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Life of Crime [2013]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 24. Mai 2015
Genre: Unterhaltung / Krimi

Originaltitel: Life of Crime
Laufzeit: 98 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2013
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Daniel Schechter
Musik: The Newton Brothers
Darsteller: Jennifer Aniston, Yasiin Bey, John Hawkes, Isla Fisher, Will Forte, Tim Robbins, Mark Boone Junior, Clea Lewis, Charlie Tahan, Kevin Corrigan


Kurzinhalt:

Die Ehe von Mickey (Jennifer Aniston) und Frank Dawson (Tim Robbins) steht kurz vor ihrem Ende. Nicht nur, dass sie sich ständig auch vor den Augen ihres Sohnes Bo (Charlie Tahan) streiten, Mickey hört die Frauen im Country Club darüber tuscheln, dass Frank sie ständig betrügt. Mickey weiß noch nicht, dass Frank die Scheidung bereits vorbereitet, um mit Melanie (Isla Fisher) glücklich zu werden. Auch weiß sie nichts von den Schwarzgeldkonten – bis die beiden Ganoven Ordell (Yasiin Bey) und Louis (John Hawkes) es ihr erzählen, nachdem sie sie gekidnappt haben. Sie verlangen von Frank eine Million Dollar für seine zukünftige Ex-Frau ... doch er zahlt nicht ...


Kritik:
Es ist eigentlich nicht fair, Life of Crime mit Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone [1986] zu vergleichen, auch wenn beide eine sehr ähnliche Geschichte erzählen. In beiden Filmen werden Ehefrauen entführt, um Lösegeld vom Ehemann zu erpressen und in beiden Filmen sind die Männer froh darum, ihre Frauen endlich los zu sein. Aber während letzterer Film aus der Idee eine mitreißende Komödie entwickelt, fehlt bei Life of Crime trotz vieler absurder Momente der Spaß.

Basierend auf dem Roman Wer hat nun wen auf's Kreuz gelegt? [1978] von Elmore Leonard, war die Geschichte zu Life of Crime streng genommen zuerst da und wer sich etwas mit Leonards Erzählungen auskennt, wird neben bekannten Figuren wie Ordell Robbie, der hier von Yasiin Bey, auch bekannt als Mos Def, gespielt wird und in Jackie Brown [1997] von Samuel L. Jackson verkörpert wurde, noch zwei weitere aus Quentin Tarantinos Crimedrama vertraute Charaktere wiederfinden. Filmemacher Daniel Schechter siedelt seinen Film in Detroit im Jahr 1978 an und er könnte die Mode, den Look und sogar Kameraführung von damals kaum besser treffen.

Im Zentrum der Geschichte stehen die beiden Gauner Ordell Robbie und Louis Gara, die beschließen, die Ehefrau von Frank Dawson zu kidnappen, um von ihm ein Lösegeld zu erpressen. Sie wissen davon, dass er monatlich 50.000 Dollar Schwarzgeld beiseiteschafft und inzwischen schon über eine Million Dollar beisammenhat. Was sie nicht wissen: Zwei Tage, bevor sie Mickey Dawson kidnappen, hat Frank die Scheidungspapiere vom Anwalt angefordert.
Während sich Frank auf den Bahamas mit seiner Geliebten Melanie vergnügt, findet sich Mickey im Haus von Richard Monk wieder, den Ordell und Louis für ihre Dienste eingespannt haben. Wer glaubt, das Timing der beiden könnte nicht schlechter sein, der sollte sich die Entscheidungen von beinahe allen Figuren einmal genauer ansehen, die sich so dämlich verhalten, dass es an sich zum Davonlaufen ist.

Das ist dabei kein Kritikpunkt, Life of Crime geht mit den idiotischen Figuren ganz bewusst um und hält ihnen und dem Publikum durch ihr absurdes Verhalten einen Spiegel vor. Sei es der Richard, der trotz seiner rechtsradikalen Einstellungen mit dem farbigen Ordell Geschäfte macht oder das größte Weichei des Films, Marshall, der gern mit Mickey anbandeln würde, aber nicht einmal genug Mumm besitzt, seine unglückliche Ehe dafür aufs Spiel zu setzen, um die Polizei auf Mickeys Entführung aufmerksam zu machen. Die einzig vernünftige Person im ganzen Film ist Mickey Dawson, die von Jennifer Aniston nuanciert und charismatisch gespielt wird. Ihr ist von vornherein klar, dass ihr Mann für sie nicht zahlen wird – auch wenn es letztlich Melanies Beeinflussung zu verdanken ist, die hier die Möglichkeit wittert, Franks Ehefrau loszuwerden.

All das könnte eine humorvolle Satire auf die gesamte Situation und die gesellschaftlichen Verflechtungen sein, doch Life of Crime kommt bis zum Schluss nie in Fahrt. Genauer gesagt endet der Film dann, wenn das letzte Drittel anbrechen sollte, damit Frank bekommt, was er verdient. Bis dahin zieht sich die Erzählung trotz skurriler Momente und haarsträubend dämlicher Entscheidungen zu sehr, so dass trotz des tollen Zeitkolorit der Funke nie überspringt.


Fazit:
Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Geschichte zu erzählen: Entweder, man macht es wie vor knapp dreißig Jahren als schrill überdrehte Komödie, oder als ernsten Krimi, der einen Blick auf die egoistischen, skrupellosen Figuren wirft. Daniel Schechter versucht einen Mittelweg, doch dabei gelingt ihm keiner richtig. Das Schicksal der Figuren berührt nur wenig, auch wenn nicht wirklich absehbar ist, wohin sich das entwickelt.
Wovon Life of Crime merklich lebt, ist einerseits das tolle 70er-Jahre-Flair, das bis ins Kleinste hervorragend eingefangen ist, und die tollen Darsteller, die sich hier in ungewöhnlichen Rollen wiederfinden. Jennifer Aniston überzeugt gerade in den ernsten Momenten, in denen Mickey sich das Scheitern ihrer Ehe eingesteht und Tim Robbins ganz unterschiedliches Auftreten als Frank bei seiner Frau oder bei Melanie, der er nachgibt, ist durchaus sehenswert. Nur dauert es gute 20 Minuten zu lang, ehe der Film an dem Punkt ankommt, an dem der letzte Akt beginnen sollte – und dann ist er einfach vorbei. Schade.    


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