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Ein Vogel auf dem Drahtseil [1990]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 10. August 2014
Genre: Komödie / Action / Thriller

Originaltitel: Bird on a Wire
Laufzeit: 110 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1990
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: John Badham
Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Mel Gibson, Goldie Hawn, David Carradine, Bill Duke, Stephen Tobolowsky, Joan Severance, Harry Caesar, Jeff Corey


Kurzinhalt:
Auf einer Geschäftsreise in Detroit erkennt die Anwältin Marianne Graves (Goldie Hawn) in dem Mechaniker Billy Ray ihren ehemaligen Freund Rick Jarmin (Mel Gibson), der angeblich vor 15 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Der behauptet zwar, sie nicht zu kennen, doch als Marianne abends erneut zu seinem Arbeitsplatz fährt, beobachtet sie, wie sich die zwei bewaffneten Männer Sorenson (David Carradine) Diggs (Bill Duke) Rick nähern.
Ihr und Rick gelingt die Flucht und wie sie erfährt, ist Rick seit seinem Verschwinden im Zeugenschutzprogramm. Doch Sorenson und Diggs haben Hilfe vom FBI-Agenten Weyburn (Stephen Tobolowsky) und sind ihnen dicht auf den Fersen ...


Kritik:
Ein Vogel auf dem Drahtseil ist eine Actionkomödie, die sich anfühlt, als wäre sie Mitte der 1980er-Jahre entstanden. Die Story lebt von ihren Figuren, während die Hintergrundgeschichte viel einfacher geraten ist, als das Genre eigentlich verlangt. Die Ausgangslage wirkt dabei ebenso vertraut wie viele Situationen, doch findet der routinierte Filmemacher John Badham genügend Momente, so dass das Schicksal der Charaktere interessiert. Heute kommt ein nostalgischer Charme außerdem hinzu.

Die Geschichte folgt der erfolgreichen Anwältin Marianne Graves, die auf einer Geschäftsreise glaubt, einen alten Bekannten wiederzuerkennen. Der behauptet zuerst, sie nicht zu kennen, gibt sich aber seltsam abweisend. Bereits in den ersten Minuten knistert es zwischen Goldie Hawn und Mel Gibson, auch wenn sie das Comedy-Feuerwerk erst später zünden. Rick Jarmin ist im Zeugenschutzprogramm, da er gegen zwei korrupte Drogenfahnder ausgesagt hat. Sorenson hat seine 15jährige Haftstrafe gerade verbüßt, während sein Partner Diggs immer noch auf freiem Fuß ist. Da Rick der einzige Zeuge ist, sind sie darauf aus, ihm den Garaus zu machen. Dass in ihre Machenschaften auch der FBI-Agent Weyburn verstrickt ist, der sich als Ricks neuer Kontaktmann ausweist, ist bereits ab dem ersten Moment offensichtlich. Und so dauert es nicht lange, ehe Rick und Marianne auf der Flucht vor Sorenson und Diggs sind.

Die Ausgangslage klingt erstaunlich simpel und ist es auch. Wirkliche Überraschungen gibt es weder hier, noch in den Actionszenen, die von Verfolgungsjagden mit Autos, Motorrädern bis zu Helikoptern reichen. All das ist altbekannt, wäre es nicht um die Chemie zwischen Hawn und Gibson, die nach den ersten 20 Minuten stilistisch zueinander zu finden scheinen und deren gemeinsame Momente ein Highlight aus Wort- und Situationskomik darstellen. Die zunehmend panischere Marianne kostet Rick dabei zusehends Nerven, ehe sie sich (nach einem legendären Kampf mit einer Küchenschabe) zu behaupten lernt. Ihnen dabei zuzusehen, wie ihre Ausstrahlung die Story bereichert, ist der beste Grund zuzusehen.

Der zweitbeste ist das Finale in einem Zoo, durch das Ein Vogel auf dem Drahtseil besser in Erinnerung bleibt, als er womöglich ist. Die Ideen, die Filmemacher Badham hier einbaut, wurden seither zwar oft kopiert und waren vor beinahe 25 Jahren auch nicht neu, sondern lediglich Variationen von bekannten Hitchcock-Filmen. Doch ist es dennoch mit genügend Humor und spannend umgesetzt, dass man nicht ganz davon überzeugt ist, ob die beiden Helden das unbeschadet überstehen. Nach heutigen Maßstäben mag das nicht explosiv genug sein, aber der Film besitzt ein ansteckendes Flair und ist ungemein unterhaltsam.


Fazit:
Es klingt alt und abgedroschen, wenn man sagt, dass solche Filme heute nicht mehr gemacht werden. Aber wann lief zuletzt ein Actionfilm im Kino, in dem der Held keine Kugel abfeuerte, nicht das Schicksal der Welt auf dem Spiel stand und der Humor wichtiger war als die Zahl der Explosionen? Ein Vogel auf dem Drahtseil ist eine erfreulich harmlose Thrillerkomödie, die von der Situations- und Wortkomik lebt, ohne sich dafür auf Kraftausdrücke oder Körperflüssigkeitswitze verlassen zu müssen.
Das mag altmodisch sein, garantiert jedoch für unbeschwerte und nie langweilige Unterhaltung mit einem Leinwandpaar, das sich hervorragend ergänzt. Die vertraut klingende Story verkommt zwar zum Nebenschauplatz, dafür konzentriert sich Filmemacher John Badham auf seine Stärken.


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