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Guardians of the Galaxy Vol. 2 [2017]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 21. April 2017
Genre: Science Fiction / Action / Komödie

Originaltitel: Guardians of the Galaxy Vol. 2
Laufzeit: 137 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2017
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: James Gunn
Musik: Tyler Bates
Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Vin Diesel, Bradley Cooper (Fahri Yardım), Michael Rooker, Karen Gillan, Pom Klementieff, Kurt Russell, Sylvester Stallone, Elizabeth Debicki, Chris Sullivan, Sean Gunn, Tommy Flanagan, Laura Haddock


Kurzinhalt:

Als die Guardians Peter Quill (Chris Pratt), Gamora (Zoe Saldana), Drax (Dave Bautista), Rocket (Bradley Cooper / Fahri Yardım) und Baby Groot (Vin Diesel) ins Visier der Hohepriesterin der Sovereign, Ayesha (Elizabeth Debicki), geraten, werden sie von Ego (Kurt Russell) gerettet. Dieser stellt sich dem auch als Star-Lord bekannten Peter als dessen Vater vor und führt ihn zu seinem abgelegenen Planeten. Unterdessen heuert Ayesha die Ravagers-Truppe um Peters Ziehvater Yondu (Michael Rooker) an, um die Guardians zu finden und unschädlich zu machen. Ein ähnliches Ziel hat auch Gamoras Schwester Nebula (Karen Gillan), die auf Rache an Gamora sinnt. Kurz darauf sieht sich Yondu einem von Taserface (Chris Sullivan) angeführten Aufstand seiner Ravagers gegenüber, während Drax und Gamora von Egos Assistentin Mantis (Pom Klementieff) darauf hingewiesen werden, dass in Egos Welt nicht alles so idyllisch ist, wie es scheint und nicht nur Peter in großer Gefahr schwebt ...


Kritik:
Nach dem überraschenden Erfolg von Guardians of the Galaxy [2014] ist die Erwartungshaltung bei der ebenfalls von Filmemacher James Gunn inszenierten Fortsetzung entsprechend groß. Aber statt die Bedrohung und die Schauplätze noch größer zu machen – was angesichts der Tatsache, dass bereits im ersten Film das Schicksal der gesamten Galaxie auf dem Spiel stand ohnehin schwierig wäre – geht Guardians of the Galaxy Vol. 2 eine etwas andere Richtung. So groß und explosiv die Actionsequenzen auch sind, im Kern konzentriert sich die Geschichte auf die Guardians selbst, die alle auf die ein oder andere Art und Weise mit der Familie zu kämpfen haben.

Der kurze Prolog führt zurück nach Missouri im Jahr 1980 und wartet mit der vermutlich besten, computergestützten Verjüngung einer Filmfigur auf, die es seit X-Men - Der letzte Widerstand [2006] zu sehen gab. 34 Jahre später wehren die Guardians in einem anderen Teil der Galaxis für die hochentwickelte Rasse der Sovereign den Angriff eines riesigen Monsters ab. Regisseur Gunn erzählt im Vorspann eine lange Actionsequenz, die zum größten Teil unscharf im Hintergrund stattfindet, während Baby Groot zu sehen ist. Dass was von ihm kaum beobachtet geschieht die Finales der meisten Filme übertreffen würde, unterstreicht, dass Guardians of the Galaxy Vol. 2 noch Einiges im Petto hat.

Trotz ihres heldenhaften Einsatzes geraten die Guardians nach einer unüberlegten Tat von Rocket ins Visier der Sovereign-Hohepriesterin Ayesha und müssen fliehen. Gerettet werden sie von niemand geringerem als Ego, der sich als Peter Quills Vater vorstellt. Auch im zweiten Teil klingt die Geschichte komplizierter, als sie tatsächlich ist. Es gelingt dem Skript, die verschiedenen Figuren beschäftigt zu halten. Quills Ziehvater Yondu bekommt ebenso eine größere Rolle zugeschrieben, wie Gamoras Schwester Nebula. Auf die Guardians angesetzt, werden auch die Söldnertruppen der Ravagers näher beleuchtet und insbesondere zum Ende hin viele Figuren vorgestellt, die in den kommenden Abenteuern wohl noch wichtig werden.

Statt auf noch mehr außerirdische Welten und Wesen zu setzen, konzentriert sich die Story auf weniger Schauplätze, erweckt diese aber mit vielen Details zum Leben. Ähnlich ergeht es den Figuren, zwischen denen nicht nur die Spannungen merklich zunehmen, auch wenn sie sich im ersten Teil zusammengerauft haben, sondern die alle jeweils mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind. Peter sieht sich mit seinem Vater konfrontiert und einer unerwarteten Bestimmung. Dass er mehr mit seinem Ziehvater gemein hat, macht dies nicht einfacher. Gamora und Nebula sind so verfeindet, dass es für sie keine Versöhnung zu geben scheint und Rocket ist wie Drax schlicht einsam.
Guardians of the Galaxy Vol. 2 lenkt das Augenmerk auf die Charaktere, ohne dass das Gefühl entstehen würde, die große Hintergrundgeschichte würde auf der Stelle treten.

Doch so gelungen all das ist und so viel Spaß es macht, diesen Figuren beizuwohnen, entsprechend schwer fällt es James Gunn, ein Finale zu finden, das ihnen gerecht wird. Wofür er sich entscheidet, erinnert mit fliegend-kämpfenden Wesen stark an Man of Steel [2013] und das ist kein Kompliment. Dass er sich deutlich kürzer fasst macht es einfacher, darüber hinwegzusehen, doch ein persönlicherer Showdown würde mehr mitreißen. Ebenso verhält es sich mit den Kollateralschäden, die das Finale außerhalb des normalen Schauplatzes hinterlässt, die aber nicht weiter beachtet werden und daher nicht wirklich nahegehen. Dass der Filmemacher dies offensichtlich selbst erkennt sieht man daran, dass trotz der vielen Actionmomente der tatsächliche Schluss des Films mit einem leisen Abschied nicht nur berührend und traurig ist, sondern die Figuren und nicht das Spektakel in den Mittelpunkt rückt. Es ist ein persönlicherer Moment, als er den übrigen Marvel-Comicverfilmungen bislang gelungen ist.


Fazit:
Die tollen Songs, die exakt den Nerv der jeweiligen Szene treffen, unterstreichen die Energie, die Regisseur James Gunn hier vom ersten Moment versprüht ebenso, wie die vielen auch unscheinbaren 1980er-Jahre-Referenzen. Obwohl Baby Groot in sämtlichen Momenten den übrigen Charakteren die Show stiehlt, Guardians of the Galaxy Vol. 2 rückt alle Figuren in den Mittelpunkt einer Story, bei der sogar der überraschend hohe Bodycount auf eine geradezu entwaffnende Weise amüsant dargebracht wird. Die fünf (!) Szenen im Abspann werden Fans freuen, sind aber nicht alle wichtig. Dafür reißt das Team der Guardians, die alle zusammenarbeiten müssen, und die Dynamik dieser ungewöhnlichen Familie mit, selbst wenn weniger (und weniger übertriebener) Humor in einigen Szenen des Finales besser gewesen wäre. Die Action ist fulminant umgesetzt, die Chemie der Figuren ansteckend und Guardians of the Galaxy Vol. 2 vermutlich der meiste Spaß, den Comic-Fans diesen Sommer im Kino haben werden. Klasse!
 


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