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Killer Elite [2011]

Wertung: 2.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 17. August 2014
Genre: Thriller / Action

Originaltitel: Killer Elite
Laufzeit: 116 min.
Produktionsland: Großbritannien / Australien
Produktionsjahr: 2011
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Gary McKendry
Musik: Reinhold Heil, Johnny Klimek
Darsteller: Jason Statham, Clive Owen, Robert De Niro, Dominic Purcell, Aden Young, Yvonne Strahovski, Ben Mendelsohn, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Lachy Hulme, Firass Dirani, Rodney Afif


Kurzinhalt:
Auch wenn er vor einem Jahr seinem alten Leben als Auftragskiller entsagt hat, nachdem sein Mentor und Freund Hunter (Robert De Niro) von einem arabischen Scheich (Rodney Afif) gekidnappt wird, muss Danny (Jason Statham), einst einer der besten seines Fachs, wieder zu den Waffen greifen. Für den Scheich soll er die Mörder seiner drei Söhne ausfindig machen, ihnen Geständnisse entlocken und sie dann umbringen.
Der Auftrag ist deswegen so schwierig, da Dannys Ziele ehemalige Mitglieder einer Spezialeinheit sind. Während er zusammen mit Davies (Dominic Purcell) die ersten Zugriffe vorbereitet, wird Spike (Clive Owen) auf ihr Vorgehen aufmerksam. Er hat es sich als Teil eines Geheimbundes zur Aufgabe gemacht, die ehemaligen Mitglieder der Spezialeinheit zu beschützen. Beide Seiten wissen nicht, dass sie von höherer Stelle aus manipuliert werden ...


Kritik:
Wer immer den Trailer zu Killer Elite zusammengestellt hat, hat entweder den Film nicht gesehen, oder aber hat ihn gesehen und entschieden, dass die Geschichte nicht ansatzweise so interessant ist wie diejenige, die er im Trailer erzählen wollte und konnte. In jedem Fall vermittelt die Vorschau kein Bild des tatsächlichen Films, was insofern ein gutes Zeichen ist, da man nach dem Trailer eher geneigt ist, sich den Film anzusehen, als nach dem Film, ihn ein zweites Mal anzuschauen.

Die Geschichte basiert, zumindest laut einer Einblendung zu Beginn, auf Tatsachen, was in Hollywood bedauerlicherweise keine Aussagekraft besitzt, sich jedoch gut vermarkten lässt. Wie viel Wahrheitsgehalt tatsächlich in Killer Elite steckt, lässt sich so gut zusammenfassen: Ranulph Fiennes, Autor des Buches The Feather Men [1991], auf dem der Film basiert, wurde für sein Werk stark kritisiert und der Wahrheitsgehalt von offizieller Seite angezweifelt. In einer Mittelung ließ er verlauten, dass sein Roman eine Vermischung von Wahrheit und Fiktion darstelle – über die filmische Umsetzung urteilte er, sie sei "reine Erfindung".

Das mag auch erklären, weswegen die Killer in Killer Elite von einer Elite so weit entfernt sind, wie man es sich überhaupt nur vorstellen kann. Der Auftragsmörder Danny entscheidet sich 1980 aus dem Geschäft auszusteigen. Ein Jahr später wird er kontaktiert, da sein früherer Kollege und Freund Hunter im Oman von einem Scheich festgehalten wird. Er hatte zuerst einen Auftrag des Scheichs angenommen, wollte dann jedoch flüchten. Nur wenn Danny den Auftrag zu Ende bringt, kommt Hunter frei. Wie schlau es dabei ist, einem gelernten Killer die Pistole auf die Brust zu setzen, sei dahingestellt. Selbst wenn man sich mit der Ausgangsidee anfreundet, kommt einem unweigerlich eine Frage: Wenn man sich anschickt, aus Männern des britischen Special Air Service (SAS) ein Geständnis über ein Kriegsverbrechen herauszubekommen und sie anschließend hinzurichten, würde man hierfür ein Team bestehend aus Psychopathen und Idioten rekrutieren? Danny verpflichtet dafür unter anderem den wenig geistreichen Davies, der schneller schießt, als er denkt und sich so auffällig verhält, dass die Feather Men, eine Gruppe ehemaliger SAS-Mitglieder, auf ihn aufmerksam wird.

Auch hier gibt es, wie der Mann fürs Grobe der Feather Men, Spike, treffend feststellt, nur Vollidioten, die einen geschnappten Elitekiller ohne Fesseln oder Handschellen in die Ladefläche eines Transporters einladen würden, auf der sich alle möglichen Geräte befinden. Dass dessen vollkommen (un)vorhersehbarer Fluchtversuch scheitert, liegt wiederum nur an seiner eigenen Unfähigkeit.
Bei vielen Thrillerstories stolpert man bei genauerem Hinsehen über Ungereimtheiten. Dass Killer Elite sie dem Zuschauer geradezu ins Gesicht schreit macht das eher gemächliche Erzähltempo nur noch störender. Darüber trösten auch nicht die drei bekannten Darsteller hinweg, von denen Jason Statham zumindest körperlich gefordert ist. Seine Rolle kommt nicht über das Klischee des ehemaligen Auftragskillers hinweg, der ausgestiegen ist, aber wieder in sein altes Leben gezogen wird. Der einzig interessante Dialog, wenn Danny seiner Herzdame Anne schildert, was er getan hat, wird uns vollkommen vorenthalten. Darum bleibt auch unverständlich, was sie an einem Mann findet, der jahrelang Menschen für Geld getötet hat.

Die wenigen Actionmomente sind kompetent, aber nicht mitreißend gefilmt, woran es hapert, sind Figuren, denen wir wünschen, dass sie die Situation überstehen. Zu Beginn besitzt Spike dabei noch unsere Sympathie, reagiert er doch nur auf die Bedrohung durch Danny und seine Truppe. Doch spätestens, wenn er – statt sich mit Danny gegen einen gemeinsamen Feind zu verbünden – auf stures Befolgen seines bisherigen Ziels setzt, ohne über die Zusammenhänge nachzudenken, verliert man auch an ihm das Interesse. Wirklich verdient hat er es ohnehin nicht.


Fazit:
Ein Element, das der Trailer verdeutlicht, ist der starke Einsatz von Farbfiltern bei Killer Elite. Sie sollen die Atmosphäre des in mehreren Ländern spielenden Thrillers wohl unterstützen. Es gelingt nur bedingt, vielleicht auch, da die zu behäbige Erzählweise viel zu viel Zeit lässt, um über die krude konstruierte Story nachzudenken. Die Darsteller schleppen und kämpfen sich mit Mindesteinsatz durch die beinahe zwei Stunden, ehe am Schluss die Erkenntnis steht, dass niemand so gut manipuliert wie die Regierungen, wenn es um die eigenen Interessen geht.
Handwerklich ist das nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut, zumindest nicht übermäßig brutal umgesetzt. Die in ähnlichen Varianten oft erzählte Story wird so jedoch auch nicht frischer und der Mangel an Sympathiefiguren macht den Zugang auch nicht leichter. Da alle Darsteller bedeutend bessere Filme vorzuweisen haben, gibt es keine Ausrede, hiermit die Zeit zu verschwenden.


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