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Hostage – Entführt [2005]

Wertung: 2.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 05. April 2005
Genre: Thriller / Action

Originaltitel: Hostage
Laufzeit: 113 min.
Produktionsland: USA / Deutschland / Italien
Produktionsjahr: 2004
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Florent Emilio Siri
Musik: Alexandre Desplat
Darsteller: Bruce Willis, Kevin Pollak, Jimmy Bennett, Michelle Horn, Ben Foster, Jonathan Tucker, Marshall Allman, Serena Scott Thomas, Rumer Willis, Kim Coates, Robert Knepper, Tina Lifford, Ransford Doherty


Kurzinhalt:
Nach einer gescheiterten Geiselbefreiung, bei der alle Geiseln ums Leben kamen, nimmt Verhandlungsführer Jeff Talley (Bruce Willis) den Chief-Posten in einer Vorstadt von Los Angeles an. Als er dort ein Jahr später zu einem stillen Alarm in einem noblen Haus gerufen wird, überschlagen sich die Ereignisse: Eine Polizistin wird erschossen, und offensichtlich haben die drei jugendlichen Kriminellen Dennis (Jonathan Tucker), Kevin (Marshall Allman) und Mars (Ben Foster) den Hausbesitzer Walter Smith (Kevin Pollak) und dessen beiden Kinder Jennifer (Michelle Horn) und Tommy (Jimmy Bennett) in ihre Gewalt gebracht.
Wenig später treffen Beamte des Sheriffs-Departments ein, und Talley wähnt sich schon in Sicherheit und gibt das Kommando ab – doch dann wird auch er von maskierten Männern gekidnappt, die ihm mitteilen, dass sie seine Frau Jane (Serena Scott Thomas) und Tochter Amanda (Rumer Willis) gefangen genommen haben. Sie verlangen von Talley, dass er die Situation bei den Smiths wieder unter seine Kontrolle bringt; niemand dürfe in das Haus hinein oder heraus, mit Ausnahme der Maskierten selbst, die später am Tatort eintreffen sollen. Denn hinter Buchhalter Smith verbirgt sich mehr, als man zunächst vermuten würde, und im Haus befindet sich Daten-DVD, die viele Menschen zu Fall bringen könnte.
So ist Talley bemüht, die Gemüter im Haus und davor ruhig zu halten, während er gleichzeitig die Geiselnahme zu einem guten Ende bringen und das Leben seiner Familie retten muss, ohne dass seine Kollegen die Wahrheit erfahren. Doch nach und nach beginnt die Situation zu eskalieren.


Kritik:
Sieht man sich die filmische Umsetzung einer Roman-Vorlage an, ist es grundsätzlich schwer, den Film ansich und nicht lediglich als Roman-Adaption zu bewerten. Dies gilt natürlich nur dann, wenn einem die Vorlage bekannt ist. Seit der Veröffentlichung von Robert Crais' Thriller-Roman Hostage [2001] sind immerhin schon vier Jahre vergangen, und Bruce Willis, der in der Verfilmung die Hauptrolle übernahm und als Produzent auftrat, hatte sich die Film-Rechte am Buch schon seit einiger Zeit gesichert. Vom Roman begeistert, wollte er einen Film daraus machen und verpflichtete zu diesem Zweck allerlei neue Gesichter in Hollywood. Dass von der ursprünglichen Drehbuch-Fassung – die Crais sogar persönlich schrieb – offenbar nicht mehr viel übrig geblieben ist, scheint die Beteiligten kaum gestört zu haben. Darin wurden allerdings alle Stärken und guten Einfälle des Buches kurzerhand über Bord geworfen und statt psychologisch vielschichtiger und bedrohlicher Figuren im Großen und Ganzen eher harmlosen Karikaturen vor die Kamera verpflanzt.
Das Ergebnis ist für diejenigen, die eine werkgetreue Adaption erhofft hatten, eine herbe Enttäuschung – und für alle anderen ergibt es einen leidlich unterhaltsamen, extrem unlogischen, ziemlich konfusen und bisweilen unfreiwillig komischen Thriller, der Bruce Willis' Comeback im Action-Thriller-Genre alles andere als festigt, sondern seinen Abschied aus selbigem eher noch beschleunigt hat.

Verantwortlich für die Misere ist insbesondere Drehbuch-Autor Doug Richardson, der zwar vor langer Zeit an Skripts für Stirb langsam 2 [1990] und Bad Boys – Böse Jungs [1995] mitgeschrieben hat, nach Money Train [1995] aber eine beachtliche Pause einlegte, und sich erst letztes Jahr mit Willkommen in Mooseport [2004] wieder zurückmeldete. Wenn man sich vorstellt, dass sein nächstes Projekt die nunmehr dritte Fortsetzung zu Stirb langsam [1988] sein soll, kann man wirklich nur das Beste hoffen und das Schlimmste befürchten.
Was ihm mit Hostage nämlich überhaupt nicht gelingt, ist eine vernünftige Story. Zugegebenermaßen weist die Roman-Vorlage ebenfalls keine vollends schlüssige Ausgangslage auf und bietet einige haarsträubende Wendungen; beides wird aber immerhin gekonnt und spannend ausgearbeitet. Die Abweichungen, die Richardson eingebaut hat, sind dagegen bisweilen so fatal, dass der Autor ganze Abschnitte auf umständlichste Weise wieder rückgängig zu machen versucht, um sich fortan erneut an der Story des Buches orientieren zu können.
Doch das Störendste am Film sind die unglaubwürdigen Charaktere. Das fängt schon bei der Vorstellung von Talley zu Beginn an, wenn er telefonisch in einer Geiselnahme vermittelt, bei der sich zwei Personen in der Gewalt des Kidnappers befinden. Dabei hat Talley weder seine Augen auf das betreffende Haus gerichtet, noch scheint er emotional besonders involviert zu sein. Stattdessen liegt er auf dem Boden, kämmt sich seinen Bart und lächelt immer wieder pseudo-wissend vor sich hin. Bei dem Gespräch mit dem Kidnapper stellt er sich zudem äußerst ungeschickt und platt an; von den psychologischen Finessen – die beispielsweise die beiden Hauptfiguren in Verhandlungssache [1998] (beide ebenfalls Verhandlungsführer bei Geiselnahmen) an den Tag legen, und die im Hostage-Roman durchaus treffend geschildert werden – ist im Film nichts mehr zu bemerken – weder am Anfang, noch im weiteren Verlauf. Stattdessen macht Talley einen uninteressierten, inkompetenten und vor allem leicht gelangweilten Eindruck. So ergeht es auch den übrigen Figuren; einzig die Smith-Familie kann halbwegs überzeugen, leider wirken die beiden Kinder viel zu unbeteiligt.
Geradezu lachhaft präsentieren sich die Bösewichte: Dass Kevin und Dennis Geschwister sein sollen, muss man als Zuschauer beinahe schon erraten; ihr Umgang miteinander ist so unbeholfen, wie die Dialoge grobschlächtig. Die Figur des Mars wird auf einen Gruftie mit lackierten Fingernägeln und Möchtegern-wirrem Blick reduziert. Von der Bedrohlichkeit, die der Charakter im Roman ausstrahlt, ist nichts zu spüren.
Man mag Robert Crais vorwerfen, dass er in seinem Buch eine ganze Reihe stereotyper Figuren erschuf, und diese entsprechend handeln ließ. Allerdings erfüllten sie ihren Zweck – bei Richardsons Skript fühlt man sich bisweilen an die Fortsetzungen zum modernen Horror-Klassiker The Crow - Die Krähe [1994] erinnert, und das ist sicher kein Kompliment.
Selbst die Polizisten vor Ort, oder auch die Geschäftspartner von Smith, die man ohnehin nie richtig zu Gesicht bekommt, hinterlassen einen eher zwiespältigen Eindruck. Eine Bezugsperson auf Seiten der vermummten Schurken wird zu Beginn durch die Armbanduhr zwar eingeführt, doch fehlt eine entsprechende Szene – wie im Roman beim Finale –, in der sich Talley eben an dieser Uhr orientieren muss, vollständig. Somit scheint die betreffende Szene im Film aus dem Kontext gerissen und ansich komplett überflüssig.
Wirklich wichtige und facettenreiche Figuren aus dem Roman wurden gar ganz gestrichen, um die Story einfacher zu halten – dabei ist diese im Film schon so seicht und flach, dass das Quäntchen Komplexität allenfalls von den nur zur Hälfte ausgearbeiteten und mangelhaft durchdachten Sequenzen herrührt und man sich als Zuschauer ständig irgendwelchen Sprüngen in der Handlung und Logik-Brüchen konfrontiert sieht.
Wenn schon die Figuren auf Grimassen und klischeehafte Dialoge reduziert werden, konnte man hoffen, dass zumindest ein wenig von der spannenden und komplexen Geschichte des Romans erhalten bleiben würde. Aber auch hier veränderte Doug Richardson derart viel, verwandelt das Haus in einen Hochsicherheitsbunker – dessen Alarmsystem allerdings nicht reagiert, wenn fremde Personen über die Einfahrtstore klettern und eindringen –, baut wichtige Rückblicke in Bezug auf das Leben der Figuren so ungeschickt ein, anstatt diese wie im Buch als Prolog zu zeigen, ändert den Ablauf auf gravierende Weise, und lässt die Figuren nie richtig in Aktion treten, so dass man nur den Kopf schütteln kann. Dass sich Richardson trotzdem irgendwie am Roman orientieren wollte, bemerkt man wie erwähnt an Szenen, bei denen er zunächst kolossal von der Vorlage abweicht, und diese dann – wie beim geplanten Einstieg in den Helikopter – in so plumper und dümmlicher Weise revidiert, nur um letztlich wieder auf den Stand des Buches zurückzukommen. Dadurch leidet nicht nur die (ohnehin kaum vorhandene) Logik, sondern auch die Dramaturgie. Beispielsweise ist der Auftritt von Smiths Geschäftspartnern zwar überraschend, da man jedoch nicht wirklich etwas über sie erfährt und nicht einmal gesagt bekommt, für welche Organisation sie arbeiten, bleiben ihre Motive ebenfalls unerklärlich. Gelegentlich streut Richardson eine Actionszene ein, wobei gerade hier die Dialoge unter dem Skript zu leiden haben – was bei einem Thriller mit einem Geiselnahmen-Verhandlungsführer gar kein gutes Zeichen ist.
Um das Leid kurz zusammen zu fassen: Die Stärken des Buches wurden konsequent unterdrückt oder umgeschrieben, sodass das Drehbuch allein betrachtet nicht nur hanebüchen, sondern mit den verschiedenen Story-Ebenen auch unnötig konfus wirkt – zumal der Zuschauer gar nicht plausibel vermittelt bekommt, welche Parteien eigentlich tatsächlich involviert sind. Zu behaupten, dass Talleys Familie Film nur eine Nebenrolle spielt, wäre noch übertrieben, vielmehr hätten diese zwei Auftritte sogar ganz gestrichen und die Situation mit Talley anders erzwungen werden können.
Wie man eine ansich ideale Vorlage für einen Film-Thriller dermaßen dilettantisch als Drehbuch adaptieren kann, ist vollkommen unverständlich – dass die Kino-Besucher in den USA dies mit Fernbleiben gestraft haben, nicht weiter verwunderlich. Wie es anders geht, hat Ted Tally mit seinen Umsetzungen von Das Schweigen der Lämmer [1991] und Roter Drache [2002] eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Von einer solchen Finesse ist Doug Richardsons Skript leider meilenweit entfernt.

Selbst angesichts des enttäuschenden Drehbuchs konnte man dennoch erwarten, dass zumindest Hauptdarsteller Bruce Willis, der sich für die Produktion des Films ja persönlich einsetzte, eine ansprechende Darbietung liefern würde. Aber man kann hier nicht einmal mit viel Verständnis von routiniert sprechen. Seine Unlust merkt man ihm bereits in den ersten Szenen an, und sobald sich die Situation im Haus entfaltet, gibt es nicht viel mehr als zwei verschiedene Gesichtsausdrücke von ihm zu sehen. Diese mimische Einfältigkeit ist es auch, die am negativsten auffällt. Entweder agiert Willis viel zu überzogen und vor allem unvorbereitet, oder aber sein Gesicht erscheint wie eingefroren. Wenn sich dann in grundsätzlich brenzligen Situationen das aus den Stirb langsam-Filmen bekannte, süffisante Lächeln mischt, hat man gar das Gefühl, als sehe Willis den Film als Action-Komödie und nicht als beängstigenden Thriller.
Kevin Pollak kommt ebenfalls kaum richtig zur Geltung, macht seine Sache jedoch ganz gut – obgleich das Finale in Bezug auf seine Beteiligung recht haarsträubend wirkt.
Von den drei Kinddarstellern hat Rumer Willis, Bruce Willis' tatsächliche Tochter, die hier eine Gastrolle als seine Filmtochter übernommen hat, am wenigsten zu tun. Michelle Horn spielt zwar prinzipiell nicht schlecht, allerdings scheint die Rolle der Jennifer Smith vollkommen unschlüssig angelegt. Der Beste des Trios ist noch Jimmy Bennett, der als Tommy Smith nicht nur den größten Einsatz zeigen darf, sondern darin auch recht überzeugend ist. Mit seinen erst neun Jahren ist der Nachwuchs-Darsteller gut im Filmgeschäft vertreten und kann abgesehen von zahlreichen Serien-Auftritten (zum Beispiel in C.S.I. – Tatort Las Vegas [seit 2000]) darüber hinaus Rollen in einigen Kinofilmen wie Der Polarexpress [2004] verbuchen.
Serena Scott Thomas' (bekannt unter anderem aus der Don Johnson-Serie Nash Bridges [1996-2001] Zeit auf der Leinwand ist nur extrem kurz, und sie macht dabei keinen übermäßig engagierten Eindruck.
Die drei jugendlichen Geiselnehmer hingegen – gespielt von Ben Foster, Jonathan Tucker und Marshall Allman – mussten wohl viel Zeit allein vor der Kamera verbringen. Doch dieser Verantwortung sind sie offenbar (noch) nicht gewachsen, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass ihnen im Film jegliches Charisma fehlt. Ihre Entscheidungen und Motive werden nicht deutlich, ihre Figuren bleiben so schemenhaft wie zu Beginn. Dass sie ansich talentiert sind, haben sie bereits in anderen Projekten bewiesen – in diesem Fall waren alle drei aber chronisch fehlbesetzt.
Die übrige Besetzung ist bunt gewürfelt, bemerkenswerte Leistungen sind indes nirgends zu sehen – die Hauptbösewichte bleiben ohnehin bis zum Schluss maskiert, was es für sie umso schwieriger gestaltet, eine entsprechende Bedrohlichkeit aufzubauen.

Auf die Inszenierung waren informierte Interessenten gespannt, denn Regisseur Florent Emilio Siri ist kein Unbekannter, und war – wenn auch auf anderem Gebiet – bislang sehr erfolgreich. Zwar war er schon bei einigen französischen Filmen für die Regie verantwortlich, für die er sogar jeweils das Drehbuch verfasste, international machte er sich allerdings zunächst einen Namen mit Hit-Videospielen wie Splinter Cell: Pandora Tomorrow [2004] und dessen jüngst veröffentlichter Fortsetzung Splinter Cell: Chaos Theory [2005]. Ein Faible für düstere und originelle Bilder beweist der Regisseur selbst in Hostage – Entführt; trotzdem wirkt die Szenen-Komposition insgesamt alles andere als gelungen.
So scheinen mehrmalige Überblendungen ins Weiße vollkommen konzeptlos, und äußerst lange Zeitlupen ebenso unangebracht, wie die Kommentare aus dem Off, während eine Sequenz vorbereitet wird. Zugegebenermaßen walzt Siri einige Einstellungen in der Tat ziemlich aus, was gerade bei dem überaus brutalen Finale ins Auge springt, dennoch ist die Optik im Ansatz letztlich nicht durchdacht, sondern unstrukturiert. Zusätzlich greift er auf besondere Kameras und Perspektiven zurück, die zum Beispiel Guy Ritchie bei Werbeclips und seinem Beitrag zu The Hire [2001/2002] verwendete – wo sie auch gepasst haben –, in Story-relevanten Momenten wie hier wirken sie dagegend unpassend und auf Krampf künstlerisch anspruchsvoll.
Sicherlich erinnert die Optik bisweilen an Stirb langsam, erreicht aber niemals John McTiernans Niveau oder Ausgefeiltheit bezüglich des Szenen-Aufbaus. Stattdessen gewinnt man den Eindruck, als wollten die Macher hier alle möglichen technischen Spielereien ausprobieren und verschiedene Stil-Mittel mischen, um der amerikanischen Produktion (mit deutscher und italienischer Beteiligung) einen europäischen Touch zu verleihen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass sie den Film dadurch einer unverwechselbaren Identität berauben.
Im Ergebnis sind durchaus nicht sämtliche Einstellungen schlecht geraten, ein paar Perspektiven und Kamera-Fahrten können wirklich gefallen – wie zum Beispiel die Feuer-Aufnahmen. Zusammenfassend scheint die Inszenierung aber lediglich das handwerkliche Pendant zum unentschlossenen und unterdurchschnittlichen Skript.

Schwierig ist es auch, die Musik von Alexandre Desplat zu bewerten, der für seine Kompositionen zu De battre mon coeur s'est arrêté [2005] immerhin den Silbernen Bären in Berlin gewann und für die Musik zu Das Mädchen mit einem Perlenohrring [2003] Lob einheimsen konnte.
Doch man kann sich des Verdachts nicht erwehren, als ob Desplat, wie Willis oder Siri zwanghaft Humor in der Thematik des Films suchte, immerhin ertönen bisweilen Karneval-ähnliche Klänge aus den Lautsprechern und versetzen den Zuschauer in eine eher heitere Stimmung, denn richtig mitzureißen. An anderen Stellen erinnert der Score an Marco Beltramis Themen zu den Scream-Filmen, bevor die wenig abwechslungsreichen Melodien einsetzen und den Zuschauer zusammen mit den Bildern in einem sich wiederholenden Schema einlullen.
Dabei schwankt der Komponist zwischen elektronischen und orchestralen Themen, findet aber wie der Regisseur keinen durchgängigen Stil – was die fröhlichen Ansätze im Score zu suchen haben, verstehe unterdessen wer will, diese sind zweifellos völlig unpassend und gestelzt.

Hat man nach knapp zwei Stunden den Kino-Saal wieder verlassen, muss man erst einmal ungläubig auf die Uhr sehen, denn trotz der lähmenden Erzählweise und der langatmigen Umsetzung ist der Film ansich nicht wirklich lange geraten.
Enttäuschend aber dennoch, und das nicht nur aufgrund der miserablen Adaption des eigentlich erstklassigen Romans, sondern auch weil weder die Darsteller, noch die Inszenierung das halten können, was man sich von einer Zusammenarbeit solcher Beteiligter versprochen hat.
Insofern verwundert es nicht, dass der Film immer weiter nach hinten verschoben, und hierzulande die Veröffentlichung des Romans zurückgehalten wurde. Denn wer sich die Rechnung durch den Kopf gehen lässt, wovon man im Endeffekt mehr profitiert – acht Euro für ein Buch, das mindestens fünf bis acht Stunden wirklich gut unterhält, oder aber sechs Euro für zwei Stunden dürftig unterhaltsame, ideenlose Kinokost –, für den dürfte die Entscheidung sehr leicht sein.


Fazit:
Wer von einem Film mit diesem Titel und dieser Inhaltsbeschreibung einen schweißtreibend spannenden Thriller erwartet, der den Zuschauer schon dadurch mitreißt, dass sich die Hauptfigur zwischen allen Stühlen sieht, an mehreren Fronten verhandeln muss und sich dabei ständig die Frage stellt, wessen Familie er nun tatsächlich zu opfern bereit ist, der liegt in Bezug auf Florent Emilio Siris filmische Umsetzung des Roman-Stoffes leider falsch.
Dafür wird der Zuschauer mit banalen Dialogen – und wenn Jeff Talley seinen Plan anhand der Figuren von Videospielen erläutert, kann man nur die Augen voll Verwunderung gequält gen Decke richten – und unübersichtlich gefilmter und vor allem unspannender Action gelangweilt. Die dramaturgischen Schnitzer in der unausgegorenen Film-Story fielen ansich kaum mehr auf, wenn das Skript nicht Scheunentor große Löcher aufweisen würde.
Kenner der Roman-Vorlage, die eine ansprechende und würdige Umsetzung erwartet haben, sollten von der Wertung noch einen Punkt abziehen. Dabei hat sich kein Roman der jüngeren Zeit für eine fast wörtliche Umsetzung dermaßen geeignet wie Hostage – gerade deshalb verkommt die Verfilmung zu einem wahren Trauerspiel für Fans.


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