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Einfach unwiderstehlich [1999]

Wertung: 1 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 04. August 2002
Genre: Komödie / Liebesfilm / Fantasy

Originaltitel: Simply Irresistible
Laufzeit: 94 min.
Produktionsland: USA / Deutschland
Produktionsjahr: 1999
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Mark Tarlov
Musik: Gil Goldstein
Darsteller: Sarah Michelle Gellar, Sean Patrick Flanery, Patricia Clarkson, Dylan Baker


Kurzinhalt:
Amanda Shelton (Sarah Michelle Gellar) führt kein aufregendes Leben, sie ist Köchin in einem Restaurant, das früher ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter gehörte. Doch, dank ihrer eigenen Kochkünste steht das Lokal kurz vor dem Ruin. Da trifft Amanda auf Tom Bartlett (Sean Patrick Flanery), einen aufstrebenden jungen Karrieristen, der selbst ein Restaurant eröffnen will, was derzeit nur von dem launischen Küchenchef verhindert werden könnte. Der Zufall (oder Magie) will es, dass Tom mit seiner Freundin Chris (Amanda Peet) bei Amanda dinieren und dank eines Zauber-Krebses (in dem der Geist von Amandas Mutter steckt?) gelingt Amanda ein traumhaftes Essen. Sie kommt Tom schließlich näher, doch angesichts so viel Magie kriegt der kalte Füße.

Kritik:
Ein Zauber-Krebs, Sarah Michelle Gellar und ein Drehbuch, das nicht einmal als Konzept bezeichnet werden kann. Wer diesen Film mit offenen Augen durchsteht, kann sich glücklich schätzen: das ist eine Meisterleistung. Glücklicherweise bewahrten mich die Werbeunterbrechungen vor dauerhaften Hirnschäden.

Ich habe schon viele schlechte Filme gesehen und auch schon einige sehr schlechte. Aber selten habe ich eine so peinliche, uninspirierte und verkrampfte Komödie gesehen, in der die Darsteller so fehl am Platz sind. Die Geschichte liest sich zunächst, als sei sie für Meg Ryan geschrieben, mit den Teenie-Stars wirkt das aufgrund einiger pseudo-philosophischer Dialoge allerdings unfreiwillig komisch, Charme suchte ich ohnehin vergebens.

Als ich dieses Machwerk ansah, konnte ich kaum glauben, dass dieselbe Sarah 'Buffy' Gellar in dem toll gespielten Eiskalte Engel [1999] mitwirkte und darin wirklich sehr gut ist. Hier versagt sie auf der ganzen Linie. Sogar die Tränen, die man in einigen Szenen sieht, sind offensichtlich aufgeklebt, da ihr schauspielerisches Können dafür wohl nicht ausreicht. Allerdings braucht sie sich vor Sean Patrick Flanery nicht zu verstecken, auch er glänzt durch Inkompetenz. Schwierig, sich vorzustellen, dass er in einigen sehr guten Filmen und der gelungen George-Lucas-Serie Die Abenteuer des jungen Indiana Jones [1992-1999] mitgespielt hat.

Eine Katastrophe ist also bereits das Drehbuch, das gekünstelt Fantasy, Liebesfilm und Pseudo-Komödie verbindet und das auf eine so widerwärtige und unwitzige, klischeehafte Art, dass es mir als Zuschauer buchstäblich übel wurde. Die Darsteller haben sich hinter der Kamera vielleicht köstlich amüsiert, vor der Kamera wirken sie hölzerner als ein uralter Mammutbaum und verkrampfter als man das überhaupt beschreiben könnte.
Wenigstens durfte die Drehbuchautorin ihre "Künste" seither nicht erneut unter Beweis stellen.

Die Musik ist (bis auf die gesungenen Lieder, die allesamt sehr eingängig und schön anzuhören sind) peinlich und schlecht, vor allem viel zu laut und aufdringlich.

Kamera und Schnitt erinnern wie die Dialoge an eine Soap-Opera-Vorabendserie und können überhaupt nicht überzeugen. Alles in allem erinnerte mich der Film an eine 90-Minuten-Variante einer Die schönste Sache der Welt-Episode, nur, dass man nicht einmal im optischen Sinne auf seine Kosten kam. Die Hauptdarstellerin war überschminkt und trug großteils eine mit einem Wort gräßliche Kleidung.

Die Krönung setzt dem ganzen aber deutsche Synchronisation auf, die ich in einem derart desolaten Zustand selten gesehen habe.
An der hanebüchenen, vorhersehbaren Story (Tom sucht einen Koch, Amanda kann auf einmal kochen – was wird da wohl passieren?) ändert das freilich nichts.

Fazit:
Grauenerregend!
Vielleicht etwas für bedingungslose Sarah Michelle Gellar-Fans oder Filmfans, die sich gerne selbst quälen. Billig, peinlich, erbärmlich gespielt mit so viel Charme wie eine Müllhalde. Einen witzigen Auftritt hatte Amanda Peet, deren Präsenz dann zu ihren Glück bald verschwand und ihr Abgang war mehr als lächerlich.
Von wegen "Einfach unwiderstehlich", "Einfach unerträglich" wäre passender gewesen.
Einen Punkt gibt es für den Soundtrack (nicht den Score!), denn der war ganz nett anzuhören.


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