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Findet Dorie [2016]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 11. Oktober 2016
Genre: Animation / Komödie / Drama

Originaltitel: Finding Dory
Laufzeit: 97 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2016
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Andrew Stanton, Angus MacLane
Musik: Thomas Newman
Stimmen: Ellen DeGeneres (Anke Engelke), Albert Brooks (Christian Tramitz), Ed O'Neill (Roland Hemmo), Kaitlin Olson (Rubina Nath), Hayden Rolence (Vicco Clarén), Ty Burrell (Axel Malzacher), Diane Keaton (Elisabeth Günther), Eugene Levy (Oliver Siebeck), Sloane Murray (Marie Düe)


Kurzinhalt:

Für gewöhnlich kann sich Dorie (Ellen DeGeneres / Anke Engelke) an nichts erinnern, was länger als ein paar Sekunden zurückliegt. Dass sie dem Clownfisch Marlin (Albert Brooks / Christian Tramitz) dabei helfen konnte, seinen Sohn Nemo (Hayden Rolence / Vicco Clarén) zu finden, grenzte schon an ein Wunder. Doch als sich Dorie plötzlich daran erinnern kann, dass sie als kleiner Fisch von ihren Eltern getrennt wurde, steht für sie fest, dass sie sie finden muss. So schwimmt sie mit Marlin und Nemo nach Kalifornien, um ihre Familie zu suchen. Nur wird sie sie überhaupt erkennen, wenn sie sie wiederfindet? Und werden sie Dorie verzeihen können, dass sie sie so lange vergessen hat?


Kritik:
Dorie, den herzensguten, aber vergesslichen blau-gelben Paletten-Doktorfisch, hatte man bei Findet Nemo [2003] sofort ins Herz geschlossen. Dass man sich bei Pixar entschließen würde, ihre Geschichte zu erzählen, wundert somit nicht. Die einzige Überraschung ist, wie lange es gedauert hat. Findet Dorie schenkt der Figur, die sich meist nicht einmal erinnern kann, was im vergangenen Moment passiert ist, eine Vergangenheit und erzählt dabei eine Geschichte, die zwar nicht neu, dafür aber toll präsentiert ist.

Darin kann sich Dorie auf Grund eines Stichwortes urplötzlich an ihre Eltern erinnern, von denen sie gar nicht mehr wusste, dass sie welche hat. Als immer mehr Erinnerungen zu ihr zurückkehren, beschließt sie, sich auf die Suche nach ihrer Familie, ihrer Heimat zu machen und bittet Marlin und Nemo, ihr zu helfen. Ihre Reise führt sie quer durch den Ozean nach Kalifornien, wo die beiden Clownfische von Dorie getrennt werden und sich fortan auf die Suche nach ihr machen. Der Großteil der Erzählung ist hier aus Dories Sicht geschildert, Nemo und Marlin sind dagegen eher Nebenfiguren.

Da Dorie durch ihre oft naive Art insbesondere beim jüngeren Publikum für Lacher sorgt, konzentriert sich Findet Dorie folgerichtig auf sehr junge Zuseher. Erzählte Findet Nemo an sich zwei Geschichten, diejenige von Marlin, dem vorsichtigen, alleinerziehenden Vater, der seinen Sohn vor allem beschützen möchte und von Nemo, der lernen muss, sich selbst mehr zuzutrauen, ist Findet Dorie inhaltlich simpler gestrickt. Der Humor, insbesondere im Mittelteil, wenn Marlin und Nemo versuchen, in ein Meeresbiologisches Institut zu gelangen, mit vielen Nebenfiguren, die außer einem oder zwei Auftritten keine Rolle für die Erzählung spielen, ist sehr offensichtlich und auch die gefühlt zwanzigste Verwandlung von Oktopus Hank, der sich vor vielen verschiedenen Hintergründen tarnt, entlockt bei Kindern ein Kichern, während ältere Zuseher höchstens noch Schmunzeln.

Auch vom emotionalen Gewicht des Finales von Toy Story 3 [2010] ist Findet Dorie weit entfernt, obwohl es Pixar erneut gelingt, selbst ältere Zuseher in einem Moment zum Lachen zu bringen, während sich im nächsten ein Kloß im Hals bildet. Zuschauer allen Alters können sich hier bestens unterhalten lassen, nicht zuletzt dank der atemberaubenden Präsentation. Die Unterwasserwelten sehen fantastisch aus. Dennoch fügen sich die goldigen Figuren hier bedeutend geschmeidiger ein, als beispielsweise bei Arlo & Spot [2015].

Findet Dorie mag für ältere Zuseher nicht die verblüffenden, Augen öffnenden Momente wie Alles steht Kopf [2015] besitzen, dafür präsentieren die Regisseure Andrew Stanton und Angus MacLane ihrem Zielpublikum eine abenteuerliche und stellenweise packende Reise, die am Ende eine Botschaft besitzt, die alle Altersgrenzen überspringt. Ob das nötig war, darüber lässt sich streiten. Schön anzusehen ist es in jedem Fall.


Fazit:
Die Geschichte springt immer wieder in Dories Kindheitserinnerungen zurück – zu sehen, dass sie trotz ihres Handicaps nicht nur selbständig geworden ist, sondern ohne sie Marlin Nemo nie wiedergefunden hätte, ist eine ebenso tolle Aussage wie diejenige über die Familie selbst. Findet Dorie hat wie der titelgebende Fisch das Herz am rechten Fleck und weiß aus der Grundidee das meiste zu schöpfen. Das ist nicht unbedingt mitreißend und oft absehbar, aber mit goldigen, liebenswerten Figuren erzählt und trotz oft lustiger Momente manchmal traurig und berührend. Es ist ein toll umgesetztes Abenteuer für die ganze Familie. Für die jüngeren Mitglieder noch etwas mehr, aber dagegen ist nichts einzuwenden.    


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