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Sherlock Holmes: Stimme des Terrors [1942]

Wertung: 2 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 27. Oktober 2002
Genre: Krimi

Originaltitel: Sherlock Holmes and the Voice of Terror
Laufzeit: 65 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1942
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: John Rawlins
Musik: Frank Skinner
Darsteller: Basil Rathbone, Nigel Bruce, Evelyn Ankers, Reginald Denny


Kurzinhalt:
Der Zweite Weltkrieg hält die Welt in Atem. Die Nazis scheinen dabei schon einen Fuß auf englischen Boden gesetzt zu haben, immer wieder werden militärische Einrichtungen in die Luft gesprengt und geheime Missionen sabotiert – und als wäre das nicht genug, kündigt die "Stimme des Terrors" die Terrorakte auch noch über Radio an! Die Militärs sind machtlos, doch es muss etwas geschehen.
Daher werden Sherlock Holmes (Basil Rathbone) und sein Assistent Dr. Watson (Nigel Bruce) in die Ermittlungen mit einbezogen. Sie sollen die "Stimme des Terros" ausfindig machen und dem Treiben ein Ende bereiten. Doch Holmes vermutet, dass der Verräter in einer weitaus höheren Position in der britischen Regierung ist, als alle anderen annehmen.


Kritik:
Wer
angesichts des Themas der Meinung ist, dass der Film nicht auf einer Geschichte von Holmes-Autor Sir Arthur Conan Doyle basiert, den muss ich leider enttäuschen.
In seiner 1917 veröffentlichten Kurzgeschichte "His Last Bow" (eine der letzten Geschichten mit dem Charakter Holmes überhaupt) orientiert sich die Story prinzipiell an denselben Inhalten – für die 1942 entstandene Verfilmung, wurden lediglich der Schauplatz (1. Weltkrieg wird zum 2. Weltkrieg) verändert und einige Szenen hinzugefügt, damit der Film wenigstens eine Stunde ging.
Später schrieb Doyle erneut einige Kurzgeschichten, die aber bedeutend negativer, düsterer und gesellschaftskritischer ausfielen, als seine bisherigen. Die allgemeine Depression der 1920er Jahre wurde darin widergespiegelt – und von Lesern und Kritikern nicht sehr gut aufgenommen.

Ähnlich erging es mir in Die Stimme des Terrors, der ganz offensichtlich nicht viel mehr als ein Propaganda-Film gegen die Deutschen und für ein härteres Eingreifen der Briten in den Weltkrieg war.
Während dieses Ziel noch legitim ist, halte ich es für ziemlich dreist, den Charakter von Sherlock Holmes hierfür zu mißbrauchen und ganz offensichtlich passt er auch nicht in diese Epoche hinein.

Seine Ermittlungen verlaufen großteils überraschungsarm, seine bekannte Deduktion wird nur ein paar Mal zur Demonstration verwendet, ansonsten ist dies ein langatmiger und enttäuschender Holmes-Film.
Die Auflösung kommt nicht unerwartet, aber doch viel zu plötzlich. Holmes zitiert auf einmal Informationen, die er angeblich hatte, von denen der Zuschauer aber nie erfuhr. Von wem eigentlich – und wann hat er sie bekommen?
Es war wohl wichtiger, die destruktive und in der Natur verwurzelte Bösartigkeit der Deutschen zu zeigen, als eine wirkliche Geschichte zu erzählen.

Neben Basil Rathbone, der auch irgendwie leicht lustlos wirkt, steht Nigel Bruce in der Rolle des Dr. Watson wie Staffage herum, ohne je etwas zu tun bekommen.

Atmosphärisch unbedeutend, mit kurzen Szenen, denen meist der Aufbau fehlt, war ich von diesem Film mehr als nur enttäuscht.
So sollten Sherlock Holmes-Umsetzungen wirklich nicht aussehen – dass der Autor der Romane selbst mit der Story aufkam, überrascht und schockiert noch mehr.


Fazit:
Es ist nicht alles Holmes, wo Doyle darüber steht. Die letzten Kurzgeschichten des Autors mussten viel Kritik einstecken – wie man hier sieht, nicht zu unrecht. Inhaltlich arg konstruiert kann bei Die Stimme des Terrors nichts überzeugen.
Informationen fliegen dem Detektiv einfach so zu, Schwarz-Weiß-Malerei in den Wirren des Krieges und der viel zu unschlüssige Verlauf der Geschichte machen den Film nur für wahre Fans der Reihe interessant. Alle anderen können getrost darauf verzichten.


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