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Ice Age [2002]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 01. Juni 2002
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: Ice Age
Laufzeit: 81 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2002
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Carlos Saldanha, Chris Wedge
Musik: David Newman
Originalstimmen: Ray Romano, John Leguizamo, Denis Leary, Goran Visnjic


Kurzinhalt:
Manfred (Ray Romano), Sid (John Leguizamo) und Diego (Denis Leary) sind ein ungleiches Trio; noch viel unpassender wirkt bei den drei Urzeitlichen Tieren jedoch das Menschenbaby, das sie "mit sich herumtragen". Sie haben es gefunden und haben vor, es den Menschen zurück zu bringen. Eine Eiszeit ist am Anbrechen und Mensch und Tier verlassen die alten Lebensräume. Die drei sind allesamt Außenseiter, doch jeweils einer anderen Spezies: Manfred ist an Mammut, Sid ein Faultier und Diego ein Säbezahntiger.
Doch Diego ist nicht völlig uneigennützig mit von der Partie, sein Rudelsführer Soto (Goran Visnjic) möchte sich das Menschenbaby holen, um sich damit an den Menschen zu rächen. Doch so ein kleines Kind könnte den schärfsten Tiger umstimmen. Außerdem läuft den Gefährten die Zeit davon: das Klima verändert sich rasch und die Menschen haben einen immer größer werdenden Vorsprung vor ihnen.


Kritik:
Ice Age ist ein Film der Fox Animation Studios und wurde komplett am Computer generiert. Damit müssen sich die Macher allerdings mit Disneys Die Monster AG [2001], Dreamworks Shrek [2001] und vor allem Sonys Final Fantasy – Die Mächte in dir [2001] messen lassen.

Technisch erreicht der Film zu keiner Zeit die Klasse von Final Fantasy, oder den "Knuddel"-Faktor eines Disney/Pixar-Films. Allerdings entwickelt der Streifen in der zweiten Hälfte, nicht zuletzt dank dem heimlichen Star des Films, dem Urzeiteichhörnchen Scrat, seinen ganz eigenen Charme.
Insgesamt wirkt die zweite Hälfte des Filmes viel unterhaltsamer, spannender und witziger. Die Einleitung ist zwar schnell erledigt und vor allem die beiden Scrat-Szenen retten diese ersten 40 Minuten, doch als Zuschauer kann man dem eher langweiligen und bisweilen gezwungen witzig wirkenden Treiben auf der Leinwand nicht viel abgewinnen.

Die Charaktere sind zwar mehr oder weniger interessant, aber vor allem die lustlose Synchronisation bringt einem die Charaktere partout nicht näher.
Als das Quartett und Scrat jedoch in eine Eishöhle eintritt, wendet sich das Blatt glücklicherweise zum Besseren. Die Witze gewinnen an Niveau, genauer gesagt reiht sich ein Gag an den anderen und auch zum Finale hin steigt die Spannung zusehends an. Die Szenen wirken konzeptionierter und "sauberer" inszeniert, besonders die Übergabe des Babys ist toll und eindringlich (gleichwohl ohne Worte) inszeniert. Die Animationen sind zum Teil wirklich außergewöhnlich gut und nicht zuletzt das Menschenkind ansich verleiht dem Szenario seinen ganz eigenen Charme.

Zu Beginn erinnern die Witze zu stark an Dreamworks Shrek [2001] und damit an platte Slapstick-Komödien; später muss selbst der aufmerksame Zuschauer aufpassen, um nicht viele tolle Gags, die sich im Hintergrund abspielen, zu übersehen.
Und eben das ist auch ein Problem des Films: Ice Age ist als Kinderfilm konzipiert, und eben die werden mit den Witzen der ersten Hälfte mehr anfangen können, als mit den versteckten Anspielungen (oder auch der hervorragenden tragisch-melancholischen Hintergrundgeschichte über Manfred oder die Menschen). Als Erwachsener hat mir aber aus diesem Grund die zweite Hälfte besser gefallen als die erste – vielleicht bin ich für einige Gags auch einfach zu alt.

Die gelungene Musik von David Newman passt zu den Szenen.

Die deutsche Synchronisation ist allerdings mehr als fade geraten. Otto Walkes-Fans werden dem selbst ernannten Witzknödel womöglich etwas abgewinnen können, mir ist nur aufgefallen, dass er ab und zu lispelt (was wohl zum Charakter passen sollte) und dann plötzlich wieder nicht. Sein gekünsteltes Lachen hat den dazugehörigen Witz dann vollends zerstört.


Fazit:
Nicht zuletzt dank Scrat, dem sympathischen weil wehrlosen und unbeholfenen Eiszeitnager, kann Ice Age überzeugen. Der Film bietet tolle Unterhaltung ab der zweiten Hälfte und ist nicht nur deshalb absolut sehenswert. Die Animationen sind gut, der Comic-Stil wurde nicht übertrieben und lockert die Figuren und das Geschehen sichtlich und angenehm auf.

Ice Age ist etwas für Jung und Alt, man kann nur hoffen dass den Machern dieser Mix in der fest geplanten Fortsetzung ebenso gelingt.


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