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Rampage - Big meets Bigger [2018]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 8. Dezember 2018
Genre: Action / Science Fiction / Thriller

Originaltitel: Rampage
Laufzeit: 107 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2018
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Brad Peyton
Musik: Andrew Lockington
Darsteller: Dwayne Johnson, Naomie Harris, Malin Akerman, Jeffrey Dean Morgan, Jake Lacy, Joe Manganiello, Marley Shelton, P.J. Byrne, Demetrius Grosse, Jack Quaid, Breanne Hill, Matt Gerald


Kurzinhalt:

Als der Gorilla George in einem Reservat in San Diego mit einem Erreger in Kontakt kommt, beginnt er, seltsame Symptome zu zeigen. Nicht nur, dass George merklich wächst, er wird auch zunehmend aggressiver. Primatologe Davis Okoye (Dwayne Johnson), der der Ursache auf den Grund gehen will, erfährt von der Wissenschaftlerin Dr. Kate Caldwell (Naomie Harris), dass die Firma „Energyne“ hinter dem Erreger steckt und es vermutlich ein Gegenmittel gibt. Als die Regierung unter der Aufsicht von Harvey Russell (Jeffrey Dean Morgan) George in Gewahrsam nehmen lässt, werden Okoye und Caldwell mit verhaftet. Doch dann beginnt Claire Wyden (Malin Åkerman) von „Energyne“, ein Signal auszusenden, das nicht nur George nach Chicago lockt – sondern auch zwei andere, riesige Monster, die eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Kate und Davis sind die einzigen, die eine Katastrophe abwenden können …


Kritik:
Nachdem Regisseur Brad Peyton Hauptdarsteller Dwayne Johnson in San Andreas [2015] der Zerstörung der US-Westküste entkommen ließ, widmet er sich in Rampage - Big meets Bigger der Ostküste und macht zumindest Teile Chicagos dem Erdboden gleich. Die Geschichte ist von dem Arcade-Spiel Rampage [1986] inspiriert und notdürftigst auf Spielfilmlänge ausgedehnt. Das Ergebnis ist ein Unterhaltungsfilm, der selbigem Anspruch nur dann gerecht wird, wenn man nicht anfängt, über irgendwas darin nachzudenken.

Während Spieler in der Vorlage in die Rolle von drei Monstern schlüpfen, deren Ziel es ist, Angriffe des Militärs zu überstehen und Level für Level eine Stadt zu demolieren, gehen die Filmemacher hier einen etwas anderen Weg. Im Videospiel sind die Protagonisten Menschen, die zu dem riesigen Gorilla George, dem dinosaurierartigen Lizzie oder dem gigantischen Wolf Ralph mutieren; in Rampage - Big meets Bigger geschieht dies, als die Tiere mit einem Wirkstoff in Kontakt kommen, durch den sie genetisch verändert werden. Was gleich zu Beginn auffällt ist die Tatsache, dass Peyton was die Gewalt angeht, nicht gerade zimperlich agiert. Nicht nur, dass die Zahl der Opfer insbesondere ab der Hälfte exponentiell in die Höhe schnellt, er zeigt auch erstaunlich viel für einen Film dieser Art. Inwieweit sich das mit der inhaltlich absurden Story verträgt, die Hauptdarsteller Dwayne Johnson mit viel Augenzwinkern erzählt und die auch nicht vor vielen selbstironischen Kommentaren Halt macht, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Unter Leitung der bösen Geschwister Claire und Brett Wyden lässt die Firma „Energyne“ die Möglichkeiten erforschen, mittels Geneditierung Monster zu erschaffen, die sich als Waffe verkaufen lassen. Der Wirkstoff wird jedoch freigesetzt und unter anderem der Albinogorilla George, der in einem Tierschutzreservat in San Diego unter der Obhut von Primatologe Davis Okoye lebt, damit infiziert. Durch ihn wird George nicht nur bedeutend größer, schneller und stärker, sondern auch aggressiver. Als Claire einen speziellen Lockruf versendet, macht sich George auf den Weg nach Chicago und auch die anderen beiden Monster, die nicht einmal durch das Militär aufgehalten werden können, begeben sich auf die Reise zum Ursprung des Signals. Wie bei Monster-Horror-Geschichten dieser Art üblich, gibt es auch in Rampage - Big meets Bigger noch ein Hintertürchen, um die Katastrophe irgendwie abwenden zu können. Hier ist das Dr. Kate Caldwell, die nicht nur den Erreger überhaupt erschaffen hatte, sondern auch vermutet, dass Claire ein Gegenmittel hat entwickeln lassen.

So weit so gut … irgendwie. Allerdings nur, sofern man nicht beginnt, sich die einfachsten Fragen zu stellen. Wie beispielsweise, weshalb Claire die Kreaturen überhaupt anlocken will – immerhin besitzen sie den Erreger bereits. Sonst wäre es ihnen auch kaum möglich gewesen, ein Gegenmittel herzustellen. Auch wird die Rolle des Cowboy-Agenten Harvey Russell (gespielt von Jeffrey Dean Morgan, dem es merklich schwerfällt, ein ernstes Gesicht zu machen angesichts dessen, was hier vor sich geht) nie greifbar. Von den Geschwistern Wyden ganz zu schweigen, die Karikaturen von entgegengesetzten Extremen darstellen. Dass ihnen allen stets und selbst in lebensbedrohenden Momenten Gelegenheit für einen lockeren Spruch bleibt, lässt die Bedrohung nie real erscheinen.
Man bekommt das Gefühl, als hätten sich die Filmemacher nicht entscheiden können, ob sie Rampage - Big meets Bigger als ernstgemeinten Monster-Horror-Film oder als Parodie umsetzen wollten. Der Mix funktioniert in manchen Momenten besser als in anderen, aber nie wirklich gut.

Dazu gesellen sich die vielen Trickeffekte, die eingangs bedeutend überzeugender ausfallen als im weiteren Verlauf der Geschichte. Wer sich damit arrangiert und bereit ist, über die inhaltlichen Schwächen hinwegzusehen, der bekommt bei Rampage - Big meets Bigger zumindest immer etwas für die Sinne geboten. Das mag oft nur wenig Sinn ergeben und am Ende auch nicht so spannend ausfallen, wie es sich die Macher wohl erhofften, aber es spiegelt den Charakter des Videospiels in gewisser Weise treffend wieder: Denn wenn Runde um Runde dasselbe geschieht, ist das wie hier nur eine gewisse Zeit lang packend.


Fazit:
Mit riesigen Monstern, einstürzenden Wolkenkratzern und vielen Explosionen bietet Regisseur Brad Peyton nicht mehr, als andere Hollywood-Produktionen in den vergangenen Jahren. Dass er seinen Film – wie man vor allem dem charismatischen Dwayne Johnson ansieht – nicht ernst nimmt, hilft über viele inhaltliche Schwächen hinweg, doch es wird nie klar, ob er bewusst als Parodie angelegt sein soll, oder die klischeehaft absurden Momente unbeabsichtigt hineingerutscht sind. Der gezeigte Gewaltgrad lässt hier ebenfalls kein abschließendes Urteil zu. Am Ende leidet Rampage - Big meets Bigger wie viele Filme dieser Art merklich darunter, dass wenn die Menschen nur eine untergeordnete Rolle spielen, auch die Spannung auf der Strecke bleibt, weil das Gezeigte nunmal nicht echt ist. Immerhin: Langweilig ist der Monster-Film nie und recht unterhaltsam. Sofern man nicht den Fehler macht, sich mit dem Inhalt näher zu beschäftigen.
 


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