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Kung Fu Panda [2008]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 04. Januar 2009
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: Kung Fu Panda
Laufzeit: 92 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2008
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Mark Osborne, John Stevenson
Musik: John Powell, Hans Zimmer
Originalstimmen: Jack Black (Hape Kerkeling), Dustin Hoffman (Gottfried John), Angelina Jolie (Bettina Zimmermann), Ian McShane (Thomas Fritsch), Jackie Chan (Stefan Gossler), Seth Rogen (Tobias Kluckert), Lucy Liu (Cosma Shiva Hagen), David Cross (Ralf Schmitz), Randall Duk Kim (Jochen Schröder), James Hong (Lutz Mackensy), Dan Fogler (Gerald Schaale), Michael Clarke Duncan (Tilo Schmitz)


Kurzinhalt:
Po (Jack Black / Hape Kerkeling) träumt davon, ein großer Kung Fu Kämpfer zu sein. Doch der pummelige Panda, der im Nudelrestaurant seines Vaters Mr. Ping (James Hong / Lutz Mackensy) arbeitet, kann nicht einmal seine eigenen Zehenspitzen berühren.
Als der Kung Fu-Meister Oogway (Randall Duk Kim / Jochen Schröder) eine Versammlung der Dorfbewohner des Tals des Friedens einberuft, um den legendären Drachenkrieger zu bestimmen, fällt wie Wahl in der Tat auf Po – er soll auserwählt sein, den aus der Gefangenschaft ausgebrochenen Schurken Tai Lung (Ian McShane / Thomas Fritsch) aufzuhalten. Dafür soll ihn Shifu (Dustin Hoffman / Gottfried John) trainieren. Doch der sieht im unbegabten Faulpelz die Hoffnungen auf einen Sieg gegen Tai Lung schwinden.
Bis er entdeckt, mit welchen Mitteln der gefräßige Panda zu Höchstleistungen motiviert werden kann. Doch reicht die Zeit, um Po für den Kampf gegen Tai Lung zu wappnen? Der sinnt seit 20 Jahren auf Rache gegen Shifu, seinen ehemaligen Mentor ...


Kritik:
Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass DreamWorks Animation mit ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm, Antz [1998], in den Kinos vertreten waren. Ihr Rezept ist dabei an sich immer dasselbe geblieben. Eine ganze Schar an bekannten und namhaften Sprechern liefert die Grundlage für kindgerechte Unterhaltung auf gut gemachtem Trickfilmniveau. Wirkliche Highlights waren bislang selten dabei, auch wenn die Shrek-Reihe zu den erfolgreichsten des Genres gehört.
Im Falle von Kung Fu Panda fragt man sich allerdings einmal mehr, wozu die bekannten Synchronsprecher denn verpflichtet wurden – wirklich viel zu hören gibt es von ihnen nämlich nicht. Auch die Geschichte bietet in dem Sinne keine großen Überraschungen, sorgt aber mit der familienfreundlichen Aussage, dass jeder seine Bestimmung und sein Talent hat, und man dieses nur mit harter Arbeit erreichen kann, zumindest für kindgerechte Unterhaltung.

Dafür, dass dies insbesondere im englischen Original treffend dargebracht wird, sorgt Jack Black, der als Stimme des knuffigen Pandas Po die Sympathien schnell auf seine Seite zieht. Ihm ist allenfalls Dustin Hoffman ebenbürtig, der als Meister Shifu für viele Lacher sorgt und doch die Story mit entsprechendem Stolz und Ernsthaftigkeit vorträgt.
Von Angelina Jolie und Lucy Liu ist ebensowenig zu hören wie von Seth Rogen oder David Cross. Dass Jackie Chan mit an Bord ist, erfährt man an sich erst aus dem Abspann und sie alle haben zusammen weniger Textzeilen zu sprechen wie Ian McShane als gar nicht so böser aber fehlgeleiteter und enttäuschter Tai Lung.
Prominent bis in die Nebenrollen besetzt, darunter auch mit Michael Clarke Duncan oder Dan Fogler, wirkt das Casting sicherlich sehr aufwändig und auch kostspielig. Ob gewohnte Sprecher aus bekannten Animationsserien aber nicht ebenso gut geeignet gewesen wären, sei dahingestellt. Die Prominenz macht sich sicherlich gut auf dem Filmplakat und dem Presseempfang, wo auch mit Hape Kerkeling oder Cosma Shiva Hagen, beziehungsweise Bettina Zimmermann und Gottfried John geworben wurde.

Was an Kung Fu Panda vielmehr überrascht, ist die Machart des Films, der sich zwar eindeutig an den chinesischen Brauchtümern und der Kultur orientiert, aber nicht aus den Augen verliert, dass die Geschichte flott erzählt werden soll. So finden sich im Hintergrund viele Anspielungen und Details, während das Geschehen flüssig und mit einfallsreichen Perspektiven und verschwenderisch schönen Farben gezeigt wird.
Selbst die actionreichen Kampfszenen bieten viel mehr, als man im ersten Moment erwarten würde, da sie einerseits durch lange Kamerafahrten überzeugen, aber bei den einzelnen Figuren wie Shifu, Tigress, Monkey oder Mantis jeweils einen eigenen Kung Fu Stil zur Schau stellen.
So rasant und phantasievoll somit die einzelnen Szenen umgesetzt sind, dass in jede einzelne viele Vorbereitungen und viel Arbeit eingeflossen ist, ist zweifellos zu sehen. Und dank der Schärfen und Unschärfen, der Blickwinkel und Schnitte erreicht hier DreamWorks ein Niveau, an dem man sich zuletzt mit Ab durch die Hecke [2006] versucht hatte.

Dass das Witzeniveau nicht auf das eines Shrek-Abenteuers sinkt sollte man den Drehbuchautoren hoch anrechnen. Überhaupt überrascht die Vorlage mit einigen berührenden und sehr philosophischen Momenten wie beispielsweise wenn Oogway mit Shifu am Pfirsichbaum spricht – oder die in diesem Fall sehr wichtige und nicht aufgesetzt wirkende Szene nach dem Abspann.
Nur dass Kung Fu Panda die zweifelsohne richtige Aussage auf die eineinhalb Stunden ausdehnt, scheint etwas übertrieben und man würde sich wünschen, dass den Machern mehrere Schichten eingefallen wären, die sie dem Publikum hätten vermitteln wollen. Auf Grund der Tatsache, wie und auch wie oft die Kernaussage des Films präsentiert wird, sollten selbst jüngere Zuschauer keine Schwierigkeiten haben. Erwachsene dagegen haben das Kung-Fu-Abenteuer schnell durchschaut.

Zur tadellosen Präsentation des Films gehört auch die musikalische Untermalung durch Hans Zimmer und John Powell, die einerseits für die authentische Atmosphäre verantwortlich ist, aber auch genügend rhythmische Stücke beinhaltet, die einen als Zuseher mitreißen, wenn die Actionszenen vorbereitet werden. Dass ihnen außerdem sehr ruhige Melodien gelungen sind, die ebenfalls einfallsreich instrumentiert sind, hebt den Soundtrack von vielen anderen des Genres ab.

Ein gelungenes Design der Comic-Welt von Kung Fu Panda, detaillierte und sympathische Figuren, eine rasante und nie unnötig in die Länge gezogene Inszenierung sowie eine erstklassige Klang-Kulisse inklusive des eingängigen Scores sorgen dafür, dass sich das Panda-Abenteuer den dritten Platz am DreamWorks Animations-Himmel sichern kann. Nach Antz und Ab durch die Hecke macht Kung Fu Panda jüngeren wie älteren Zuschauern ohne Frage Spaß, wenn man sich auf die leichte Unterhaltung einlässt.
Aber auch wenn am Schluss einige Handlungsfäden nicht zu Ende geführt werden, bleibt die Frage, ob man aus der Grundgeschichte viel mehr hätte herausholen können. Nur wieso musste schon eine Woche nach Kinostart die Fortsetzung für 2011 angekündigt werden? Stellt es für die Filmemacher keine größere Herausforderung dar, sich eine neue Geschichte mit neuen Figuren einfallen zu lassen? So könnten sich die Pixelkünstler vielleicht endlich an die vielschichtigen Animationsfilme von Konkurrent Pixar heranwagen. Denn deren Filme sind vielleicht nicht so erfolgreich in jüngster Zeit, aber weitaus anspruchsvoller und halten für ein erwachsenes Publikum andere Kernaussagen bereit wie für Kinder.


Fazit:
Es fällt nicht schwer, sich mit dem Underdog Po zu identifizieren. Nicht zuletzt, weil er von Beginn an ein gutes Herz hat. Eben das sitzt bei Kung Fu Panda auch am rechten Fleck. Mit einer Leichtigkeit erzählen die Regisseure die Geschichte und schwelgen dabei immer wieder in schönen Bildern, präsentieren Witze ohne auf die oft herangezogenen Körpergerüche zurückgreifen zu müssen und zünden stellenweise ein Action-Feuerwerk, das sich vor normalen Hollywood-Produktionen nicht zu verstecken braucht.
Dank der sympathischen Sprecher, der rundum gelungenen Musik und einer rasanten Inszenierung unterhält das pandastische Selbstfindungsmärchen jung und alt. Jung vielleicht ein bisschen besser, aber junggebliebene Ältere sicherlich auch.


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