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Jurassic Park III [2001]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 16. Juli 2012
Genre: Fantasy / Action

Originaltitel: Jurassic Park III
Laufzeit: 92 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2001
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Joe Johnston
Musik: Don Davis, John Williams (Themen)
Darsteller: Sam Neill, William H. Macy, Téa Leoni, Alessandro Nivola, Trevor Morgan, Michael Jeter, Bruce A. Young, John Diehl, Laura Dern, Taylor Nichols, Mark Harelik, Julio Oscar Mechoso, Blake Michael Bryan, Sarah Danielle Madison, Linda Park


Kurzinhalt:
Seit die Menschen eingeweiht wurden, dass auf einer abgeschotteten Insel Dinosaurier leben und gedeihen, ist es für den Paläontologen Dr. Alan Grant (Sam Neill) und seinen Kollegen Billy (Alessandro Nivola) schwer, Geldgeber für die Ausgrabungen zu finden. Umso verlockender ist das Angebot des Geschäftsmannes Paul Kirby (William H. Macy) und seiner Frau Amanda (Téa Leoni), Grant einen großzügigen Scheck auszustellen, wenn er einwilligt, ihr Reiseführer bei einem genehmigten Niedrigflug über Isla Sorna zu sein.
An Bord wird Grant überwältigt und erwacht erst, nachdem das Flugzeug bereits auf der Insel gelandet ist. Die Kirbys sind auf der Suche nach ihrem Sohn Erik (Trevor Morgan), der zwei Monate zuvor bei einem Paraglideausflug verschwand. Doch die Rettungsmission endet abrupt, als sie zusammen mit den Piloten Nash (Bruce A. Young) und Udesky (Michael Jeter) im inneren Teil der Insel abstürzen. Der einzige Ausweg scheint die Küste, doch dafür müssen sie an Velociraptoren ebenso vorbei, wie dem gewaltigen Spinosaurus ...


Kritik:
Bereits nach Jurassic Park [1993] meldete sich Filmemacher Joe Johnston bei Steven Spielberg mit der Bitte, die Fortsetzung inszenieren zu dürfen. Vergessene Welt - Jurassic Park [1997] brachte Spielberg noch selbst auf die Leinwand. Doch für den unausweichlichen dritten Teil durfte Johnston auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Zu behaupten, er trage die Schuld daran, dass Jurassic Park III weit hinter den Erwartungen zurückblieb, wäre nicht gerechtfertigt. Immerhin beinhaltet das bislang letzte Dinosaurier-Abenteuer großartige und spannende Szenen. Doch ist es gleichzeitig der Teil, der am wenigsten in Erinnerung bleibt, und bei dem man die meisten verpassten Chancen sieht. Vor allem aber ist es der Film, bei dem die Dinosaurier zum ersten Mal nicht mehr überzeugen, geschweige denn begeistern.

Die Werbezeile lautete "Dieses Mal ist nicht nur ein Spaziergang im Park", ein Spruch, der besser zu den ersten beiden Filmen gepasst hätte. Angesichts der Tatsache, wie hoch diese die Messlatte angelegt haben, hat es Jurassic Park III sicherlich nicht leicht. Wie sollte er die Spannung des ersten Abenteuers übertreffen, oder das atemlose Tempo des zweiten? Mit einer Spielzeit von nur 85 Minuten (ohne Abspann) ist der Abenteuerfilm erstaunlich kurz und dafür die Einführung überraschend lang. Dr. Grant wird angesprochen, als Reiseführer bei einem Rundflug über Isla Sorna mitzuwirken. Dafür unterstützt der Geschäftsmann Kirby Grants Ausgrabungen mit einer großzügigen Spende. Dass es merklich schwerer geworden ist, für Grants Arbeit das Interesse der Menschen zu wecken, seit die Existenz der Dinosaurier auf Hammonds Insel bekannt geworden ist, macht durchaus Sinn. Doch Kirby hat ganz besondere Pläne, und nachdem sein Flugzeug auf der Insel abgestürzt ist, ahnt Grant, was ihm bevorsteht. Aus einer Rettungsmission für Kirbys Sohn wird alsbald ein Kampf ums Überleben für Alan und seinen Kollegen Billy, Kirby, dessen Frau Amanda und die beiden Piloten.

Nach Eintreffen auf der Insel wird auch schnell deutlich, worauf Jurassic Park III hinausläuft: Die Menschen müssen rennen, so schnell sie können. Die Stationen auf dem Weg zum vermeintlich sicheren Hafen umfassen den Forschungskomplex von InGen im Zentrum der Insel, das Gehege der Flugsaurier, das Nistgelände der Velociraptoren und das Jagdgebiet des Spinosaurus.
Letzterer ist eine neue Dinosaurierart, die den beliebt-gefürchteten T-Rex in den Schatten stellt. Er mutet an wie eine aufrecht gehende Echse mit einer Krokodilschnauze und behauptet sich in einem Zweikampf geradezu mühelos. Warum man diese Konfrontation allerdings gleich zu Beginn vorstellt, anstatt sich so etwas für das Finale aufzusparen, ist schleierhaft. Dass die Macher keine Kosten gescheut haben, ist offensichtlich: Sowohl die Inselszenen, als auch die vom Wildwuchs zurückeroberten InGen-Anlagen sehen beeindruckend aus. Die urzeitlichen Tiere selbst sind wie zuvor atemberaubend in Szene gesetzt, so dass man noch mehr Details erkennen kann – doch wird der Unterschied zwischen den computergenerierten Dinosauriern und den animatronisch gesteuerten Puppen zum ersten Mal unerwartet deutlich. Und das überrascht noch mehr.

Denn während sich der Spinosaurus als Puppe vor allem wegen seiner Schnauze sehr statisch und behäbig bewegt, ist sein Gesamtauftritt als Pixel-Saurier absolut makellos. Sein Aussehen verändert sich dabei kaum, beziehungsweise gar nicht, aber die Bewegung ist eine andere. Ähnlich verhält es sich bei den Velociraptoren, die sich – als Ganzes gezeigt – wie eine Mischung aus Echse und Gepard zu bewegen scheinen, während sie in Nahaufnahme auf vorgeschriebenen Bahnen kaum vom Fleck kommen.
Dass Steven Spielberg, der nach wie vor als Produzent hinter der Kamera fungiert, die Flugsaurier schon lange in der Geschichte unterbringen wollte, ist verständlich. Ihnen gelingt der eindrucksvollste Moment und eine der spannendsten Sequenzen. Hier zeigt Regisseur Joe Johnston (Jumanji [1995]), was er am besten kann. Dass nicht mehr John Williams den Dirigentenstock führt, ist bedauerlich. Umso schlimmer, da Don Davis (Haunted Hill [1999], Matrix [1999]) die Anweisung bekam, sich ausschließlich an die bekannten Jurassic Park-Themen zu halten. So wirkt der Score wie ein Plagiat der ersten beiden und wird in Szenen eingespielt, die gar keine Untermalung benötigen.

Der Gastauftritt von Laura Dern als Grants ehemalige Partnerin Ellie Sattler schließen zusammen mit Sam Neill einen gelungenen Bogen zum ersten Teil der Jurassic Park-Reihe. Doch es bleibt das Gefühl, als würde etwas fehlen. Auch wenn Romanautor Michael Crichton hier keine Vorlage lieferte, viele Ideen stammen aus seinen Büchern. Und auch die Selbstironie kommt dem näher, was Steven Spielberg im ersten Film etablierte. Dass die Figuren nur oberflächlich gezeichnet sind, ist ebenso dem Drehbuch anzulasten, wie dass der Film zu abrupt endet und insgesamt 20 Minuten zu kurz geraten ist. Es mag daran gelegen haben, dass die Dreharbeiten ohne ein fertiges Skript begonnen wurden. Genauer gesagt wurde die Geschichte kurz vor Drehbeginn komplett umstrukturiert. Doch dies sollte bei einem solch prestigeträchtigen Franchise nicht passieren.


Fazit:
Neue Figuren und neue Dinosaurier, das Konzept hatte bereits bei Vergessene Welt - Jurassic Park erfolgreich funktioniert. Doch die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse die Velociraptoren und ihre Kommunikation betreffend scheinen nicht bedeutend genug und ansonsten offenbart Jurassic Park III keine neuen Hintergründe. Die Personen verblassen angesichts des charismatischen Hauptcharakters und der neue, große Spinosaurus überzeugt nicht durchweg.
Dafür warten die Flugsaurier mit einer sehr spannenden Sequenz auf, und wer einen gelungenen Unterhaltungsfilm mit merklichem Jurassic Park-Flair erwartet, der wird durchaus auf seine Kosten kommen. Nur ist das trotz des kurzweiligen Erzähltempos weder so packend, noch so beeindruckend actionreich wie die ersten beiden Filme.


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