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Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween [2018]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 21. Oktober 2018
Genre: Fantasy / Komödie

Originaltitel: Goosebumps 2: Haunted Halloween
Laufzeit: 90 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2018
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Ari Sandel
Musik: Dominic Lewis
Darsteller: Madison Iseman, Jeremy Ray Taylor, Caleel Harris, Wendi McLendon-Covey, Ken Jeong, Chris Parnell, Bryce CassvPeyton Wich, Shari Headley, Jack Black


Kurzinhalt:

Während es die Teenagerin Sarah (Madison Iseman) kaum erwarten kann, aus Wardenclyffe, New York herauszukommen, verdient sich ihr jüngerer Bruder Sonny (Jeremy Ray Taylor) zusammen mit seinem Freund Sam (Caleel Harris) als improvisiertes Entrümpelungsteam etwas zum Taschengeld dazu. In einem heruntergekommenen Haus entdecken sie eine Truhe, in der ein verschlossenes Buch samt Schlüssel liegen. Unbeabsichtigt entfesseln sie die mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Bauchrednerpuppe Slappy (Mick Wingert). Als sich Slappy in Sarahs Liebesangelegenheiten auf rabiate Weise einmischt, steht für die drei Jugendlichen fest, dass Slappy durch und durch böse ist. Zu spät kommen sie dahinter, dass Slappy sich eine eigene Familie erschafft und dafür Kostüme und Masken, die für das an dem Tag stattfindende Halloween ausgestellt sind, zum Leben erweckt. Schon bald suchen verschiedenste Monster Wardenclyffe heim. Während Sarah, Sonny und Sam die einzigen sind, die wissen, wie man den Spuk beenden kann, hat Slappy ein Auge auf Sarahs und Sonnys Mutter Kathy (Wendi McLendon-Covey) geworfen …


Kritik:
Basierend auf der seit 1992 überaus erfolgreichen Jugendbuchreihe Gänsehaut von Autor Robert Lawrence Stine, erzählt Filmemacher Ari Sandel in Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween eine Gruselgeschichte, die sich an dasselbe Zielpublikum richtet wie die Romanvorlagen. Insofern wundert es nicht, dass der Horror hier nie Überhand nimmt und die Story ohne große Überraschungen, aber mit viel kindgerechtem Humor daherkommt. Der einzig wirkliche Vorwurf, den man dabei machen kann ist, dass der Film nie danach strebt, mehr zu sein als er ist.

Obwohl die Gänsehaut-Bücher mit ihren unterschiedlichen Reihen weltweit mehr als 400 Millionen mal verkauft wurden und Mitte der 1990er Jahre sogar eine Fernsehserie basierend auf ihnen erschienen war, dauerte es erstaunlich lange, ehe mit Gänsehaut [2015] die erste Kinoadaption den Weg in die Lichtspielhäuser fand. Wie bei den Büchern, gibt es zwischen jenem Film und Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween zwar einige wiederkehrende Elemente, grundsätzlich sind die Storys aber getrennt voneinander zu sehen und auch die Hauptfiguren sind neu.
Im Zentrum stehen die Geschwister Sarah und Sonny sowie Sonnys Freund Sam. Um ihr Taschengeld aufzubessern, bieten Sonny und Sam als „Junk Bros.“ einen Entrümpelungsdienst an. In Zuge dessen werden sie zu einem alten, heruntergekommenen Haus gerufen, das aussieht, als wäre es direkt einem Horrorfilm entliehen. Auch bringt das Gemäuer alles mit, was ein typisches, von unheimlichen Wesen heimgesuchtes Haus eben so ausmacht: Knarzende Türen, ein verwilderter Vorgarten, ausgestopfte Tiere und ein geheimes Zimmer mit einer ominösen Truhe darin. Das Türschild verrät dem Publikum bereits, dass es sich um das alte Stine-Haus handelt, in dem wenig später die bösartige, mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Baurednerpuppe Slappy die Bühne betritt.

Slappys Wunsch ist es, Teil einer Familie zu sein, was er mit allen möglichen Mitteln erzwingen will. Darum entledigen sich Sarah, Sonny und Sam der Puppe – doch Slappy kehrt zurück, davon besessen, sich nun seine eigene Familie zu erschaffen. Das tut er aus Puppen, Masken und Kostümen, die er in der Halloween-Abteilung eines Einkaufszentrums findet, und die er (passend zur Halloween-Nacht) zum Leben erweckt. All das könnte in der Tat sehr düster und beängstigend sein, zumal die Menschen hier mitunter selbst zu Monstern, oder aber von ihnen gejagt werden. Da die Horror-Figuren dem Zielpublikum jedoch vertraut sind, die Masken und wofür sie stehen bekannt ist, nimmt der Horror nie bedrohliche Ausmaße an. Dass Slappy gleichzeitig mit seinem verhöhnenden Lachen das Geschehen auflockert, sorgt ebenfalls dafür, dass Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween zwar eine gruselige Atmosphäre entwickelt, aber nie zu düster gerät.

Es ist zum großen Teil den drei jungen Hauptdarstellern zu verdanken, dass die Geschichte funktioniert. Als ältere Schwester Sarah, die es kaum erwarten kann, nach dem Schuljahr endlich in eine große Stadt zu ziehen und deren Freund neben ihr noch andere Liebschaften betreibt, bekommt Madison Iseman zumindest etwas Hintergrund zugeschrieben. Auch ist es sie, die sich am Ende Slappy in den Weg stellen muss. Dahingegen sorgen Jeremy Ray Taylor und Caleel Harris sowohl für den verbalen als auch den Slapstickhumor, der beispielsweise bei ihrem Kampf gegen lebendig gewordene Gummibärchen überaus gelungen ist. Die Erwachsenen spielen allesamt nur eine untergeordnete Rolle, wie auch Jack Black, der in einem etwas längeren Gastauftritt zu sehen ist. Diese Storyentscheidung deckt sich insofern mit den Romanvorlagen, bei denen ebenfalls die Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Ebenso tragen die durchweg ordentlichen Trickeffekte merklich zur Stimmung bei. Sie überzeugen genug, dass die Illusion eines zum Leben erwachten Halloween erhalten bleibt.

Zugegeben, die Botschaft der Story, die hier gleich mehrmals von den Figuren vorgetragen wird, hätte nicht so dick aufgetragen werden müssen. Auch ist Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween nie unheimlich genug, dass Zweifel aufkommen würden, die Geschichte könnte sich nicht in Wohlgefallen auflösen. Aber für ein junges Publikum ab 10 Jahren ist das amüsante und witzige Unterhaltung. Mehr will Regisseur Ari Sandel ganz offensichtlich nicht bieten. Aber nicht weniger gelingt ihm hier.


Fazit:
Auch wenn die Stimmung insgesamt ein wenig an Jumanji [1995] erinnert, die Filmumsetzung des zum Leben erweckten Brettspiels fiel insgesamt düsterer aus, als die Halloween-Story, die Filmemacher Ari Sandel hier zu bieten hat. Mit viel Augenzwinkern, ein paar Anleihen für die älteren Zuschauer und vor allem einer sympathischen Besetzung erzählt, ist die Gänsehaut-Fortsetzung zwar nicht wichtig oder inhaltlich gar überraschend, aber durchweg solide gemacht und auch dank der kurzweiligen Laufzeit unterhaltsam. Oder anders gesagt, ist Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween gelungene, witzig-gruselige Halloween-Unterhaltung, die im Geist der Romanvorlage und mit einer positiven Aussage garniert ist, und die bestens genau dasselbe Zielpublikum wie die Bücher anspricht. Das mag älteren Zusehern vielleicht zu wenig für einen Horror-Filmabend sein, aber für jüngere ist es genau richtig.
 


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