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Shaun das Schaf – Der Film [2015]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 7. Januar 2016
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: Shaun the Sheep Movie
Laufzeit: 85 min.
Produktionsland: Großbritannien / Frankreich
Produktionsjahr: 2014
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Mark Burton, Richard Starzak
Musik: Ilan Eshkeri
Stimmen: Justin Fletcher, John Sparkes, Omid Djalili, Richard Webber, Kate Harbour, Tim Hands, Andy Nyman, Simon Greenall, Emma Tate


Kurzinhalt:

Als das Schaf Shaun (Justin Fletcher) damals mit dem jungen Hund Bitzer (John Sparkes) zum Farmer (John Sparkes) kam, war die Welt noch in Ordnung. Inzwischen ist jeder Tag wie der vorige, vom herzlichen Zusammensein ist nichts zu spüren. Also ersinnt Shaun zusammen mit der Herde den Plan, sich eine Auszeit zu gönnen. Unglücklicherweise verschlägt es dabei den Farmer in die große Stadt. Bitzer geht ihm nach und kurz darauf auch Shaun – doch die Stadt ist ein gefährlicher Ort für ein Schaf, zumal der Tierfänger Trumper (Omid Djalili) Jagd auf Shaun macht. Dass die ganze Herde Shaun nachgereist ist, macht das Chaos nicht kleiner ...


Kritik:
Der einzig wirkliche Vorwurf, den man Shaun das Schaf – Der Film machen könnte ist, dass es ein reiner Kinderfilm ist. Andererseits, an welches Publikum soll sich ein Animationsfilm um ein Schaf und seine wolligen Freunde, die in die große Stadt reisen, um ihren Farmer zurückzuholen, denn sonst richten? Basierend auf der gleichnamigen, sehr erfolgreichen Animationsfernsehserie präsentieren die Macher auf unglaublich charmante Art und Weise eine Geschichte mit einer positiven Aussage, die sich für Jung und Alt eignet.

Entscheidend zum warmherzigen Flair des Films trägt wie schon bei der seit 2007 produzierten Serie bei, dass die Figuren echt sind. So weich die Animationen, die Charaktere behalten immer noch ihr plastisches Charisma bei. Dabei kann man sogar Fingerabdrücke bei Großaufnahmen auf der Oberfläche erkennen und selbst das wuschelige Fell der Schafe verändert sich mitunter. Was für Puristen als "Defekt" eingestuft und bei computergenerierten Bildern nicht der Fall sein würde, ist hier ein Zeichen dafür, dass Shaun das Schaf – Der Film immer noch Handarbeit ist.

Ob das Konzept der Serie, deren Episoden jeweils nur eine Lauflänge von ca. 5 Minuten besitzen, auch auf einen ganzen Spielfilm angewandt funktioniert, war jedoch eine berechtigte Frage. Noch schwieriger für die Geschichtenerzähler ist dabei, dass in der Serie wie im Film nicht gesprochen wird. Weder von Shaun oder den Schafen der Herde, noch vom Farmer oder den übrigen Figuren.
Es ist dabei durchaus als Kompliment zu sehen, wenn man sagt, dass Shaun das Schaf – Der Film vermutlich das Beste aus seiner Idee macht. Doch wer die bisherigen Werke der Knetschmiede Aardman Animations kennt, der wird einige Parallelen zu ihrem vorigen Film Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen [2005] feststellen. Das Leinwandabenteuer der aus Kurzfilmen bekannten Figuren war mehr Familienfilm als Shaun das Schaf, aber auch damals schien die Geschichte nur schwer einen Film stemmen zu können.

Hier setzt sich der Titelgebende Schaf-Held in den Kopf, einen Tag aus dem Alltagstrott auszubrechen und verfrachtet darum den Farmer in einen Wohnwagen. Allerdings macht sich dieser selbständig und rauscht mit seiner Fracht in die große Stadt. Wachhund Bitzer jagt ihm nach und als er bemerkt, dass ohne Bitzer und den Farmer auf der Farm das Chaos ausbricht und die Herde kein Futter mehr hat, entscheidet Shaun, ebenfalls in die Stadt zu fahren und all das in Ordnung zu bringen. Dort angekommen, gerät er ins Visier des Tierfängers Trumper, der sich als überaus hartnäckig entpuppt.

Wie gut es den Machern gelingt, das Gefühlsleben der Figuren durch wenige Bewegungen zum Ausdruck zu bringen, ist bemerkenswert. Freundet sich Shaun in der Stadt mit dem Streuner Slip an oder wird die Situation zwischen Shaun und dem Farmer immer aussichtsloser, ist das buchstäblich herzerwärmend und für jüngere und ältere Zuseher verständlich umgesetzt.
Etwas unglücklich ist jedoch die Altersfreigabe "ab 0 Jahren", denn es gibt in Shaun das Schaf – Der Film einiges zu lesen und es dürfte schwer sein, der Geschichte ins Letzte ohne die Texte folgen zu können. Dem jungen Zielpublikum wird es nicht auffallen und sie werden das Finale vermutlich als spannender empfinden als die Erwachsenen. Für beide Gruppen gibt es hier aber genug zu entdecken.


Fazit:
Von dem packenden und gleichzeitig schreiend komischen Stop-Motion-Klassiker Chicken Run - Hennen rennen [2000] ist Shaun das Schaf – Der Film zwar weit entfernt, doch angesichts dessen, dass sich sämtliche Shaun-Abenteuer eher an ein kindliches Publikum richten, überrascht das nicht. Die jungen Zuseher werden hier genug Humor finden, um mitlachen zu können. Erwachsene etwas weniger, einige Momente sind aber so toll, dass man nicht anders kann.
Die Ideen in den jeweiligen Szenen sind gelungener als die Geschichte selbst überrascht und wäre der Film ohne manch nicht wirklich notwendige Nebenhandlungen 20 Minuten kürzer, würde er mehr mitreißen. So verbirgt sich hinter Shauns Leinwandausflug ein phantastisch und mit sichtlich Charme gemachter Kinderfilm, der das Herz am rechten Fleck hat und eine Aussage besitzt, die auch Erwachsene anspricht.    


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