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Planet der Affen: Revolution [2014]

Wertung: 5.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 11. August 2014
Genre: Science Fiction / Action / Drama

Originaltitel: Dawn of the Planet of the Apes
Laufzeit: 130 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2014
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Matt Reeves
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Andy Serkis, Jason Clarke, Gary Oldman, Keri Russell, Toby Kebbell, Kodi Smit-McPhee, Kirk Acevedo, Nick Thurston, Terry Notary, Karin Konoval, Judy Greer, Jon Eyez


Kurzinhalt:
Zehn Jahre sind vergangen, seit ein im Labor gezüchtetes Heilmittel für Alzheimerpatienten versuchsweise infizierten Primaten ungeahnte Intelligenz verlieh und als für Menschen hochansteckende und tödliche Affengrippe freikam. Nur wenige waren immun und haben überlebt. Eine solche Kolonie hat sich unter der Führung von Dreyfus (Gary Oldman) in San Francisco zusammengefunden. Doch die Brennstoffe werden knapp und ohne Elektrizität lässt sich die menschliche Zivilisation nicht wieder aufbauen. So führt Malcolm (Jason Clarke) mit seinem Sohn Alexander (Kodi Smit-McPhee) eine Gruppe in die Wälder, wo sie hoffen, mit dem dortigen Staudamm den notwendigen Strom für die Stadt erzeugen zu können.
Auf ihrem Weg begegnen sie einer Siedlung der Affen unter Leitung von Caesar (Andy Serkis). Während sein Vertrauter Koba (Toby Kebbell) darauf aus ist, die Menschen anzugreifen, solange sie noch nicht ihre alte Stärke wiedererlangt haben, ist Caesar vorsichtig. Nicht nur, dass er der erste Affe war, der diese Intelligenz entwickelt hat, er hat gesehen, dass nicht alle Menschen böse sind. Doch die Überlebenden machen die Affen für die Pandemie verantwortlich. Zusammen mit der Angst und dem Hass der Affen auf die Menschen scheint eine Konfrontation unausweichlich ...


Kritik:
Verpackt als Sommerblockbuster wird man Matt Reeves' Planet der Affen: Revolution vermutlich erst beim wiederholten Ansehen wirklich zu schätzen wissen. Er erzählt darin nicht nur die vermutlich bestmögliche Fortsetzung des überraschenden Planet der Affen: Prevolution [2011], es gelingen ihm vielmehr treffende Aussagen zu wichtigen Themen, die gerade in der heutigen Zeit aktueller sind denn je. Im Mantel eines Science Fiction-Films kommen diese Aussagen ohne den erhobenen Zeigefinger aus, ihre mahnende Wirkung verfehlen sie aber nicht.

Eine kurze Zusammenfassung zu Beginn schildert, was seit dem Ausbruch der Affengrippe vor 10 Jahren geschehen ist. Ein Großteil der menschlichen Bevölkerung ist durch sie umgekommen. Einige wenige besitzen eine natürliche Immunität, doch die Infrastruktur ist zusammengebrochen. Während die überlebenden Menschen ins vorindustrielle Zeitalter zurückgeworfen wurden, haben sich die durch den Retrovirus rasant intelligenter gewordenen Affen ihre eigene Zivilisation aufgebaut. Caesar führt die vereinten Affen an, die in den auflebenden Wäldern eine Siedlung errichtet haben. Dort gibt es eine Schule, die Männchen organisieren sich bei der Jagd und wenn ein Mitglied der Gesellschaft erkrankt, kümmern sich andere darum, es gesund zu pflegen. Planet der Affen: Revolution ist Caesars Geschichte. Man müsste einen genauen Vergleich anstellen, doch vermutlich besitzen die Affen mehr Szenen als die Menschen.

Dass dies funktioniert liegt an den atemberaubenden Bildern, in die Matt Reeves seine menschlichen und tierischen Figuren kleidet. Wenn Caesar feststellt, wie ähnlich sich Affen und Menschen geworden sind, kann man ihm hier nur beipflichten. Es fällt in der Tat schwer, eine Linie zu ziehen, was sich auch in der Story widerspiegelt. Denn auch wenn die Affen grundsätzlich eine funktionierende Siedlung besitzen, als Menschen den Weg zu ihnen finden, gerät ihr Zusammenleben aus dem Gleichgewicht. Während Caesar bereit ist, auf die Überlebenden einen Schritt zuzugehen, ihnen sogar Hilfe anbietet, ist der gezeichnete Affe Koba dafür, die Menschen auszulöschen solange sie schwach sind. Die unzähligen Jahre, in denen er als Versuchstier von den Menschen gehalten wurde, haben den Hass zu groß gemacht.

Der menschlichen Siedlung in San Francisco, die vergebens versucht, mit dem Rest der Welt Kontakt aufzunehmen, um herausfinden, wie viele überhaupt noch übrig sind, fehlt es an Elektrizität. Die Reserven an fossilen Brennstoffen gehen zur Neige, einzig der Staudamm in den Wäldern könnte ihnen helfen. Doch der liegt im von den Affen kontrollierten Gebiet, ihrem Zuhause, wie Caesar dem Menschen Malcolm erklärt.
Sieht man Caesar den Menschen Hilfe beim Auskundschaften des Damms anbieten, beobachtet die Szene am See mit Caesars kleinem Sohn, oder aber der Austausch zwischen Malcolms Sohn Alexander und dem Orang-Utan Maurice, dann scheint ein Friede zwischen Affen und Menschen greifbar, wenn auch zerbrechlich. Wenn er scheitert, dann auf Grund derer, die statt an die Zukunft zu denken, in qualvollen Erinnerungen leben.

Planet der Affen: Revolution erzählt von der Spirale aus Gewalt, Macht und Angst, welche die Menschheit seit Anbeginn der Zeit zu verfolgen scheint. Darin finden sich Parallelen zu den Krisenherden der Welt, aber angesichts der verheerenden Auswirkung der Pandemie, die hier vom ersten Moment an greifbar wird, rücken auch aktuelle Meldungen von Virenausbrüchen auf der Welt in ein anderes Licht. Dass das in einer spannenden, technisch hervorragenden Art und Weise dargebracht wird, macht das Thema zugänglicher, aber nicht weniger wichtig.


Fazit:
Nicht nur der tolle, hörenswerte Soundtrack von Michael Giacchino knüpft an die Ur-Filmreihe Planet der Affen an, auch inhaltlich schlägt Planet der Affen: Revolution die Brücke zwischen Prevolution und dem, was zuvor kam. Die Geschichte der Menschen ist hier überaus tragisch: Nicht nur, dass sie alle jemanden verloren haben, nachdem sie sich selbst an den Rand der Auslöschung katapultiert haben, versuchen sie einen Neuanfang mit genau den Mitteln, die bislang nur Tod und Zerstörung brachten. Der wahre Protagonist ist Caesar, der mit der aussagestarken Affengeste bereit ist, das zu vergeben, was die Menschen nicht könnten.
Man hätte kaum erahnen können, dass sich der zweite Neuanfang dieses Franchise so hervorragend entwickeln würde. Regisseur Matt Reeves gelingt ein packendes, kluges und aktuelles Science Fiction-Abenteuer, das auch dank einer herausragenden Optik handwerklich ebenso überrascht wie inhaltlich. Wohin die Reise gehen wird, und für wen, steht in den Sternen. Der Film beginnt und endet mit der Großaufnahme eines Augenpaares. Auch wenn es dieselben sind, sie könnten unterschiedlicher kaum sein, unübersehbar ist die Traurigkeit am Schluss. Die Geschehnisse dazwischen haben ihre Spuren hinterlassen.


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