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Jack Ryan: Shadow Recruit [2014]

Wertung: 3.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 06. September 2014
Genre: Thriller / Action

Originaltitel: Jack Ryan: Shadow Recruit
Laufzeit: 105 min.
Produktionsland: USA / Russland
Produktionsjahr: 2013
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Kenneth Branagh
Musik: Patrick Doyle
Darsteller: Chris Pine, Keira Knightley, Kevin Costner, Kenneth Branagh, Lenn Kudrjawizki, Alec Utgoff, Peter Andersson, Elena Velikanova, Nonso Anozie, Seth Ayott, Colm Feore, Gemma Chan


Kurzinhalt:
Als der CIA-Analyst Jack Ryan (Chris Pine) Konten mit riesigen Summen von russischen Partnern der USA entdeckt, auf die er keinen Zugriff hat, ahnt er Schlimmes. Um dem auf den Grund zu gehen, wird er von seinem Vorgesetzten Thomas Harper (Kevin Costner) nach Moskau geschickt. Er soll vorgeben, beim Firmenmagnaten Viktor Cherevin (Kenneth Branagh) eine Buchprüfung vorzunehmen, tatsächlich jedoch Informationen über dessen Geschäfte herausfinden.
Doch Cherevin ahnt, was Ryan vorhat. Als Ablenkungsmanöver lädt Ryan ihn zum Essen ein. Während seine Freundin Cathy (Keira Knightley) Cherevin ablenkt, will Jack in dessen Büro einbrechen. Dabei wurde bereits alles in Gang gesetzt, um mit einem verheerenden Anschlag die Wirtschaft der USA ins Chaos zu stürzen ...


Kritik:
Auch wenn Kenneth Branagh voller Überzeugung im Interview verrät, dass ihm "Thriller im Blut" liegen, Jack Ryan: Shadow Recruit, der lange erwartete und unzählige Male verschobene Neustart der Reihe um den gleichnamigen CIA-Analysten, stellt eindrucksvoll unter Beweis, wie weit die Wahrnehmung des Regisseurs von der Wirklichkeit entfernt liegt. Dass dem so ist, ist weder der Besetzung zuzuschreiben, noch der Vorlage, die nicht auf einem Werk von Tom Clancy, Erfinder der Romanfigur, basiert. Es ist liegt vielmehr an einer mäßigen Regiearbeit.

Nach Jagd auf 'Roter Oktober' [1990] mit Alec Baldwin in der Rolle des CIA-Agenten, Die Stunde der Patrioten [1992] und Das Kartell [1994] mit Harrison Ford und zuletzt Der Anschlag [2002] mit Ben Affleck, ist Shadow Recruit der ditte Reboot der Thriller-Reihe in weniger als 25 Jahren – das muss ein Rekord darstellen. In die Hauptrolle schlüpft nun der aus Star Trek [2009] bekannte Chris Pine, dessen ernster Blick und jungenhaftes Erscheinen durchaus zum anfangs naiven Jack Ryan passen. Der bricht nach den Anschlägen des 11. September sein Studium ab, um in Afghanistan seinem Land zu dienen, wird bei einem Angriff jedoch so schwer verletzt, dass er Monate der Rehabilitation erdulden muss. Dabei wird er von Thomas Harper für die CIA rekrutiert und soll getarnt bei Banken arbeiten, um verdeckte Konten von Terroristen aufzuspüren.

Auch wenn aus einer solchen Geschichte zu Zeiten der oben genannten Filme ein packender Thriller geworden wäre, heute scheint dies den Studios nicht mehr auszureichen. Und so ist Jack Ryan nicht nur ein Analyst mit der Gabe, Zusammenhänge zu sehen, wo andere keine entdecken können, er ist auch ein Superheld, der sich in einem Faustkampf behaupten kann, Autoverfolgungsjagden zur Not auch zur Fuß beendet und schließlich im Alleingang eine menschliche und wirtschaftliche Katastrophe verhindert. Würde Shadow Recruit das spannend genug erzählen, so dass einem die Sprünge in der Story und die absehbaren Wendungen nicht auffallen würden, könnte man sich als belanglose Sommerunterhaltung damit arrangieren. Doch unglücklicherweise gelingt Regisseur Kenneth Branagh, der zeitgleich den russischen Bösewicht Viktor Cherevin verkörpert, nur die allererste Actionszene, die man zudem anderswo schon mitreißender gesehen hat. Was er in der zweiten Filmhälfte versucht, scheitert durch eine erzwungene Hektik ebenso wie durch eine unbefriedigende Auflösung.

Man nehme beispielsweise Jacks Kampf in seinem Hotelzimmer, der zwar verwackelt, aber zumindest nachvollziehbar gefilmt ist. Was die Szene elegant zu vertuschen sucht, ist die Frage, weshalb auf den Analysten, der für eine Buchprüfung nach Moskau gereist ist, überhaupt ein Anschlag verübt wird. Wäre man selbst ein Bösewicht und würde ein Attentat auf die USA planen, würde man dann einen Buchprüfer kurz nach der Ankunft ausschalten, oder ihn eher hinhalten, bis der Anschlag verübt worden ist?

Geht Shadow Recruit auf das Finale zu, fehlen die Übergänge innerhalb einzelner Szenen. Zuerst sind die Figuren an einem Ort, nach einem Schnitt urplötzlich an einem anderen. Das mag daran liegen, dass ursprünglich ein anderes Ende gedreht war, ehe das Studio auf einen explosiveren Höhepunkt drängte. In jedem Fall gestalten sich die letzten 15 Minuten unnötig schnell erzählt und ohne wirklichen Aufbau. Spannung kommt hier nicht auf, was auch am absehbaren Ausgang der Situation liegt. Statt Hauptfigur Jack Ryan wie viele andere Reboots des aktuellen Kinos glaubhafter zu machen, rückt Regisseur Kenneth Branagh seine Figur weiter von ihren geerdeten Wurzeln weg. Nicht nur deshalb ist der Film deutlich schwächer als alle übrigen der Reihe.


Fazit:
Von der ersten Minute an gibt sich Jack Ryan: Shadow Recruit wie ein 08/15-teenietauglicher Thriller, der aus so vielen bekannten Mosaikteilen besteht, dass man am liebsten wieder umschalten würde. Man tut es nicht, da es Spaß macht, Chris Pine und Kevin Costner zuzusehen. Als Bösewicht vermag Kenneth Branagh nur gelegentlich zu überzeugen und Keira Knightley spielt ihrer austauschbaren Rolle angemessen.
Weshalb man den Neubeginn der aus deutlich besseren Filmen bestehenden Reihe auch nicht für einen gelungenen Couchabend empfehlen kann, liegt an der wenig einfallsreichen Inszenierung, die in den Actionszenen stetig nachlässt. Aus dem vorhersehbaren Skript mit den klischeehaften Figuren hätte zumindest ein spannender Thriller mit Actionelementen werden können. Leider ist er es nicht.


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