skip to content

Monk: "Mr. Monk bekommt Konkurrenz" [2005]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 13. November 2005
Genre: Krimi / Komödie

Originaltitel: Monk: "Mr. Monk and the Other Detective"
Laufzeit: 42 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2004
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Eric Laneuville
Musik: Jeff Beal
Darsteller: Tony Shalhoub, Traylor Howard, Ted Levine, Jason Gray-Stanford, Stanley Kamel, Emmy Clarke, Rey Gallegos, Dana Ivey, Jason Alexander


Kurzinhalt:
Als Adrian Monk (Tony Shalhoub) von Captain Stottlemeyer (Ted Levine) zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen wird, ist der skurrile Berater der Polizei zunächst ratlos. Ein Wachmann wurde erschossen und ein Juwelier in der Nähe ausgeraubt – aber während Monk noch nach Hinweisen sucht, wird die Ermittlung durch den aufdringlichen Privatdetektiv Marty Eels (Jason Alexander) gestört.
Der findet jedoch auf einen Schlag alle möglichen Beweise und wenig später auch die Leiche des Juweliers. Es dauert nicht lange, da hat Marty auch die Täter geschnappt und so glaubt sich Monk endgültig verloren.
Aber auch wenn Natalie Teegers (Traylor Howard) Zuspruch ohne Wirkung bleibt, Monk ist davon überzeugt, dass Eels bei den Ermittlungen betrogen hat – dass sowohl Stottlemeyer, als auch Randy Disher (Jason Gray-Stanford) auf Eels Seite sind, stärkt ihn nur in seinem Vorhaben, Martys Betrug aufzudecken.


Kritik:
Gleichwohl die zweite Hälfte der dritten Staffel, die gleichzeitig den Einstand von Traylor Howard als Natalie Teeger markierte, mit "Mr. Monk muss in den Wald" oder auch "Mr. Monk steckt im Stau" einige wirklich amüsante und auch gelungene Folgen beherbergte, viele Zuschauer waren – gerade in den USA – von der generellen Entwicklung der Serie nicht begeistert. Erinnert man sich an ebenso exzellent gespielte, wie inhaltlich hervorragende Folgen wie "Mr. Monk spielt mit", die den Hintergrund um Monk erweiterten, fehlt es Monk derzeit schlicht an Episoden, die die Hintergrundstory der Serie voran treiben.
Die unzähligen Verhaltensstörungen der Hauptfigur werden zwar immer wieder gebündelt in manche Episoden eingebracht, verlieren aber insofern zunehmend an Reiz, da sie sich einerseits wiederholen, andererseits dem ungewöhnlichen Detektiv nicht mehr bei der Lösung seiner Fälle zu helfen scheinen – man muss lange zurück denken, seit Monk seine Ängste überwinden musste, um einen Fall zum Abschluss zu bringen.
Um die mangelnde Entwicklung der Figur anzutreiben, wird zumindest in der kommenden Episode John Turturro erneut als Monks Bruder zu sehen sein, man kann nur hoffen, dass er nicht in dem Maße wie Gaststar Jason Alexander hier, der Hauptfigur die Show stiehlt.

Woran es dem Drehbuch aus der Feder von Monk-Autor Hy Conrad mangelt, sind frische Ideen, denn während der Anfang durchaus mit einer ungewöhnlichen Ausgangslage gefallen kann, und auch der Auftritt von Marty Eels als der "Anti-Monk" gelungen ist, verläuft die restliche Episode allzu vorhersehbar, und überraschungsarm; ärgerlich ist dabei vor allem, dass der Autor nicht den mutigen Schritt unternimmt, und Monk einen ebenbürtigen Partner zur Seite stellt, mit dem der unter OCD leidende Protagonist zusammen arbeiten muss, um den Fall zu lösen, sondern letztlich alles nach Monks Willen aufgelöst wird.
Außerdem wird nun erneut nicht der große Handlungsbogen der Serie um die Ermordung von Monks Ehefrau Trudy weitergeführt, wie es wenigstens im Staffelauftakt der letzten Staffel ("Mr. Monk erobert Manhattan") der Fall gewesen ist; stattdessen wird der Zuschauer mit einem 08/15-Fall konfrontiert, bei dem man weder die Täter, noch das Opfer genauer beleuchtet sieht, sondern einem am Ende eine arg gekünstelte und unlogische Auflösung geboten wird, an der Monk selbst kaum etwas zu tun hat.
Natalie Teeger stellt außerdem nicht viel mehr als eine Gastdarstellerin dar, und auch die beiden beliebten Figuren Stottlemeyer und Disher kommen kaum zum Zug. So hätte man sich gerade für den Beginn einer neuen Monk-Staffel etwas mehr Mut und Entscheidungsfreudigkeit gewünscht, denn was leider bereits in der dritten Staffel zu beobachten war, die drohende Stagnation sowohl bei den Figuren, als auch bei den Stories, ist auch hier offensichtlich.

Dafür darf man sich als Zuseher auf einen wirklich einprägsamen Gastauftritt von Jason Alexander (bekannt aus der Serie Seinfeld [1990-1998] freuen, der Hauptakteur Tony Shalhoub nicht nur ebenbürtig ist, sondern ihn durch sein quirliges Auftreten und seine schlagkräftigen Antworten an die Wand spielt. Alexander kann man zu seiner Darbietung nur gratulieren, schade nur, dass die Story ihn auf so unwürdige Weise entlässt.
Dass Shalhoub, der mehrmals für seine Leistungen in der Serie ausgezeichnet wurde, alles andere als schlecht agiert, ist unbestritten, seine routinierte Verkörperung ist bei weitem besser, als es viele andere Darsteller erreichen würden – und doch wurde ihm am meisten in der Serie abverlangt, wenn sich Monk einer Angst stellen musste, bei der er selbst wusste, dass die unbegründet ist, er jedoch nicht über seinen Schatten springen konnte. Diese Zerrissenheit bringt Tony Shalhoub so glaubwürdig und ergreifend zum Ausdruck, wie man es sich kaum vorstellen kann, doch leider verlangt es das Skript bei dieser Folge nicht, und so darf man den sympathischen Mimen in gewohnter Monk-Manier genießen, wichtige Szenen gibt es jedoch keine.
Dasselbe gilt für Traylor Howard, die kaum zu sehen ist – ebenso wie Jason Gray-Stanford; einzig Ted Levine hat ein paar wenige Momente, in denen er seinen Charme versprühen darf, aber auch er war in früheren Episoden bedeutend mehr gefordert.
Der Kurzauftritt von Stanley Kamel gehört zwar zu den witzigen Szenen der Episode, doch würde man sich als Zuseher gerade hier wünschen, dass er als Charakter etwas mehr an Tiefe verleiht bekommt; vielleicht überraschen die Autoren ja in dieser Hinsicht in den kommenden Folgen.
Der übrige Cast ist routiniert ausgewählt, wächst jedoch nicht über sich hinaus, dafür gibt es aber auch keine enttäuschenden Auftritte.

Regisseur Eric Laneuville ist im Fernsehgeschäft kein Unbekannter und sowohl hinter der Kamera seit vielen Jahren vertreten, als auch als Gastdarsteller bei einigen Produktionen zu sehen gewesen.
Handwerklich gibt es an "Mr. Monk bekommt Konkurrenz" nichts zu bemängeln, Kamera und Schnitt sind routiniert geraten und vermitteln jeweils einen guten Überblick. Innovative Kameraeinstellungen oder spannende Schnittfolgen sucht man zwar vergebens, doch dadurch zeichnete sich Monk in der Vergangenheit nur selten aus, und da die Vorlage ohne große Spannungsmomente auskommt, sind selbige verständlicherweise auch nicht in der Umsetzung wieder zu finden.

Ärgerlich ist hingegen die Musik von Stammkomponist Jeff Beal, die gerade in den ersten 15 Minuten aufdringlich laut, säuselnd und ohne nennenswerte Höhepunkte eingespielt wird. Zwar bessert sich das in der zweiten Hälfte der Episode, doch gerade als Auftakt erscheint dies unnötig und vor allem unprofessionell.
Dass Beal der Serie ohne Zweifel eine gekonnte Untermalung verleihen kann, ist unbestritten und wurde vor zwei Jahren auch mit einem Emmy gewürdigt. Doch für diese Episode griff er schlicht zu den falschen Themen, die auch noch unpassend eingesetzt wurden.

Monk-Fans steht erneut eine relativ kurze Staffel bevor, bestehend aus 16 Episoden, die in den USA einmal mehr nach nur acht Episoden eine viermonatige Pause einlegte; dank einer treuen Zuschauerschaft von mehreren Millionen sieht es derzeit auch so aus, als würde die Serie um ein weiteres Jahr verlängert, zumal die mehrfach preisgekrönte Serie um den unter obszessiv-zwanghaften Verhaltensstörungen leidenden Detektiv eine Prestige-Serie für den Kabelsender USA darstellt.
Doch auch um die bereits bestehende Fangemeinde zum Einschalten zu motivieren, müssen die Macher endlich mutigere Schritte beweisen; Monk in seinen gewohnten Bahnen operieren zu lassen, mag zwar eine sichere Wette sein, aber gerade die skurrilen Fälle, die witzigen Situationen und nicht zuletzt Monks Bürde mit dem nicht gelösten Fall um die Ermordung seiner Frau sind diejenigen Elemente, die die Serie auszeichnen, und die seit geraumer Zeit sträflich vernachlässigt werden.
Für einen Staffelauftakt ist "Mr. Monk bekommt Konkurrenz" zu vorhersehbar und unspektakulär geraten, statt die Figuren weiter zu entwickeln oder wenigstens die Zusammenarbeit zwischen Natalie Teeger und Monk zu intensivieren, wird Gastdarsteller Jason Alexander in den Mittelpunkt gerückt. Der stiehlt Monk zwar die Show, wird aber am Schluss dennoch abgestraft, wobei er das ansich nicht verdient hätte.


Fazit:
Wenn bei einem Krimi der eigentliche Kriminalfall nur am Rande interessiert, hat der Autor ansich das Thema verfehlt; dies versucht Skriptautor Hy Conrad zwar dadurch zu kompensieren, dass er Monks Bestreben nicht auf die Lösung des Falles legt, sondern darauf, Marty Eels als Betrüger zu entlarven, aber gerade hier hätte man sich gewünscht, dass der schrullig-sympathische Eels sich als dem großen Monk ebenbürtig erweist und jener damit leben muss, nicht der einzige auf dem Spielfeld zu sein.
So viel Mut beweisen die Macher aber nicht, sondern stricken eine wenig plausible, gezwungene Auflösung an "Mr. Monk bekommt Konkurrenz", die aber einen sehr bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Wäre es nicht um Jason Alexander, der hier für viele Lacher sorgt, und um Tony Shalhoub, der routiniert wie immer mimt, dann hinterließe der Staffelauftakt von Monk einen deutlich schlechteren Eindruck.
So ärgert man sich einerseits über die unpassende Musik, andererseits über die verschenkten Möglichkeiten. Monk-Fans können den Fall zwar genießen, hätten sich aber gerade zum vierjährigen Jubiläum eine einprägsamere Episode mit einem bedeutenderen Hintergrund für die Hauptfiguren gewünscht.


Treffpunkt: Kritik empfiehlt TEUFEL LAUTSPRECHER GmbH – für den perfekten Heimkino-Sound!
Ok. Treffpunkt: Kritik verwendet Cookies, um den Internetauftritt bestmöglich an die Besucher anpassen zu können.
Sofern Sie auf dieser Seite bleiben, stimmen Sie dem zu. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.