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Knight and Day [2010]

Wertung: 3.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 01. August 2010
Genre: Action / Komödie

Originaltitel: Knight and Day
Laufzeit: 109 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2010
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: James Mangold
Musik: John Powell
Darsteller: Tom Cruise, Cameron Diaz, Peter Sarsgaard, Jordi Mollà, Viola Davis, Paul Dano, Falk Hentschel, Marc Blucas, Lennie Loftin, Maggie Grace, Rich Craig, Dale Dye


Kurzinhalt:
Als June Havens (Cameron Diaz) doch noch an Bord ihres Fluges gelassen wird, ist sie der Meinung, sie hätte unglaubliches Glück gehabt. Auch in der mysteriösen Bekanntschaft Roy Miller (Tom Cruise) glaubt sie, einen Volltreffer gelandet zu haben. Bis Miller die im Flugzeug stationierten Attentäter ausschaltet und den Flieger notlandet. Er ist ein Agent, der von seinen eigenen Kollegen gejagt wird, soll etwas gestohlen haben und für sich selbst arbeiten, auch wenn er dessen Agent Fitzgerald (Peter Sarsgaard) beschuldigt. June ist nur zufällig verwickelt worden, doch nun, da sie zu viel gesehen hat, ist ihr Leben in Gefahr.
Miller rettet sie erneut und muss nun nicht mehr nur um seine eigene Haut bangen. Als der Waffenhändler Antonio (Jordi Mollà) seine Schergen ebenfalls auf Miller hetzt, zieht sich die Schlinge immer enger um den Hals des ungleichen Duos ...


Kritik:
Es gibt Filme, denen es gelingt, den Zuschauer während der Spielzeit ganz in ihren Bann zu ziehen. Einige wenige schaffen dies sogar über die Lauflänge hinaus. Würde, während man sich Knight and Day ansieht, das Telefon klingeln, wäre man vermutlich nicht abgeneigt, den Hörer abzunehmen. Dennoch ist die charmante Agentenkomödie kein schlechter Film. Tom Cruise spielt den unbesiegbaren Geheimagenten Roy Miller, der in einer der zahlreichen Actionsequenzen von einem Motorrad auf ein Auto springt, dann von Auto zu Auto und über den (auf dem Autodach liegend) ein anderes Auto hinweg fliegt. Man merkt sehr schnell, dass bei Knight and Day die Gesetze der Physik nicht immer zu greifen scheinen, ebenso wenig wie die Gesetze der Logik. Vielmehr erscheint die Geschichte selbst wie ein Aufhänger für die verschiedenen Actionszenen und wenn man es sich recht überlegt, vermutlich nicht einmal dafür. Beinahe könnte man meinen, der Film würde nur existieren, weil Cameron Diaz und Tom Cruise erneut zusammen drehen wollten. Diaz verkörpert dabei die talentierte, aber unscheinbare June Havens, deren ungefragte Hilfe Miller an sich nur für eine Sicherheitsüberprüfung beim Flughafen benötigt, in die er sich aber spontan verliebt. Dass die bösen Mächte des Films es außerdem wollen, dass June in Roys Schlamassel hinein gezogen wird, versteht sich von selbst und so wird aus der ahnungslosen Frau ein Anhängsel über den gesamten Film. Immerhin ist sie dafür verantwortlich, dass aus beinahe jeder harmlosen Situation heraus eine neue Actionparade entsteht. Wie so oft scheint es einen unerschöpflichen Vorrat an Schurken und Helfern zu geben, die hier reihenweise einer Bleivergiftung erliegen. Nichtsdestoweniger bleibt Roy Miller charmant und zuvorkommend, beinahe allwissend und gewieft. Knight and Day besitzt eine Leichtfüßigkeit, die man von Actionkomödien seit langem nicht mehr gewohnt ist. Dank des Zusammenspiels der beiden Hauptdarsteller funktioniert sogar die episodenhafte Geschichte, die bewusst das Agentengenre persifliert. Nur hat man Schwierigkeiten als Zuseher, ihnen die ungewohnte Situation abzunehmen. Dafür wirken Roy und June, ihre Kabelleien und ihre Entwicklung schlicht zu einstudiert, eine wirkliche Bedrohung nicht vorhanden.

Worum es in Knight and Day geht, was der Auslöser für die Jagd auf Roy Miller war, und wieso der Agent Fitzgerald, müßig aber durch das unterforderte Drehbuch blass verkörpert von Peter Sarsgaard, Miller tot sehen will, ist nicht wirklich wichtig. Kern dieser Jagd ist ein Gegenstand, der ein x-beliebiger hätte sein können und auch wie die Jagd endet, ist von der ersten Minute an absehbar. Interessanter sollen die Stationen auf dem Weg dorthin sein. In der Tat sorgt der running gag mit der immer wieder bewusstlosen June für Humor, zumal die Situation irgendwann umgedreht wird. Und auch, dass June aktiver wird, sich wehrt und die Initiative ergreift, sorgt für Schwung. Nur leider sind die interessantesten Actionszenen alle in der Filmvorschau enthalten und die Füllminuten zwischen diesen Szenen tragen keinen ganzen Film. Was außerdem für einen faden Beigeschmack sorgt ist die Tatsache, dass keiner der vielen Actionmomente wirklich echt wirkt. Landet Roy Miller einen Jumbojet in einem Maisfeld, sieht man die Spezialeffekte ebenso, wie wenn er sich von Autodach zu Autodach hangelt. Nicht einmal der Ausblick vom Balkon eines Hotels in Salzburg ist real, geschweige denn der Zusammenprall des Duos mit einer Horde Stiere in Sevilla. Es gab eine Zeit in Actionfilmen, in denen die Szenen spektakulär wirkten, weil die Stunts und deren Koordination außergewöhnlich waren. Hätte man sich bei Knight and Day darauf beschränkt, Szenen einzufangen, die auch wirklich machbar wären, man erinnere sich dabei an die Bourne-Trilogie, dann würde der Actionkomödie nicht ein solch künstliches Flair anhaften. Dass dies möglich ist, bewies nicht zuletzt Tom Cruise in der Vergangenheit oft genug. Gerade wenn man sich seine Erfolge ansieht, fragt man sich, was Knight and Day denn Neues oder Herausragendes besitzt. Von einer unübersehbaren Chemie zwischen den Darstellern nicht viel. Eben darum fesselt die Actionkomödie nicht einmal während der etwas mehr als eineinhalb Stunden durchgehend.


Fazit:
Eine ganz normale junge Frau wird in das Komplott eines Geheimagenten hinein gezogen. Dieser ist selbstverständlich unschuldig und daran, eigenhändig gegen die wahren Hintermänner vorzugehen. Der Ansatz, den Knight and Day verfolgt, ist nicht neu, wohl aber, dies als Komödie anzugehen und dabei das Genre mit aberwitzigen Momenten, viel Augenzwinkern und beabsichtigten Sprüngen in der Geschichte auf die Schippe zu nehmen. Die Story verläuft, hat man ihre Absurdität denn akzeptiert, in klischeehaft geregelten Bahnen und zeigt allen voran das Duo Cruise / Diaz als sympathisches, ungleiches Paar.
Dagegen wäre nichts einzuwenden, wäre Knight and Day auch entsprechend hochwertig gemacht. Doch die dauernden und sichtbaren Spezialeffekte trüben ebenso den Spaß wie die unglaubwürdigen Actionszenerien, zu denen man den Bezug nach kurzer Zeit verloren hat. Das sorgt zwar für den Moment für humorvolle Kurzweil, auf die Lauflänge gesehen aber nur für leidlich packende Unterhaltung.


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