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Marvel's The Avengers [2012]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 29. April 2012
Genre: Action / Science Fiction

Originaltitel: The Avengers
Laufzeit: 142 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2012
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Joss Whedon
Musik: Alan Silvestri
Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Evans, Mark Ruffalo, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Samuel L. Jackson, Tom Hiddleston, Clark Gregg, Gwyneth Paltrow, Paul Bettany, Stellan Skarsgård, Cobie Smulders, Alexis Denisof


Kurzinhalt:
Es scheint als könnten die Forschungen von Dr. Selvig (Stellan Skarsgård) an dem außerirdischen Tesserakt endlich von Erfolg gekrönt sein, was die Bemühungen von S.H.I.E.L.D.-Direktor Nick Fury (Samuel L. Jackson) bezüglich eines geheimen Projektes voran bringen würde. Da geschieht etwas Seltsames mit dem Tesserakt. Wenig später steht mitten in dem unterirdischen Labor der Asgardier Loki (Tom Hiddleston), dem die Waffen der Menschen nichts anzuhaben scheinen und dem es gelingt, mit einem mächtigen, vom Tesserakt gespeisten Speer, Dr. Selvig und auch den Agenten Clint Barton (Jeremy Renner) unter seine Kontrolle zu bringen. Kurz darauf hat er den Tesserakt an sich gebracht, den er benötigt, um eine Armee der Chitauri auf die Erde zu bringen, mit deren Hilfe er die Menschheit unterwerfen will.
Für Fury steht fest, dass er für diese Bedrohung auf die Hilfe von ganz speziellen Individuen setzen muss. Darum schickt er Agent Coulson (Clark Gregg) los, die Avengers zusammenzurufen. Bestehend aus Tony Stark (Robert Downey Jr.), der als Iron Man für Recht und Ordnung sorgt, Captain America (Chris Evans), Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) und dem Gammastrahlen-Spezialisten Bruce Banner (Mark Ruffalo) muss es der Gruppe gelingen, Loki aufzuhalten. Nachdem sie den Asgardier in Deutschland gestellt haben, treffen sie auf Thor (Chris Hemsworth), der erneut auf die Erde gereist ist, um Loki Einhalt zu gebieten. Doch dieser weigert sich, den Standort des Tesserakts preiszugeben und mit jeder Minute, die verstreicht, rückt die Armee der Chitauri dichter vor. Vor allem aber erhöhen sich die Spannungen unter den Avengers, die von einem Team noch weit entfernt sind. Doch sie müssen zusammenarbeiten, um die größte Bedrohung, der die Menschheit je gegenüberstand, abzuwehren ...


Kritik:
Seit vier Jahren wurde die Superheldenzusammenkunft der Avengers nun schon vorbereitet. Zuerst in Iron Man [2008] und Der unglaubliche Hulk [2008], dann in Iron Man 2 [2010], Captain America: The First Avenger [2011] und Thor [2011]. Wie könnte ein Film dem seit so langer Zeit geschürten Hype überhaupt standhalten? Regisseur Joss Whedon ist nicht nur dank seiner TV-Serien Buffy - Im Bann der Dämonen [1997-2003] und Firefly [2002-2003] ein bekannter Mann des Showbusiness, sondern auch auf Grund seines Enthusiasmus. Er schrieb unter anderem das Skript zu The Avengers und was man spätestens im dritten Akt festhalten kann ist, dass er in Bezug auf das Geschichtenerzählen der bessere Michael Bay ist. Was so viel bedeutet wie, gemessen an einer irrsinnigen Materialschlacht braucht sich The Avengers nicht vor der Transformers-Reihe zu verstecken. Im Gegenteil, einer übersichtlichen Inszenierung sei Dank, macht das Finale wirklich Spaß. Und wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der vor Zorn ergrünte Hulk für die witzigsten Momente im Film sorgen würde?

Dass ein Film wie The Avengers hauptsächlich diejenigen ins Kino locken wird, die sich mit der Materie zumindest soweit auskennen, als dass sie die dazugehörigen Filme gesehen haben, sollte selbstverständlich sein. Anders macht es auch keinen großen Sinn, denn selbst wenn ein paar Zusammenhänge für das Publikum erneut hergestellt werden, das meiste wird als bekannt vorausgesetzt. So auch, dass die Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. an einer Möglichkeit forscht, den aus Captain America bekannten Tesserakt als unermüdliche Stromquelle zu nutzen. Doch der Energiewürfel ist mehr als er vermuten lässt und stammt aus der aus Thor bekannten Welt Asgards. Loki, den Thor glaubte vernichtet zu haben, kommt über das Portal, das der Würfel darstellt, auf die Erde. Sein Ziel ist es, die Erde mit einer außerirdischen Macht, genannt die Chitauri, zu unterwerfen und über die Menschheit zu herrschen. Er nimmt den Tesserakt an sich und flieht – der Leiter von S.H.I.E.L.D., Nick Fury, greift darum zur Avenger-Initiative und versammelt ein halbes Dutzend Superhelden, die den aussichtslosen Kampf gegen die Armee der Chitauri gewinnen sollen.

Doch bis es soweit ist sind Zweidrittel von The Avengers bereits vergangen. Regisseur Whedon nimmt sich stattdessen die Zeit, die verschiedenen Figuren (Iron Man, Captain America, Hulk, Thor und die beiden weniger bekannten Black Widow und Hawkeye) erneut vorzustellen und aufzuzeigen, wie sie von Fury zusammengebracht werden. Dass jeder für sich mit seinen besonderen Fähigkeiten ein Held ist, wissen die Zuschauer schon aus den vorangegangenen Filmen. Dass es für sie aber nicht einfach ist, über ihr Ego hinwegzusehen und sich als Team zusammenzuschließen, zeigt die Comic-Verfilmung auf überaus kurzweilige und unterhaltsame Art und Weise. Angesichts der Menge an Figuren besteht die Befürchtung, dass die bekanntesten, Tony Stark / Iron Man oder Captain America weit mehr zu tun bekommen als die übrigen. Tatsächlich spielt Stark eine tragende Rolle und auch Thor ist für das Verständnis unabdingbar, schon weil der Bösewicht Loki aus jenem Film stammt, doch haben alle anderen Figuren ihre speziellen Momente und bleiben dadurch in Erinnerung. Auch müssen sie wie ein wirkliches Team zusammenarbeiten, um der Bedrohung Herr zu werden. Dass Nebenfiguren wie Starks Gefährtin Pepper Potts oder Furys rechte Hand Coulson ebenfalls glänzen dürfen, rundet das Erlebnis für Fans noch ab.

Angesichts der Zerstörung, die zuerst die Helden verursachen und später die einfallende Armee der Außerirdischen, scheint es nicht zu passen wenn man behauptet, The Avengers besitzt viele Momente, die das Publikum so zum Lachen bringen, dass man den nächsten Satz auf der Leinwand gar nicht zu hören bekommt. Doch Joss Whedon gelingt es nicht nur, eine Geschichte zu erzählen, bei der man wirklich mitfiebert, sondern er versieht sein Skript überdies mit so viel Ironie (der Hammer Thors, der am Stern Amerikas abprallt) und Dialogwitz, dass man das Gefühl bekommt, in den teils abstrusen Kostümen stecken Charaktere aus Fleisch und Blut. Andernfalls würden die Opfer, die erbracht werden dem Publikum auch nicht so zusetzen.

Es wird bislang nur darüber spekuliert, wie kostspielig The Avengers gewesen ist. Allen Schätzungen zufolge dürfte der Actionfilm sein Budget in den ersten Wochen bereits wieder eingenommen haben. Den Aufwand, den die Macher betrieben haben, sieht man den Szenen an und das nicht nur, weil bereits die Eröffnung mehr zu Bruch gehen lässt, als bei vielen Filmen das Finale. Handwerklich hervorragend umgesetzt beweist Whedon, dass er nicht nur ein unvorstellbar großes Projekt zu stemmen vermag, sondern gleichzeitig eine Story erzählen will, bei der es um die Personen darin geht. Man kann nur hoffen, dass die Produzenten sich dies für die unausweichliche Fortsetzung, die während des Abspanns bereits angedeutet wird, ebenso zu Herzen nehmen.


Fazit:
Dass ein Film wie The Avengers keine Oscars für seinen Inhalt oder die Darstellerleistungen bekommen wird, steht außer Frage. Es ist eine Produktion, die sich an die Fans jenes Genres richtet. In Regisseur Joss Whedon fand sich ein Filmemacher, der diese Begeisterung für das Material offensichtlich teilt und dem es darum auch gelingt, ein Superheldentreffen auf die Leinwand zu bringen, bei dem nicht nur den Liebhabern der Vorlage das Herz aufgehen dürfte.
Packend und überraschend humorvoll umgesetzt spielt der Film gekonnt mit seinen absurden Elementen und nimmt so den Skeptikern den Wind aus den Segeln. Die gut gelaunten Darsteller tun ihr übriges dazu. Alle Figuren werden hervorragend in Szene gesetzt und selbst die Nebenfiguren kommen nicht zu kurz. Wer auf stimmige, fantasievolle Abendunterhaltung aus ist, dessen Aussage auch das Publikum zusammenschweißt, wird hier auf seine Kosten kommen. Nach den beinahe zweieinhalb Stunden, die scheinbar wie im Flug vergehen bleibt jedenfalls festzuhalten, dass The Avengers, der in gewissem Sinne die Eröffnung des diesjährigen Kinosommers repräsentiert, seinen Erwartungen mühelos gerecht wird.


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