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Sherlock Holmes: Spiel im Schatten [2011]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 25. Dezember 2011
Genre: Action / Unterhaltung

Originaltitel: Sherlock Holmes: A Game of Shadows
Laufzeit: 129 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2011
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Guy Ritchie
Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Robert Downey Jr., Jude Law, Noomi Rapace, Rachel McAdams, Jared Harris, Stephen Fry, Paul Anderson, Kelly Reilly, Geraldine James, Eddie Marsan, William Houston, Wolf Kahler, Iain Mitchell, Jack Laskey, Patricia Slater, Karima Adebibe, Richard Cunningham, Marcus Shakesheff


Kurzinhalt:
Eine Reihe von Bombenanschlägen und Attentaten erschüttert Europa und gefährdet die zerbrechliche Stabilität der Region. Zwischen den scheinbar zusammenhanglosen Taten vermutet der Detektiv Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) den angesehenen Professor James Moriarty (Jared Harris). Als er Irene Adler (Rachel McAdams) von der Auslieferung eines Päckchens abhält, kommt er der Wahrsagerin Simza Heron (Noomi Rapace) auf die Spur, deren Bruder sich mit Moriarty eingelassen hat.
Holmes macht sich zusammen mit seinem Assistenten Watson (Jude Law) auf, Moriarty aufzuhalten, bevor der seinen finsteren Plan in die Tat umsetzen kann. Doch scheut dieser nicht davor zurück, seinen Gehilfen Moran (Paul Anderson) auf Watson und seine frisch angetraute Ehefrau Mary (Kelly Reilly) anzusetzen, um Holmes zu beschäftigen. Mit Hilfe von Holmes' Bruder Mycroft (Stephen Fry) muss es gelingen, Moriarty zu stoppen – es steht nicht nur das Schicksal von Holmes und seinen Freunden auf dem Spiel, sondern das der ganzen zivilisierten Welt ...


Kritik:
Wie steigert man ein bewährtes Konzept, ohne es zu wiederholen? Mit Sherlock Holmes [2009] gelang Regisseur Guy Ritchie ein Überraschungshit, der die ikonische Figur des britischen Meisterdetektivs auf gelungene Weise modernisierte, ohne den bekannten Charakterzügen jedoch untreu zu werden. Mit der Fortsetzung Spiel im Schatten wollte man sich hier zweifelsohne noch verbessern und doch an den Prinzipien festhalten, die im ersten Film funktioniert hatten. Nicht zuletzt durch die bekannte Figur des Professor Moriarty gelingt das auch, und von Beginn an hat man das Gefühl, dass hier noch mehr auf dem Spiel steht, als bei Holmes' letztem Abenteuer. Doch während der unterhaltsamen zwei Stunden gibt es immer wieder Momente, in denen man sich fragt, weswegen manche Nebenhandlungen überhaupt erzählt werden, und weswegen die Actionszenen trotz ihres Aufwands nur überzeugen, wenn Ritchie in seine effektvolle Zeitlupeneinstellung übergeht. Der Rest bleibt konfus, aber nicht mitreißend.

Am erstaunlichsten ist dabei die Entscheidung der Filmemacher, Holmes' Erzfeind Moriarty, der den Detektiv in den Büchern lange Zeit beschäftigt hat, ehe sie sich endlich begegneten, hier schon so früh zum Antagonisten des Films zu erklären, anstatt sich die Konfrontation für ein zukünftiges Filmabenteuer aufzusparen. Wir begegnen ihm zusammen mit Irene Adler, die Holmes immer wieder auf Trab hält. Was immer Moriartys Ziel sein mag, dass er nichts Gutes im Schilde führt, erkennen wir schon an seiner ruhigen, kontrollierten Art. Wenn sich wenig später herauskristallisiert, dass Moriarty für mehrere Bombenanschläge in Europa verantwortlich ist, und dadurch die Sicherheit in der Region ins Wanken gerät, nimmt sein Plan langsam Gestalt an. Sherlock Holmes: Spiel im Schatten gelingt es sehr gut, die Hintergründe brisant und im Kontext jener Zeit passend umzusetzen. Insbesondere die Unterredungen zwischen dem Detektiv und seinem Widersacher zählen dabei zu den Highlights des intellektuellen Kräftemessens und werfen einen düsteren Schatten der Vorahnung auf das, was die Weltgeschichte noch bereithalten wird. Der Weg auf den Spuren Moriartys führt Holmes und seinen inzwischen verheirateten Assistenten Watson, der eher unfreiwillig die Ermittlungen unterstützt, über Paris bis in die Schweiz und zum politischen Treffen eines Friedensgipfels. Selbst Mycroft Holmes, Bruder von Sherlock, hat einen Auftritt und auch Mary, Watsons Angetraute, wird gefordert. Nicht entscheidend wichtig ist die Wahrsagerin und Zigeunerin Simza, deren Bruder sich mit Moriarty eingelassen hat und, so die Hoffnung, Holmes und Watson zu dem kriminellen Genie führen wird.

Wovon auch der zweite Teil der Filmreihe lebt ist einerseits die aufwändige Machart, die überzeugend das Flair Europas um 1900 aufkommen lässt, aber auch die Besetzung, die sichtlich Spaß an den Figuren findet. Allen voran Robert Downey Jr. und Jude Law, die hier noch mehr zusammenarbeiten, als zuvor und sich passend ergänzen. Jared Harris verleiht Moriarty eine berechnende Überlegenheit, die insbesondere durch das nüchterne Kalkül unter die Haut geht. Noomi Rapace ist dagegen kaum gefordert und auch Moriartys rechte Hand Moran bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Was bei Spiel im Schatten allerdings enttäuscht ist der Aufbau der groß angelegten Actionsequenzen. Das ist bereits beim ersten Schlagabtausch sichtbar und zieht sich beinahe bis zum Ende des Films. Darunter auch der spannende Abschnitt um eine platzierte Bombe und die Flucht aus der Waffenfabrik. Denn während Guy Ritchie seine ausgedehnten Zeitlupen mit vielen Details schmückt, welche die Matrix [1999]-Technik auch gekonnt erweitern, verkommt das Drumherum zum unübersichtlich verschnittenen Actionbrei, bei dem auch die geistige Vorbereitung des Helden interessanter bleibt, als die letztliche Durchführung packend. Das ist insofern bedauerlich, als dass es mehr am Schnitt, denn an den Perspektiven hapert. Wer sich damit abfindet, den erwartet das aus Sherlock Holmes bekannte Konzept, das hier zwar inhaltlich größer angelegt ist, dessen Umsetzung aber nicht so zu überraschen oder mitzureißen vermag, wie vor zwei Jahren.


Fazit:
Nicht nur, dass es den Machern gelingt, von Beginn an eine stimmige Atmosphäre zu erzeugen, sie erweitern den Schauplatz des Geschehens auf ganz Europa und schlagen durch den diabolisch berechnenden Bösewicht einen düsteren Grundton an, den Kenner des ersten Films bereits im ersten Drittel zu spüren bekommen – wie der Meisterdetektiv später auch. Würde man den Schlagabtausch zwischen den brillantesten Köpfen jener Zeit nur gesprochener Natur vermuten, entpuppt sich der Umgang zwischen Moriarty und Holmes miteinander als erstaunlich wenig zimperlich.
Gerade dadurch überrascht und überzeugt Sherlock Holmes: Spiel im Schatten, doch ist es die Umsetzung, die ausgerechnet in den Actionszenen Wünsche offen lässt. So frisch das im ersten Film noch wirkte, so unkontrolliert erscheint es stellenweise hier. Vor allem bleibt der Eindruck, dass mit wenigen Änderungen diese Abschnitte packender gewesen wären. Inhaltlich gibt es hierbei nichts auszusetzen und gegenüber dem ersten Abenteuer steigern sich die Macher sogar. Nur kann man die aufwändige Action leider nur genießen, wenn sie in Zeitlupe gezeigt wird.


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