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Horton hört ein Hu! [2008]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 15. April 2010
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: Horton Hears a Who!
Laufzeit: 86 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2008
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Jimmy Hayward, Steve Martino
Musik: John Powell
Stimmen: Jim Carrey (Christoph Maria Herbst), Steve Carell (Uwe Büschken), Carol Burnett (Anke Engelke), Will Arnett (K. Dieter Klebsch), Seth Rogen (Bernd Rumpf), Dan Fogler (Lutz Schnell), Isla Fisher (Victoria Sturm), Jonah Hill, Amy Poehler (Sabine Arnhold), Jaime Pressly, Charles Osgood (Andreas Fröhlich), Josh Flitter, Niecy Nash, Jesse McCartney (Dirk Stollberg)


Kurzinhalt:
Elefant Horton (Jim Carrey / Christoph Maria Herbst) ist ganz aus dem Häuschen, als er von einem an ihm vorbeifliegenden Staubkorn einen Hilfeschrei ausgehen hört. Was das nur sein kann, ist für Horton völlig klar: dort müssen Menschen leben, winzig klein und nicht zu sehen, aber doch zu hören – zumindest für ihn! So fängt er das Staubkorn auf einer Blume ein und sieht sich gleich allerlei skeptischer Blicke gegenüber. Im Dschungel von Nümpels sollen, das hat die Kängurumutter (Carol Burnett / Anke Engelke) beschlossen, solche Ideen nicht die Köpfe der Kinder verderben.
Doch als der Bürgermeister (Steve Carell / Uwe Büschken) des Örtchens Huheim, das sich auf dem Staubkorn befindet, mit Horton Kontakt aufnimmt, steht für den Elefant fest: er hält jetzt das Staubkorn in der Hand. Und er muss für die Sicherheit der vielen Hus darauf sorgen! Als bester Ort fällt ihm der Nümpelsberg ein, doch als er sich auf den Weg dorthin macht, hat die Kängurumutter nicht nur die Dschungelbewohner gegen Horton aufgebracht, sondern auch den skrupellosen Geier Vlad (Will Arnett / K. Dieter Klebsch) auf ihn und das Staubkorn angesetzt. Währenddessen hat der Bürgermeister alle Hände voll damit zu tun, den Stadtrat und die Bürger von Huheim davon zu überzeugen, dass sie in Gefahr sind. Und er sollte seinen Sohn JoJo (Jesse McCartney / Dirk Stollberg) davon überzeugen, später mal in seine Fußstapfen zu treten ...


Kritik:
Horton hört ein Hu! ist ein Animationsfilm basierend auf einem Kinderbuch von Theodor Seuss Geisel (auch bekannt unter dem Pseudonym Dr. Seuss), dem amerikanischen Kinderbuchautoren, der ebenfalls für Geschichten wie Der Grinch [2000] und Ein Kater macht Theater [2003] verantwortlich war, die respektive bereits verfilmt wurden. Horton hört ein Hu! ist jedoch der erste, reine Animationsfilm, der sich die Welt von Dr. Seuss vornimmt. Er erzählt davon, wie in einem ungewöhnlichen Land der Elefant Horton beim Planschen im Teich ein Geräusch auf einem vorbeifliegenden Staubkörnchen wahrnimmt. Horton, der mit seinen großen Ohren Dinge hören kann, die andere Bewohner im Dschungel des Landes Nümpels nicht hören können, ist ein sehr fürsorglicher Elefant und im Nu davon überzeugt, dass auf dem Staubkorn winzig kleine Menschen leben müssen – und die haben um Hilfe gerufen.
Die Ausgangslage mit dem bunten und äußerst kuriosen Dschungel richtet sich offensichtlich an ein junges Publikum. Dabei verquickt das Abenteuer im Nümpelsland sowohl Tierarten, die es sehr wohl gibt (blaue Affen werden in freier Wildbahn eher selten vorkommen), und auch die Beuteleigenschaften von Kängurus werden wiedergegeben, aber es finden sich gleichzeitig allerlei fantasievolle Geschöpfe, deren Lebensweise und Eigenschaften vermutlich nur Lesern der zahlreichen Kinderbücher von Dr. Seuss geläufig sein dürften. Für die Fans des Autoren finden sich in Horton hört ein Hu! viele Anspielungen. Und wer sich fragt, ob die Bewohner des auf dem Staubkorn beheimateten Huheim nur zufällig Ähnlichkeit mit dem Grinch aufweisen, der darf beruhigt werden, es handelt sich dabei um dasselbe Örtchen, in dem auch der Grinch sein Unwesen treibt – und wer aufmerksam genug ist, wird die Kinder von Huheim sogar einen Weihnachtsmann mit Grinchgesicht bauen sehen.

Horton ist im Dschungel von Nümpels kein Unbekannter und der streng organisierten Kängurudame ohnehin ein Dorn im Auge. Mit seinen außergewöhnlichen Fantasien und Ideen pflanzt er nur Hirngespinste in die Köpfe der Kinder, und als sie erfährt, dass Horton auf dem Staubkorn winzig kleine Menschen vermutet, die man nicht sehen und nicht fühlen (und ohne große Ohren auch nicht hören) kann, verordnet sie ihm einen Maulkorb. Der hält jedoch nicht lange, zumal Horton vom Bürgermeister von Huheim Nachricht bekommen hat, dass eine ganze Stadt auf dem Staubkorn sitzt und an einen sicheren Ort gebracht werden will. So ruft die Kängurudame dazu auf, Horton aus dem Dschungel zu werfen und das Staubkorn, das er auf eine Blume gebettet hat, zu vernichten. Sehr auch zum Missfallen der viele Hus, die unter den Erschütterungen und dergleichen schon zu leiden haben.
Hört man, wie Horton der gouvernantenartigen Kängurudame entgegentritt und sich dafür einsetzt, dass nur, weil man etwas nicht sehen und nicht fühlen kann, es sehr wohl existieren darf, offenbart sich unmissverständlich die Botschaft des vorgestellten Huniversums. Für Toleranz und auch für Respekt vor Minderheiten, beziehungsweise das Starkmachen für diejenigen, die nicht für sich selbst sprechen können, wird geworben. Und dagegen ist auch nichts einzuwenden. Immerhin wird die Aussage so universell dargebracht, dass auch die kleinen Zuseher sie verstehen werden. Die werden sich bei den klamaukartigen Szenen auch amüsieren, während Erwachsene die drolligen Figuren bewundern können, den gereimten Erzähler zusammen mit vielen Details im Hintergrund beobachten, aber letztlich nicht wirklich mitgerissen werden. Wie Hortons Reise zum Nümpelsberg ausgehen wird, an dem ihn die Kängurumutter mit einer ganzen Armee Dschungelbewohner erwartet, ist abzusehen. Und manche Einlagen im Film wie die im Animestil gehaltene Fantasie Hortons ziehen das Geschehen ebenso in die Länge, wie sie unpassend wirken. Aber als zuckersüße, bunte Kinderfantasiewelt eignet sich das Land Nümpels sehr gut. Bei den Animationen gibt es dabei keine Meilensteine zu sehen, doch genügt es mühelos, die Welt von Horton hört ein Hu! überzeugend zum Leben zu erwecken.
Dass die Macher selbst den Geier Vlad und seine Attacke auf Horton und das Staubkorn nicht so beängstigend und düster gestalten, dass die ganz jungen sich erschrecken könnten, ist ihr Verdienst. Für ein jugendliches oder gar erwachsenes Publikum mag dies nicht packend genug sein, aber als familientaugliches und kindgerechtes Abenteuer ist es genau richtig.


Fazit:
Ein majestätisch großer, beinahe tollpatschiger Elefant, der sich um ein Staubkorn kümmert. Das ungleiche Bild hat Autor Seuss nicht umsonst gewählt. Horton hört ein Hu! erzählt vom Eintreten für Schwächere, Rücksicht auf Minderheiten, oder allein davon, die Meinung anderer zuzulassen, auch wenn man sie nicht teilt. Diese Aufforderung zur Toleranz, die vor über 50 Jahren ausgesprochen wurde, hat heute immer noch Gültigkeit. Der Animationsfilm, der im englischen mit prominenten, im deutschen mit ebenso gelungenen Synchronstimmen aufwartet, bringt die fantasievolle Welt Nümpels ebenso bunt und wunderlich zur Geltung.
Dem Thema angemessen richten sich die Filmemacher an ein sehr junges Publikum. Die älteren werden dabei zwar unterhalten, aber nicht überrascht. Von ein paar vielschichtigeren Lachern abgesehen, ist auch der Humor sehr familienfreundlich gestaltet. Das ist jedoch, ebenso wie die Ausrichtung auf das Kinderpublikum, kein Kritikpunkt.


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