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Justice League [2017]

Wertung: 2.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 29. Juli 2018
Genre: Action / Fantasy / Thriller

Originaltitel: Justice League
Laufzeit: 120 min.
Produktionsland: Großbritannien / Kanada / USA
Produktionsjahr: 2017
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Zack Snyder, Joss Whedon
Musik: Danny Elfman
Darsteller: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Gal Gadot, Ezra Miller, Jason Momoa, Ray Fisher, Jeremy Irons, Diane Lane, Connie Nielsen, J.K. Simmons, Ciarán Hinds, Amber Heard, Joe Morton

Kurzinhalt:

Nach dem Tod von Superman (Henry Cavill) ist die Welt in Trauer und könnte kaum in größerer Gefahr schweben: Auf der Insel der Amazonen kehrt Steppenwolf (Ciarán Hinds) mit einer ganzen Armee von Paradämonen zurück. Um die Erde nach einem gescheiterten Versuch vor langer Zeit endgültig zu vernichten, benötigt er jedoch drei über die Erde verstreute „Mutterboxen“, von denen er eine bei den Amazonen erbeuten kann. Die zweite befindet sich bei den Atlantern im Meer, während die dritte von Menschen vergraben wurde. Auf diese Paradämonen aufmerksam geworden, beschleunigt Bruce Wayne (Ben Affleck) alias Batman seine Bemühungen, zusammen mit Wonder Woman (Gal Gadot) eine Gruppe von Superhelden zusammenzustellen, um der Gefahr zu begegnen. Doch seine Versuche, Aquaman (Jason Momoa) für sie zu gewinnen, scheitern. Während Flash (Ezra Miller) sofort zusagt, braucht es bei Cyborg (Ray Fisher) mehr Überredungsgeschick. Als Steppenwolf die zweite Mutterbox an sich bringt, wird offensichtlich, dass diese Liga den Angreifern nicht gewachsen ist. So ersinnen sie einen Plan, den größten Helden zurückzuholen – auch auf die Gefahr hin, dass er nicht mehr derjenige sein wird, den sie zuvor kannten …


Kritik:
Wie Marvel's The Avengers [2012] ist Justice League das filmische Zusammentreffen der größten Superhelden – in diesem Fall des Verlags DC Comics –, doch im Gegensatz zu den Avengers, besteht die Liga zum größten Teil aus Helden, die man nie zuvor auf der Leinwand gesehen hat und die gegen einen Bösewicht antritt, den man ebenfalls nicht kennt. Das schlimmste daran ist nicht, dass das Publikum in einer krude undurchsichtigen Story gar nicht erfährt, was dieser Schurke tatsächlich im Schilde führt, sondern dass die Geschichte mehr damit beschäftigt ist, die Helden vorzustellen, als sie tatsächlich in Aktion treten zu lassen.

Wer die bisherigen Filme der Reihe verfolgt hat, wird mit der Ausgangslage wohl vertraut sein: Nach den Ereignissen von Batman v Superman: Dawn of Justice [2016] ist durch den Tod von Superman das Verbrechen wieder auf dem Vormarsch. Die Menschen sind zunehmend verzweifelt. Während in Gotham City Bruce Wayne als desillusionierter Batman für Gerechtigkeit sorgt, kämpft Diana Prince alias Wonder Woman für die gute Sache. Da sich die Anzeichen verdichten, dass ein Angriff von außerweltlichen Wesen unmittelbar bevorsteht, rekrutiert Bruce weitere Meta-Wesen, darunter Flash, Aquaman und Cyborg, die ihn und Wonder Woman im Kampf gegen die Aggressoren unterstützen sollen. Da diese neue Superhelden dem Publikum jedoch noch nicht vertraut sind, nimmt sich Justice League entsprechend viel Zeit, diese vorzustellen, was jedoch nicht bedeutet, dass man tatsächlich viel über ihre Hintergrundgeschichte erfahren würde.

Wer Aquaman tatsächlich ist, weswegen er an Land offensichtlich stärkere Fähigkeiten hat, als im Wasser und dort nur in einer Luftblase mit anderen Atlantern kommunizieren kann, verschweigt der Film ebenso, wie den Werdegang von Flash, der als Held offensichtlich bereits so lange aktiv ist, dass er sein eigenes Kostüm inklusive Logo entworfen hat. Gleichzeitig wird aber auch der Bösewicht des Films, Steppenwolf, nur durch einen Monolog von Wonder Woman vorgestellt, als wäre es dem Skript zu viel, die Figur über die Laufzeit hinweg selbst zu entwickeln. Dabei sind die Erklärungen, was es mit den drei „Mutterboxen“ auf sich, die er braucht, um als „Ende der Welten“ seiner Bestimmung zu folgen, im besten Fall dürftig. Man könnte auch sagen, dass nach der Art und Weise, wie dies alles vorgebracht wird und die Justice League einen ihren prominentesten Mitstreiter wieder zurückbekommt, alles keinen rechten Sinn ergibt.

Beginnt nach zwei Dritteln das Finale, kommen schließlich alle Helden zusammen, um Steppenwolf in einem – wieder einmal um Zivilisten großteils bereinigten – Areal mit viel Zerstörung gegenüberzutreten. Was nicht erst hier, sondern schon zu Beginn auffällt, sind die vielen, sehr offensichtlichen Trickeffekte, die jegliche Illusion einer wirklichen Welt kaputtmachen. Erzeugte Filmemacher Christopher Nolan in seiner Batman-Trilogie [2005-2012] ein Gotham City, das lebensnah und realistisch erschien, als könnte man diese Metropole tatsächlich besuchen, wirken die gezeigten Städte hier in jedem Moment künstlich. Es ist, als würden sich die Mitglieder der Justice League ständig von einem Computerspiel-Level zum nächsten kämpfen. Um das zu übertönen, wird Justice League zwar möglichst laut präsentiert, mitreißen kann das Gezeigte dennoch nicht.

Wer erwartet hatte, dass die letzte Einstellung des Superman-Sarges in Batman v Superman: Dawn of Justice erklärt würde, der wird enttäuscht werden. Eine tatsächliche Bedeutung scheint sie vielmehr nicht besessen zu haben. Es ist, als wären die Filmemacher daran gar nicht interessiert, Antworten auf drängende Fragen zu liefern oder überhaupt Zusammenhänge zu erklären, die den Kennern der Comics nicht bereits vertraut sind. Stattdessen sollen diese im Grunde so unterschiedlichen Superhelden zusammenarbeiten, wobei ihre speziellen Fähigkeiten nicht einmal herausgestellt werden, ebensowenig wie die Achillesferse des Bösewichts, bei dem es vor tausenden von Jahren ganze Armeen brauchte, um ihn zu bändigen.
Dass das Helden-Team keine Dynamik untereinander entwickelt, hilft leider ebenfalls nicht. So arbeiten sie zwar am Ende durchaus zusammen, doch einen wirklichen Anführer (oder Anführerin) sucht man vergebens und dass sie alle ständig mit lockeren Sprüchen für Aufheiterung sorgen wollen, macht ihren Kampf gegen computergenerierte Gegner nicht packender.


Fazit:
Erscheinen die Erklärungen um den neuen Bösewicht Steppenwolf und sein Ziel anfangs noch schemenhaft, muss man sich nach einer gewissen Zeit damit abfinden, dass Regisseur Zack Snyder keine verständlicheren Erklärungen liefern wird. Selbst die bisher unbekannten Helden werden kaum vorgestellt und wer hofft, dass Batman mehr an Profil verliehen bekommt, irrt ebenso. Justice League ist ein Film, der ganz offensichtlich viele Comic-Helden vereinen und ein infernalisches Finale bieten möchte. Doch die Figuren sind allesamt eindimensional und blaß, ihre Interaktion hölzern und selbst die an sich taffe Wonder Woman wird kleingehalten. Inhaltlich so krude wie löchrig und überdies nicht überzeugend getrickst, ist das Ergebnis vor allem eines: Lähmend langatmig und das, obwohl der Film der bislang kürzeste der DC-Verfilmungen ist. Neben einer Szene während des Abspanns wollen sich die Macher mit einer danach für eine andere Fortsetzung empfehlen – darauf freuen kann man sich angesichts dieses Schlamassels jedoch nicht.
 


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