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Rambo III [1988]

Wertung: 3.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 24. März 2015
Genre: Action

Originaltitel: Rambo III
Laufzeit: 102 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1988
FSK-Freigabe: nicht unter 18 Jahren

Regie: Peter MacDonald
Musik: Jerry Goldsmith
Darsteller: Sylvester Stallone, Richard Crenna, Marc de Jonge, Kurtwood Smith, Spiros Focás, Sasson Gabai, Doudi Shoua, Randy Raney, Marcus Gilbert, Alon Aboutboul


Kurzinhalt:

Zwar hatte der zur Ruhe gesetzte Elitesoldat John Rambo (Sylvester Stallone) abgelehnt, als ihn sein ehemaliger Vorgesetzter Colonel Trautman (Richard Crenna) bat, ihn bei einem Einsatz in Afghanistan zu begleiten, doch als Rambo hört, dass Trautman vom russischen Colonel Zaysen (Marc de Jonge) gefangen genommen wurde, reist er in das Land, in dem seit beinahe 10 Jahren ein erbitterter Guerillakrieg wütet. Dort sucht Rambo die Mudschahedin auf, um mit ihrer Hilfe in die Festung einzudringen, in der sich Trautman befindet. Um seinen Freund zu befreien, wird es Rambo mit einer ganzen Armee aufnehmen müssen ...


Kritik:
Selbst wenn man sich kurze Zeit später an wenig aus Rambo III erinnert, ein paar Dialoge wird man nicht vergessen. Beim teuersten Film seiner Zeit mit dem höchstbezahlten Star seiner Zeit (Sylvester Stallone verlangte und bekam sogar einen Jet als Teil der Bezahlung) investierten die Macher ganz offensichtlich mehr Geld in die Pyrotechnik, als in das Drehbuch. Fans von hemmungslosen Actionorgien dürfen sich freuen: Das Feuerwerk, das hier abgebrannt wird, ist beispiellos. Mehr gibt es auch nicht zu sehen.

Dass Regisseur Peter MacDonald keine große Zeit verliert, sieht man zu allererst daran, dass einem der Titel in großen Lettern entgegengeworfen wird und noch bevor der Vorspann vorbei ist, hat John Rambo bereits seinen ersten Kampf hinter sich. Der ist zwar nur zur Show, zeigt uns aber, dass der geschmähte Vietnam-Veteran trotz seiner Entscheidung, in einem thailändischen Kloster zu leben, die Art des Kämpfens nicht verlernt hat. Dort sucht ihn sein ehemaliger Vorgesetzter Colonel Trautman auf, der John bittet, ihn bei einem Einsatz in Afghanistan zu unterstützen. Rambo lehnt ab und Trautman wird gefangengenommen. Was danach geschieht, muss man wohl nicht erwähnen.

Aus heutiger Sicht ist Rambo III ein trauriges Zeitzeugnis. Angesiedelt in Afghanistan, in dem die sowjetischen Truppen seit beinahe 10 Jahren einen erbitterten Guerillakrieg führen, zeigt er Rambo, der sich auf die Seite der 'Gotteskrieger' stellt, die von den USA (im Rahmen des Kalten Krieges) mit Raketen beliefert werden, um die sowjetischen Kampfhubschrauber abzuschießen. Zwanzig Jahre später, in denen es nach dem Abzug der Sowjets zu einem Bürgerkrieg unter den unterschiedlichen Mudschahedin-Gruppen gekommen war, scheinen die Rollen in der Öffentlichkeit vertauscht. Wer sich diesen Wandel nicht vor Augen führt, übersieht, welche Auswirkungen selbst die fiktiven Ereignisse in einem so oberflächlichen Actionfilm haben.

Oberflächlich ist gerade beim dritten Teil der Rambo-Reihe das richtige Stichwort: Über Colonel Trautmans Fänger erfährt man nicht viel, außer dass er ein böser, sowjetischer Feldherr ist. Sein Name wird kaum erwähnt und wer ihn nach dem Ende des Films noch weiß, hat wirklich gute Arbeit geleistet. In seiner Festung lässt er Männer, Frauen und Kinder foltern und ist gleichzeitig gut genug gerüstet, um den Krieg mit seinen eigenen Männern zu gewinnen.

Bis es soweit ist, dass Rambo zusammen mit seinem Gehilfen und einem Kind, dessen einzige Aufgabe es zu sein scheint, Rambo im Weg zu stehen, muss man sich als Zuschauer den Dialogen stellen, die (Film)Geschichte geschrieben haben. Dazu gehören sowohl Rambos knappe Antworten, in denen er meist den vorangegangenen Satz des Gegenübers schlicht wiederholt, aber auch der berühmte Wortwechsel um "das blaue Licht". Angesichts der Tatsache, mit welchem Ernst Sylvester Stallone diesen vorträgt, ist seine Auszeichnung mit der Goldenen Himbeere an sich unverdient – es ist durchaus eine schauspielerische Leistung, dabei nicht vor Lachen zusammenzubrechen.

Bei aller Kritik gibt es auch Dinge, die Rambo III richtigmacht, allen voran die Actionsequenzen. Der Aufwand hinter der Produktion ist sichtbar, die zahlreichen Explosionen machen schon deshalb einen echten Eindruck, weil die allermeisten tatsächlich echt sind. Wie Filmemacher MacDonald die Szenerie in Flammen setzt ist beeindruckend. Auch die übrige Action ist handgemacht mit unzähligen Shootouts und einigen gelungenen Faustkämpfen. Doch lassen sie alle einen wirklichen Aufbau oder ein mitreißendes Element vermissen.


Fazit:
Die unzähligen namenlosen Schergen, die von den Helden dahingerafft werden, verlieren auf Grund der schieren Anzahl ebenso an Gewicht wie die gesichtslosen, unschuldigen Afghanen, die den sowjetischen Truppen zum Opfer fallen. Das macht den Film am Ende nicht nur gewalttätig, sondern schlimmer noch, gewaltverherrlichend. Erwachsene Zuschauer, die das auszublenden wissen, können sich auf nie langweilige, inhaltlich absurde eineinhalb Stunden einstellen, die aus heutiger Sicht noch angestaubter wirken als damals.
Die geniale Musik von Jerry Goldsmith verleiht dem Film selbst dann eine gewisse Spannung, wenn man als Zuschauer ohnehin nicht mitfiebert, da nichts und niemand Rambo etwas anhaben kann. Die Dialoge bringen die Figur nahe an die Karrikatur, die er im zweiten Teil war, in Rambo III ist er das personifizierte Machoklischee. Als solches hat der Film durchaus seine Berechtigung, sieht man sich jedoch an, welche Actionhelden das Kinojahr 1988 noch hervorbrachte, erkennt man auch, weshalb der Hauptcharakter hier wirkt wie ein Relikt aus grauer Vorzeit.    


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