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Parker [2013]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Lars Adrian  |   Hinzugefügt am 02. Februar 2014
Genre: Thriller

Originaltitel: Parker
Laufzeit: 118 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2012
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Taylor Hackford
Musik: David Buckley
Darsteller: Jason Statham. Michael Chicklis, Clifton Collins Jr., Wendell Pierce, Micah A. Hauptman, Emma Booth, Jennifer Lopez, Nick Nolte, Carlos Carrasco, Bobby Cannavale


Kurzinhalt:
Berufsverbrecher Parker (Jason Statham) führt nach Vermittlung durch seinen Freund Hurley (Nick Nolte) mit einem neuen Team, das von Melander (Michael Chiklis) geleitet wird, erfolgreich einen Überfall auf ein Volksfest durch. Die Bande raubt über eine Million Dollar.
Melander und seine Leute Carlson (Wendell Pierce), Ross (Clifton Collins Jr.) und Hardwicke (Micah A. Hauptman) versuchen im Anschluss, Parker davon zu überzeugen, auf die Auszahlung seines 200.000 Dollar Anteils zu verzichten und stattdessen die Gesamtsumme als Startkapital für einen neuen Coup einzusetzen, bei dem bis zu 50 Millionen Dollar erbeutet werden können. Als Parker das Angebot ausschlägt, wird er von ihnen niedergeschossen und für tot gehalten.
Wider Erwarten wird Parker gerettet, und er setzt nun Alles daran die Gruppe aufzuspüren, um das Geld einzufordern und Vergeltung zu üben. Dabei bringt er nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Freundin Claire (Emma Booth), Hurleys Tochter, in Gefahr, weil er mit seinen Aktionen einem Verbrechersyndikat in Chicago in die Quere kommt, zu dem Melander Verbindungen hat.
In Palm Beach in Florida wird Parker mit Hilfe der Immobilienmaklerin Leslie Rodgers (Jennifer Lopez), die selbst einige finanzielle Probleme hat, schließlich fündig. Mittlerweile hat das Syndikat indes einen Killer auf Parker angesetzt, so dass sich die Schlinge für alle Beteiligten immer enger zieht.


Kritik:
Genrekennern könnten manche der genannten Handlungselemente des Filmes bekannt vorkommen, und dies aus gutem Grund. Parker beruht auf zwei Romanen einer Kriminalreihe, die Autor Donald E. Westlake unter dem Pseudonym Richard Stark von 1962 bis zu seinem Tod 2008 verfasst hatte. Der erste Band der Serie, The Hunter [1962], wurde zuvor bereits zweimal als Film adaptiert: 1967 spielte Lee Marvin den professionellen Räuber in Point Blank [1967]. 32 Jahre später rächte sich Mel Gibson in Payback – Zahltag [1999] in gebührender Weise.
Erstaunlicherweise durften erst die Produzenten von Parker den korrekten Namen der Romanfigur für ihren Film verwenden, da dies von Autor Westlake zuvor immer abgelehnt worden war, nach seinem Tod aber dann von seiner Witwe erlaubt wurde.

The Hunter liefert mit dem Verrat an Parker, der fast zu seinem Tod führt, und dem anschließenden Rachefeldzug ebenfalls die Ausgangslage für den Statham-Film, im weiteren Verlauf greift Drehbuchautor John J. McLaughlin allerdings auf Teil 19 der Reihe, Flashfire (deutsch: Irgendwann gibt jeder auf) [2000] zurück, wodurch sich die inhaltlichen Unterschiede zu den beiden früheren Filmen erklären.
McLaughlin machte sich zuvor unter anderem mit den Skripts zu Black Swan [2010] (mit Mark Heyman und Andres Heinz) und Hitchcock [2012] einen Namen. Mit Parker versucht er sich an einem modernen Film Noir, wenngleich das sonnengeflutete Florida ein etwas ungewöhnliches Ambiente hierfür bietet.

Punkten kann Parker zweifellos mit Jason Statham (Bank Job [2008], Killer Elite [2011]), der der Titelfigur durch physische Präsenz eine überzeugende Härte verleiht, und dem man zugleich den absurden Ehrenkodex abnimmt, anhand dessen Parker konsequent seinen Weg ohne Rücksicht auf Leib und Leben geht.
Neben Statham verblassen die anderen Darsteller fast zwangsläufig. Michael Chicklis (The Shield – Gesetz der Gewalt [2002-2008], Fantastic Four [2005]) als Parkers skrupelloser Gegenspieler Melander bleibt eher farblos. Jennifer Lopez (Out of Sight [1998]) spielt ihre Rolle mit Verve, ist für die eigentliche Handlung jedoch zugegebenermaßen nicht zwingend erforderlich. Nick Noltes (Kap der Angst [1991]) Mitwirkung reduziert sich auf wenige kurze Auftritte, was auch für Emma Booth als Parkers Freundin Claire gilt.

Zu Beginn gefällt das hohe Tempo und die schnörkellose Inszenierung des Thrillers. Lediglich auf hin und wieder eingestreuten Rückblenden hätte Regisseur Taylor Hackford (Im Auftrag des Teufels [1997], Lebenszeichen – Proof of Life [2000] und Ray [2004]) verzichten oder sie zumindest in der Anzahl reduzieren können, da sie für den eigentlichen Verlauf der Geschichte nicht zwingend notwendig sind und mit ihren überstrahlenden Farbfiltern stilistisch nicht richtig ins Gesamtkonzept passen.
Mit dem Schauplatzwechsel von Ohio nach Palm Beach und der Einführung von Jennifer Lopez' Charakter Leslie Rodgers wechselt aber sowohl die kompromisslose Stimmung des Films, als auch der bisherige Fokus auf die Durchführung von Parkers Racheplan. Dadurch zieht sich der Mittelteil unnötig in die Länge und mündet schließlich in einem eher mauen Finale, das ohne Leslies Involvierung möglicherweise packender geworden wäre.


Fazit:
Parker ist ein klassischer Antiheld: Trotz zweifellos verbrecherischer Ambitionen, soll das Publikum bei seinen Taten mitfiebern und ihm wünschen, dass der Plan aufgeht. Dass dies weitgehend gelingt, verdankt Parker in erster Linie seinem charismatischen Hauptdarsteller Jason Statham, aber auch der bewährten literarischen Vorlage. Parker agiert rücksichtslos und zielorientiert, folgt aber dennoch seiner eigenen verqueren Logik und Moral.
Dies und die solide Umsetzung, die auf unnötige Gewaltspitzen verzichtet, heben den Film über den üblichen Statham-Durchschnitt und sorgen für spannende Unterhaltung für Erwachsene.


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