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Iron Man 3 [2013]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 15. Mai 2013
Genre: Action / Thriller

Originaltitel: Iron Man 3
Laufzeit: 130 min.
Produktionsland: USA / China
Produktionsjahr: 2013
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Shane Black
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Don Cheadle, Guy Pearce, Rebecca Hall, Ben Kingsley, Jon Favreau, James Badge Dale, Stephanie Szostak, Paul Bettany, William Sadler, Dale Dickey, Ty Simpkins, Miguel Ferrer


Kurzinhalt:
Der amerikanische US-Präsident Ellis (William Sadler) gerät unter Zugzwang, nachdem der Terrorist Mandarin (Ben Kingsley) wiederholt sämtliche Fernsehsender gekapert hat, um sein Terror-Programm kundzutun. Zahlreiche Bombenattentate hat er zu verantworten, auch wenn die Behörden im Dunkeln tappen. Wie Colonel Rhodes (Don Cheadle) seinem Freund Tony Stark (Robert Downey Jr.) mitteilt, möchte die Regierung auf Iron Mans Hilfe verzichten. Ihn hierfür in Anspruch zu nehmen, wenn eine Bedrohung durch Außerirdische spürbar ist, scheint unangebracht. Tony selbst wird von seinen Erlebnissen sogar im Schlaf verfolgt, worunter auch seine Beziehung zu Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) leidet.
Dass sie Besuch von Aldrich Killian (Guy Pearce) erhält, einem alten Verehrer, der auf Zuwendungen von Stark Industries für seine Forschung hofft, macht die Situation noch komplizierter. Einzig Happy Hogan (Jon Favreau) versucht, Tony zur Vernunft zu bringen. Als jemand, der Tony nahesteht, einem Anschlag des Mandarin zum Opfer fällt, schwört Iron Man Rache. Dafür schlägt er auch sämtliche Warnungen von Maya Hansen (Rebecca Hall) aus, die er vor mehr als zehn Jahren zuletzt gesehen hat. Vielmehr serviert er sich und alle, die ihm wichtig sind, dem Mandarin auf einem Silbertablett ...


Kritik:
Wie kommt es, dass das Finale von Iron Man 3 so wenig mitreißt? Selbst wenn man es im direkten Vergleich mit dem letztjährigen Comic-Hit The Dark Knight Rises [2012] vergleicht? Regisseur Shane Black macht darin ein gesamtes Hafengelände dem Erdboden gleich, doch was man eigentlich zu sehen bekommt sind allzu oft computergenerierte Figuren, die in künstlichen Umgebungen gefangen sind. Wenn wir die Schauspieler dahinter zu sehen bekommen, ist es nur kurz, und sie halten aus (und verhalten sich), was kein normaler Mensch ertragen könnte.
Nach den ersten beiden Filmen dieses Franchise aus dem Hause Marvel, kommt die erste Trilogie um den ehemaligen Waffenproduzenten Tony Stark zu einem Ende und vereint dabei alles, was die vorigen Filme ausgezeichnet hat, mit dem, was Iron Man 2 [2010] so ärgerlich machte.

Die Geschichte bezieht dabei die Ereignisse aus Marvel's The Avengers [2012] mit ein, bei dem Tony durch einen heldenhaften Einsatz eine Erfahrung machte, die ihm den Tod viel näher brachte, als dem Leben. Unter diesem emotionalen Stress hat er sichtlich zu leiden und wird von Angstattacken geplagt, die er als Held jedoch selbst bewältigen kann – wenn auch meist mit ein wenig Unterstützung. Dass ihn sein Freund James Rhodes bittet, sich aus den politischen Angelegenheiten des Landes herauszuhalten, macht ihm zusätzlich zu schaffen. Doch das Militär möchte Iron Man nicht in nationale Konflikte verwickeln, wenn vielleicht Aliens die Erde bedrohen. Dabei wird die Welt und die USA insbesondere von einem Mann terrorisiert, der sich Mandarin nennt. Er ist für mehrere Bombenanschläge mit zahlreichen Toten verantwortlich und behauptet, damit seine Lektionen lehren zu wollen. Als jemand, der Tony nahesteht, Opfer eines solchen Anschlags wird, schwört Stark Rache und gibt dafür sogar die Adresse seines Anwesens preis.

Es gab bereits im letzten Film Entscheidungen Tony Starks, die so wenig nachvollziehbar waren, dass man ihn am liebsten mit einer Ohrfeige zur Vernunft bringen wollte. Diese hier fällt in dieselbe Kategorie. Auch wiederholt sich hier ein sehr langer, aber nicht wirklich packender Mittelteil, der zwar nie langweilig ist, aber die Story urplötzlich in Richtungen lenkt, deren Sprünge so nicht immer nachvollziehbar sind. So betätigt sich Tony als Detektiv und versucht, Hintergründe zu einer Tat aufzuklären, die mit den Bombenanschlägen in Zusammenhang stehen (könnte). Dass die Schurken hier schon auf ihn warten, ist zwar Teil eines solchen Films, aber so viele Zufälle machen das Gezeigte nicht glaubhafter. Ob die gesamte Nebenhandlung um einen Jungen, der sich um Tony kümmert, nicht hätte anders gestaltet werden können, sei dahin gestellt, manche Szenen, wie Tonys Treffen mit einem Fan, sorgen zwar für humorvolle Ablenkung, doch angesichts eines Terroristen, der die gesamte Welt bedroht, nehmen diese Momente merklich Tempo aus der Erzählung.

In der Figur des Mandarin verbirgt sich auch die beste Idee des Skripts, abgesehen von der eigentlichen Aussage des Films, die wie beim ersten Teil auch durchaus politisch gesehen werden kann. Doch ist Iron Man 3 wie seine Vorgänger eindeutig ein auf Action zugeschnittener Unterhaltungsfilm, bei dem am Schluss, zumindest bei den Orten, die zu sehen sind, kein Stein mehr auf dem anderen liegt. Dies wird in der Filmvorschau bei der Zerstörung von Tonys Anwesen deutlich, die von Regisseur Black auch entsprechend zelebriert wird. Allerdings wohnt man diesem Inferno zwar bei, mitgenommen ist man aber nicht.
Diejenige Sequenz, die wirklich packt, zeigt einen Flugzeugabsturz, bei dem zuvor Passagiere aus der Kabine geblasen wurden. Und es liegt an Iron Man, sie im freien Fall zu retten – wenn er es denn schafft. Doch statt dies auf beunruhigende Art und Weise aufzubauen, ist es viel zu schnell vorbei, während das eigentliche Finale genau diejenigen Abschnitte mitbringt, die man in solchen Filmen immer findet.

Dass das dritte Abenteuer um Tony Stark tadellos unterhält, liegt nicht zuletzt an der bemerkenswerten Besetzung, die schon die vorigen Filme ausgezeichnet hat. Angeführt von einem lässigen Robert Downey Jr., dessen Playboy-Rolle ihm auf den Leib geschneidert scheint, glänzt Gwyneth Paltrow als facettenreiche Pepper Potts, die ihm in puncto Charisma sogar überlegen ist. Don Cheadle und Jon Favreau ergänzen die Besetzung gekonnt, während Guy Pearce, Rebecca Hall und Ben Kingsley als neue Gesichter das Universum des Comic-Helden mit Leben füllen. Insbesondere die Chemie zwischen Tony und Pepper macht ihre Momente glaubhaft, selbst wenn was um sie herum geschieht genau das nicht ist. Dass Downey Jr. seinen Tony Stark mit einer sprühenden Selbstironie versieht, macht seine Figur im Marvel-Kosmos überdies so einzigartig.


Fazit:
Mit Humor und viel Action bietet Iron Man 3 alles, was ihn zu einem erfolgreichen Sommerfilm macht. So erfolgreich, dass die Produzenten am Ende (von einer zusätzlichen Szene abgesehen) sogar die Rückkehr Tony Starks versprechen. Doch trotz des Erfolges und der stimmigen Atmosphäre schafft es Regisseur und Ko-Autor Shane Black nicht, die Geschichte und damit die Figur über sich hinauswachsen zu lassen. Zeigt er Action, ist sie überdreht, zeigt er Humor, ist die Pointe meist absehbar und wird die Geschichte um einen Terroristen, der die Medien für seine Zwecke nutzt, auch inhaltlich ernst, entwickelt sie dennoch keine wirkliche Bedrohung.
Das mag an der künstlichen Natur der Iron Man-Rüstung ebenso liegen wie an den so ausufernden Explosionen und Sets am Ende, die gar keinen Realitätsbezug mehr bieten. Es kann auch ein Teil des Erfolgsrezepts sein, das mehr die Zuschauer anspricht, denen die Dark Knight-Trilogie von Christopher Nolan zu düster war. Wer sich auf einen Comic-Film mit hohem Unterhaltungswert einstellt, der ähnlich wie der erste Teil mit einer Prise Tiefgang aufwartet, der wird auch hier ganz auf seine Kosten kommen.
Den Aufpreis für das 3D kann man sich allerdings getrost sparen.


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