeptablen Spezialeffekten, sobald die Spinne in Bewegung zu sehen ist, stört das Aussehen der Darsteller ohnehin nicht mehr.

Filmanleihen an King Kong und die weiße Frau [1933], Aliens – Die Rückkehr [1986] und viele weitere Filme, darunter vornehmlich welche aus dem B-Genre, gibt es zuhauf, allerdings wirken diese nicht wie Hommagen, sondern wie ein billiger Ideenklau, bei dem sich die einfallslosen Autoren schadlos gehalten haben.
Sicher darf man bei einer solchen Produktion keine hochtrabenden Dialoge erwarten, aber was Spiders den interessierten Zuschauern vorsetzt, ist – gelinde gesagt – enttäuschend. Dass man aus der Geschichte von mutierten Riesenspinnen einen witzigen, unterhaltsamen Film machen kann, hat Arac Attack - Angriff der Achtbeinigen Monster [2002] eindrucksvoll bewiesen – doch hier liegt schon ein großer Unterschied zu der Billigproduktion Spiders: Ein Film mit solchem Inhalt sollte sich nicht Ernst nehmen, und genau das tut Spiders in jeder Sekunde. Von Selbstironie ist nichts zu bemerken, dämliche und gekünstelte Sprüche gibt es dagegen zuhauf, ebenso wie Klischees und vorhersehbare "Überraschungen", in Massen.

Wären da nicht einige Anspielungen auf die ominöse Organisation Majestic 12 und die eigentlich ganz guten Personen-Make-Up-Effekte, hätte Spiders eine noch niedrigere Wertung bekommen – angesichts der Fortsetzung, Spiders II, die nur ein Jahr später folgte, sollte man sich allerdings noch etwas Spielraum nach unten lassen.


Fazit:
Für Fans des schnellen Splatters vielleicht interessant (die FSK-Freigabe ist hier offensichtlich eine Stufe zu niedrig ausgefallen); alle anderen, die zumindest den Hauch einer glaubhaften Story wollen, wenigstens Laiendarsteller vor der Kamera sehen möchten, oder halbwegs gut gemachte B-Filme zu schätzen wissen, sollten einen Bogen um diesen jämmerlichen Filmversuch machen.
Es gibt dahingehend viel bessere Filme, oder zutreffender: Es gibt überhaupt Filme mit ähnlichem Thema.


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