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Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron [2015]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 14. Mai 2015
Genre: Action / Science Fiction / Thriller

Originaltitel: Avengers: Age of Ultron
Laufzeit: 141 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Joss Whedon
Musik: Danny Elfman, Brian Tyler
Darsteller: Robert Downey Jr. , Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Chris Evans, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, James Spader, Samuel L. Jackson, Don Cheadle, Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, Paul Bettany, Cobie Smulders, Anthony Mackie, Hayley Atwell, Idris Elba, Linda Cardellini, Stellan Skarsgård, Claudia Kim, Thomas Kretschmann


Kurzinhalt:

Das Zepter Lokis, eine unerforschte Energiequelle, war nach der Zerschlagung von S.H.I.E.L.D. in die Fänge von Hydra unter dem Kommando Baron von Struckers (Thomas Kretschmann) gefallen. Als die Avengers Iron Man (Robert Downey Jr.), Thor (Chris Hemsworth), Hulk (Mark Ruffalo), Captain America (Chris Evans), Black Widow (Scarlett Johansson) und Hawkeye (Jeremy Renner) in Sokovia das Zepter zurückholen, stoßen sie auf die Zwillinge Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson) und Scarlet Witch (Elizabeth Olsen), an denen Strucker experimentiert hat. Zurück in New York nutzen Tony Stark und Bruce Banner das Zepter, um damit die künstliche Intelligenz Ultron (James Spader) zu schaffen, die in der Lage sein soll, die Welt vor allen Gefahren zu beschützen. Doch Ultron sieht nur in einem Neuanfang eine Möglichkeit auf eine friedliche Welt – dafür will er die Menschheit auslöschen ...


Kritik:
Als Filmemacher Joss Whedon vor drei Jahren The Avengers auf die Leinwand brachte, gelang ihm die Überraschung, dass auch Figuren wie der Hulk, Thor oder Captain America, die in ihren eigenen Filmen nur leidlich überzeugen konnten, im Team richtig aufblühten. Der actiongeladene Comicfilm lockte Fans in Scharen in die Kinos. Die Fortsetzung Age of Ultron bietet erneut ein unvorstellbares Actioninferno neben Teamgeist und Humor. Doch der Glanz des Unerwarteten ist verblasst, auch da das Marvel-Universum sich selbst starke Konkurrenz macht.

Bis zu The Avengers war der Solo-Einstand von Iron Man [2008] der beste Einzelfilm der dort vertretenen Superhelden gewesen. Doch vor Avengers 2: Age of Ultron kam mit The Return of the First Avenger [2014] der zweite Film um Captain America, der neben perfekt gemachter Action auch eine intelligente Intrigengeschichte bietet. Was Joss Whedon mit seiner Ultron-Story erzählen will, ist geradeheraus und damit kaum überraschend. Bei ihrem jüngsten Abenteuer stoßen die Avengers im europäischen Sokovia auf den Hydra-Schergen Strucker, der die Zwillinge Quicksilver und Scarlet Witch für sich eingespannt hat. Während Quicksilver schneller ist als eine Kugel fliegen kann, besitzt Scarlet Witch die Fähigkeit, die Gedanken von Menschen zu manipulieren. Sie stellt Tony Stark vor seine größte Angst: Dass es ihm nicht gelingt, die Welt und seine Gefolgsleute der Avengers zu beschützen. So erschafft er mit Hilfe von Lokis Zepter eine künstliche Intelligenz (KI), die in der Lage sein soll, seine Drohnenarmee zu befehligen und die Welt sicher zu machen.

Auf welche Idee eine künstliche Intelligenz beim Schutz der Menschheit dabei kommen kann, ist nicht erst seit Terminator [1984] hinlänglich bekannt. Ultron, so der Name der KI, entscheidet, dass die Avengers die erste große Gefahr für die Welt sind und macht sich auf, sie auszulöschen. Kenner von Marvels Kinouniversum wissen, dass in Lokis Zepter ein Infinity-Stein schlummert und dass Avengers 2 nur eine weitere Etappe auf dem langen Pfad der wohl geplanten Filmreihe ist. Vielleicht wirken die neuen Figuren Quicksilver und Scarlet Witch deshalb so fehl am Platz. Es ist, als wären sie nur Teil der Geschichte, um zwei neue Gegner der Avengers vorzustellen, wirklich notwendig sind sie jedoch nicht, zumal man lieber mehr Zeit mit den bekannten Helden verbringen würde.

Wie eingangs erwähnt, bietet der Film erneut das bekannte Zerstörungsfeuerwerk, bei dem hier jedoch mehr Trickeffekte als offensichtlich auffallen, als noch im Vorgängerfilm. Das beginnt bereits bei der Eröffnungsszene, in der beinahe alle Avengers, wenn sie durch die Luft fliegen, schießen und Unmögliches überleben, wie computeranimierte Gummibälle erscheinen und auch beim Finale gibt es zweierlei Arten von Spezialeffekten. Die hervorragend unauffälligen und die nicht so guten.
Da Whedon mehr von den Kollateralschäden zeigt, die Ultron oder die Avengers anrichten, wirkt der Grundton des Films ernster, während The Avengers trotz allem leichtfüßig erzählt war. Age of Ultron findet dennoch viel Humor, insbesondere im Zusammenspiel der Figuren. Wie gekonnt das Skript die Idee des "Hammer-hebens" am Anfang und vor dem Finale aufgreift, zeigt, wie gut Joss Whedon seine Charaktere versteht. Es ist eines der Highlights des Films.

Wie die allermeisten großen Filme, wird auch Avengers 2: Age of Ultron in 3D im Kino gezeigt – um eine 2D-Vorstellung zu erwischen, muss man sich durchaus anstrengen. Gerade zu Anfang ist der 3D-Effekt eine nette, aber unwichtige Beigabe. Im Verlauf des Films fällt allerdings auf, dass in vielen Real-Einstellungen ein leichtes Ghosting (Schattenkonturen) auftritt, während die trickeffektlastigen Einstellungen dieses Merkmal nicht besitzen. Die viel gerühmten Pop-out-Einstellungen bleiben glücklicherweise aus, dafür fällt in vielen Momenten die Tiefenwirkung ebenfalls flach aus. Kurzum, wer die Möglichkeit hat, den Film ohne 3D anzusehen, hat nichts verpasst.


Fazit:
Wie schon im ersten Teil gelingt es Joss Whedon gut, trotz der vielen Figuren alle zum Zug kommen zu lassen. Dass mit Hawkeye der unbekannteste eine große Rolle zugeschrieben bekommt, ist überaus erfreulich und verleiht der Figur ungemein mehr Tiefe. Auch weiß Whedon die bombastische Action entsprechend zu inszenieren und nicht durch Schnitte im Sekundentakt zu zerfleddern. Trotzdem fehlen hin und wieder Szenenübergänge, so dass man beispielsweise sieht, wie Captain America zum Sprung ansetzt und nach dem Schnitt ist er schon angekommen.
In einer Sequenz in Seoul entgleist ein Zug und rast durch einen ganzen Stadtteil. Was in anderen Filmen als Finale minutenlang dauert, wird in Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron im Rekordtempo abgespult und dann zur nächsten Szene gehechtet. Es ist, als wäre im Superheldenuniversum keine Bedrohung groß genug und kein Einzelschicksal es wert, beachtet zu werden. Teil eins der Reihe ließ sich dabei mehr Zeit. Das heißt nicht, dass Avengers 2 kein spaßiger Unterhaltungsfilm ist: Er ist so gut gemacht wie man angesichts der Masse nur erwarten kann und bietet Fans genau das, was sie sehen wollen. Mehr kann – und sollte – man nicht erwarten.    


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