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Ocean’s 8 [2018]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 22. Juni 2018
Genre: Krimi / Komödie

Originaltitel: Ocean’s Eight
Laufzeit: 110 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2018
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Gary Ross
Musik: Daniel Pemberton
Darsteller: Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anne Hathaway, Mindy Kaling, Sarah Paulson, Awkwafina, Rihanna, Helena Bonham Carter, Richard Armitage, James Corden, Nathanya Alexander


Kurzinhalt:

Als die Gaunerin Debbie Ocean (Sandra Bullock) nach beinahe sechs Jahren auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen wird, weiß sie genau, was sie tun will – ihren nächsten Coup in die Tat umsetzen, den sie seit Jahren geplant hat. Dafür rekrutiert sie mit ihrer früheren Partnerin Lou (Cate Blanchett) eine bunte Truppe bestehend aus Amita (Mindy Kaling), Tammy (Sarah Paulson), der gewieften Taschendiebin Constance (Awkwafina) und der Hackerin Nine Ball (Rihanna). Unersetzlich im Team ist die zuletzt erfolglose Designerin Rose Weil (Helena Bonham Carter), die für die berühmte Daphne Kluger (Anne Hathaway) ein Kleid entwerfen soll, das diese zur Met Gala tragen wird. Dazu soll sie ein 150 Millionen Dollar teures Diamantcollier schmücken, welches das eigentliche Ziel des Überfalls ist. Aber nicht nur, dass es alle möglichen Dinge bei der Planung des Coups zu bedenken gibt, Debbie hat auch noch eine Rechnung mit ihrem Ex-Freund Claude Becker (Richard Armitage) offen, der sie ins Gefängnis gebracht hat …


Kritik:
Ocean’s 8 ist glücklicherweise kein Remake der erfolgreichen Ocean’s-Reihe von Steven Soderbergh mit einer ausschließlich weiblichen Besetzung. Aber obwohl Regisseur Gary Ross die Geschichte der Schwester des in vorgenannten Filmen von George Clooney verkörperten Gauners Danny Ocean als unmittelbare Fortsetzung anlegt, erzählt er über weite Strecken nur eine schwach abgewandelte Variation von dessen Story. Dass das dennoch unterhält, ist der namhaften und ansteckend gut gelaunten Riege an Darstellerinnen zu verdanken, die er vor der Kamera versammelt.

Diese wird von Sandra Bullock als Deborah „Debbie“ Ocean angeführt, die nach fünf Jahren, acht Monaten und zwölf Tagen dank guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen wird. Doch statt nun ein ehrliches Leben zu führen, hat sie die Zeit genutzt, sich den nächsten Coup zu überlegen. Dafür fragt sie bei ihrer Freundin Lou an und rekrutiert mit ihrer Hilfe eine Crew von fünf weiteren Damen, die zusammenarbeiten sollen, um das schier unbezahlbare Diamantcollier „Toussaint“ zu stehlen. Als Schauplatz hat sie sich nichts geringeres als den jährlichen Spendenball des Metropolitan Museum of Art's Costume Institute in New York City ausgesucht, wo sich die Prominenz die Klinke in die Hand gibt.

Somit ist früh klar, dass Ocean’s 8 dem Genre treu bleibt und ein sogenannter „Heist“-Film wird. Dass sich Filmemacher Ross, der auch das Drehbuch mit verfasste, hinsichtlich des Aufbaus an anderen Filmen dieser Art orientiert, verwundert auch nicht. So bekommt das Publikum die Figuren vorgestellt, wohnt dem Auswahlprozess des Gauner-Teams bei und erhält Einblick in die Planung des Überfalls, bei der jedoch einige wichtige Details ausgespart bleiben, die am Ende für die ein oder andere Überraschung sorgen sollen. Was folgt ist der Überfall selbst, woran sich ein hier recht langer Epilog anschließt, in dem ein Ermittler der Versicherung den Damen auf die Schliche kommt. Doch dreht sich Ocean’s 8 weniger darum, ob die Truppe mit dem Coup davonkommt, als wie er tatsächlich vonstattengeht.

Dabei traut sich der Regisseur leider nicht, den mehr auf Hochglanz denn auf Inhalt polierten Ablauf der bisherigen Teile der Filmreihe zu durchbrechen, so dass Ocean’s 8 unter eben demselben Problem leidet: Es geht bei der Planung und Ausführung des Überfalls alles viel zu glatt. Statt dass die Damen zur Improvisation gezwungen werden und unter Druck geraten, geht Debbies Plan genau so auf, wie sie es sich vorgestellt hat. Nur entwickelt ein Heist-Film, bei dem nichts Überraschendes passiert, kein wirkliches Momentum, durch das Spannung aufkommen könnte. Dafür überzeugt die Besetzung mit Sandra Bullock, der stets erstklassigen Cate Blanchett und Anne Hathaway in einer Paraderolle durch so viel Charme, dass man sich dem kaum entziehen kann. Auch die übrigen Figuren sind von Sarah Paulson, Awkwafina, Mindy Kaling, Helena Bonham Carter und sogar Sängerin Rihanna als Hackerin mit Augenzwinkern und einem spürbar spritzigen Selbstbewusstsein verkörpert. Ihnen und vor allem ihrem Zusammenspiel zuzusehen, macht Spaß, selbst wenn es nicht mitreißt.

Hinzu kommt eine Ausstattung, insbesondere hinsichtlich der Kostüme, die schlicht beeindruckt. Dass nie Langeweile aufkommt liegt ebenso an der tänzelnden Musik, die wie der Film selbst eine Leichtigkeit versprüht, bei der es einfach fällt, alles andere auszublenden. Handfeste Kritikpunkte gibt es bei Ocean’s 8 insofern kaum auszumachen und wer mit der Erwartung an den Film herangeht, eine vertraute Geschichte in einem neuen Gewand und ebenso viel Unterhaltungswert präsentiert zu bekommen, der wird auch nicht enttäuscht werden.


Fazit:
Filmemacher Gary Ross gelingt ein Film, der sich trotz einer gänzlich neuen Besetzung dank der Atmosphäre und der Umsetzung mühelos in das bekannte Universum der Ocean’s-Filme einfügt. Doch ist er dabei so sehr dem Ablauf der vorigen Teile verhaftet, dass er Debbie Ocean und ihrer Crew keine eigene Handschrift verleiht. Dadurch wirkt ihr Coup stellenweise wie eine Nacherzählung bereits bekannter Heists und ist nicht nur deshalb bedauerlicherweise weder überraschend, noch in irgendeinem Moment mitreißend. Dafür überzeugt die fabelhafte, charmante Besetzung mit viel Esprit und einer geradezu ansteckenden Vertrautheit. So fühlt sich Ocean’s 8 am Ende an wie ein Besuch bei alten Freunden. Auch dort mag man keine großartigen Überraschungen erleben und weiß, worauf man sich einlässt, aber das heißt nicht, dass man nicht einen amüsanten Abend verbringen kann.
 


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