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Hotel Transsilvanien 3: Ein Monster Urlaub [2018]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 10. Juli 2018
Genre: Animation / Komödie / Fantasy

Originaltitel: Hotel Transylvania 3: Summer Vacation
Laufzeit: 97 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2018
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Genndy Tartakovsky
Musik: Mark Mothersbaugh, Tiësto
Stimmen: Adam Sandler (Rick Kavanian), Andy Samberg, David Spade, Selena Gomez (Janina Uhse), Kathryn Hahn (Anke Engelke), Steve Buscemi, Mel Brooks (Dieter Hallervorden), Fran Drescher, Keegan-Michael Key, Kevin James, Molly Shannon, Chris Parnell, Chrissy Teigen, Jim Gaffigan


Kurzinhalt:

Als er sieht, wie wieder zwei seiner Monsterfreunde den Bund fürs Leben schließen, stellt Graf Drak (Adam Sandler / Rick Kavanian) fest, dass er trotz der vielen Arbeit mit dem Hotel sehr einsam ist. Aber wie er seiner Tochter Mavis (Selena Gomez / Janina Uhse) immer wieder gesagt hat, macht es nur einmal im Leben „Ching“. Um ihn aufzuheitern, organisiert Mavis für ihren Vater und den gesamten Freundeskreis eine Kreuzfahrt speziell für Monster aller Art. Sie soll zur versunkenen und wiedergefundenen Stadt Atlantis führen. Anfangs wehrt sich Drak noch, bis er den Kapitän des Luxusdampfers sieht, die Menschenfrau Ericka (Kathryn Hahn / Anke Engelke). Es ist Liebe auf den ersten Blick, doch besitzt Ericka ein Geheimnis: Sie ist mit Draks früherem Erzfeind Van Helsing (Jim Gaffigan) verwandt und auf Rache aus. Doch je mehr Zeit beide zusammen verbringen, umso mehr muss sie erkennen, dass zwischen Monstern und Menschen kein großer Unterschied besteht …


Kritik:
Während es viele bemerkenswerte Kinderfilme gibt, die sich mit bestimmten Elementen der Geschichte gleichzeitig auch an ein älteres Publikum richten – die meisten Werke der Animationsschmiede Pixar fallen einem hierzu ein – gibt es mindestens ebenso viele, die sich auf das sehr junge Zielpublikum konzentrieren. Beides ist legitim und nicht zu beanstanden. Allerdings macht es der Umstand für diesen erwachsenen Kritiker merklich schwierig, einen Film wie Hotel Transsilvanien 3: Ein Monster Urlaub, der sich nicht nur zum allergrößten Teil an Kinder richtet, sondern auch noch der dritte Film der Reihe ist, zu bewerten.

Den in der Regel begleitenden Eltern sei dabei bereits vorab gesagt, dass Hotel Transsilvanien 3 kein schrecklicher Film ist. Öfter als nicht blitzt durch die nach offensichtlichem Schema erzählten Gags sogar der Charme der Figuren durch, bei denen es den Machern erstaunlich gut gelingt, die Eigenheiten der ikonischen Monster herauszuarbeiten, sie aber dennoch so zu zeigen, dass Kinder sich nicht fürchten.
Im Zentrum steht wie nicht anders zu erwarten wieder Graf Dracula, Drak, der ein beschauliches Leben als Hotelbesitzer in Transsylvanien führt und an sich der Meinung ist, er hätte seinen Erzfeind Van Helsing vor über 120 Jahren besiegt. Aber trotz der vielen Monsterfreunde um ihn herum, ist er einsam. Als seine Tochter Mavis eine Kreuzfahrt für die ganze Truppe bucht, ist Drak alles andere als begeistert – bis er den Kapitän des Luxusliners sieht: Die Menschenfrau Ericka. Dann macht es bei Drak zum zweiten Mal im Leben „Ching“.

Im Kern erzählt Hotel Transsilvanien 3 somit eine Liebesgeschichte, wobei es sich von selbst versteht, dass Ericka ein Geheimnis hat und es einen Bösewicht für Drak und seine Freunde braucht. Interessanterweise funktioniert die Lovestory, so absehbar sie ist, am besten. Vor allem die vielen Humoreinlagen erwecken hingegen den Eindruck, als wären sie am Reißbrett entstanden und stets darauf ausgelegt, alle Punkte abzuklappern, bei denen das Zielpublikum in Gelächter ausbricht.
So gibt es selbstverständlich ein paar Pups-Witze und auch der übermäßig sabbernde Riesenwelpe von Mavis‘ Sohn Dennis sorgt für Heiterkeit. Hinzu kommen einige Anspielungen auf die Besonderheiten von Draks Freunden (das aus Körperteilen zusammengesetzte Monster Frank, der unsichtbare Mann, die Mumie oder Publikumsliebling Blobby). Geradezu aufdringlich ist dabei, wie die Filmemacher versuchen, die Musik im Film unterzubringen. So gibt es immer wieder mehr oder weniger sinnig eingestreute Tanzeinlagen zu sehen. Doch alledem setzt das Finale die Krone auf, das aus dem Kampf zweier DJs („DJ-Battle“) besteht. Davon ganz abgesehen, ob dies inhaltlich Sinn ergibt, passt es weder zur Stimmung der Figuren, noch in der epischen Breite in den Film selbst. Denn hier ist es wie mit den meisten Witzen bei Kinderfilmen, sie werden zumindest für ältere Zuseher zu oft wiederholt, so dass sich der Humor schnell abnutzt.

Was die eigentlichen Animationen betrifft, gibt Hotel Transsilvanien 3 ein recht uneinheitliches Bild ab. Auf der einen Seite gibt es die comichaft dargestellten Figuren mit ihren teils stark überzeichneten Bewegungen. Andererseits ist die Darstellung von Wasser im Film verblüffend realistisch und auch das farbenfrohe Finale ist optisch beeindruckend. Alles in allem macht der Film diesbezüglich einen wirklich guten Eindruck. Auf das Gesamtpaket trifft das für Ein Monster Urlaub jedoch nur bedingt zu. Die Entwicklung von Ericka und der Geschichte selbst ist am Ende wenig überraschend. Doch dafür ist die Aussage um Toleranz und dass wir trotz der Unterschiede im Grunde gleich sind, unumwunden richtig und auch gelungen eingefangen. Für die Erzählung und ihren Verlauf bringt die zweite Fortsetzung zu viele Figuren mit, die am Ende nichts zu tun bekommen. Es ist beinahe, als wollte man sie nur deshalb dabei haben, um später Spielzeug mit ihnen verkaufen zu können. Schade ist nur, wenn das so offensichtlich geschieht.


Fazit:
Dass und vor allem wie gut es Regisseur Genndy Tartakovsky gelingt, die Eigenschaften der berühmten Monster beizubehalten und sie dennoch nicht zu beängstigend für ein junges Publikum darzustellen, ist in der Tat überraschend. Nur bleibt die Frage, weshalb sie alle überhaupt bei der Kreuzfahrt dabei sind. Außer, dass sie jeweils für ein paar mehr oder weniger zündende Gags sorgen dürfen, haben sie nicht wirklich etwas zu tun. Sie sind weder dafür zuständig, Drak mit Ericka zu verkuppeln, noch sind sie beim Finale eingebunden. Als kindgerechte Animationskomödie setzt Hotel Transsilvanien 3: Ein Monster Urlaub auf bekannte und bewährte Klischees, um beim Zielpublikum für Lacher zu sorgen. Das hat bei dem anwesenden Publikum immer wieder funktioniert, aber nicht so oft, wie man es erwarten würde.
Am Ende hat die zweite Fortsetzung um Hotelbesitzer Drak das Herz am rechten Fleck und ist optisch mitunter schön anzusehen. Aber es ist schließlich auch ein belangloser Film, bei dem wenig in Erinnerung bleibt. Als harmlose Unterhaltung für die ganze Familie eignet sich das allemal, auch dank des Charmes der Figuren und der richtigen, wenn auch nicht neuen Botschaft der Story. Nur werden Kinder hier besser unterhalten als die Erwachsenen. Das ist aber kein wirklicher Kritikpunkt.
 


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