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Ein Chef zum Verlieben [2002]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Dominik Starck  |   Hinzugefügt am 11. August 2003
Genre: Komödie / Liebesfilm

Originaltitel: Two Weeks Notice
Laufzeit: 97 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2002
FSK-Freigabe: ohne Alterbeschränkung

Regie: Marc Lawrence
Musik: John Powell
Darsteller: Sandra Bullock, Hugh Grant, Alicia Witt


Kurzinhalt:
Lucy Kelson (Sandra Bullock) ist zwar eine gute Anwältin aber in erster Linie damit beschäftigt sich vor Abrissbirnen zu werfen, wenn sie ein gefährdetes, ehrwürdiges Gebäude erblickt. Als die Wade Corporation sich an den Mauern vergreifen will, die Lucy Zeit ihres Lebens als Erinnerung an die schöne Kindheit dienten, geht sie auf die Barrikaden und nimmt dabei direkten Kurs auf den Millionär George Wade (Hugh Grant), Chef des Unternehmens. Dem kommt Lucy gerade recht, denn schließlich ist er gerade auf der Suche nach einer qualifizierten Chef-Anwältin für sein Unternehmen, und so stellt er Lucy kurzerhand ein, nachdem er ihr versprochen hat, das Gemeindezentrum nicht abreißen zu lassen.
Daraufhin hat sich Lucy eine 24-Stunden-Belastung zugelegt, denn George ruft sie rund um die Uhr an, wann auch immer es eine "wichtige Entscheidung" zu treffen gilt. Wie etwa, welche Krawatte zu welcher Hose passt, oder wenn er eine neue Matratze für sein Bett braucht und sich nicht so recht für eine bestimmte entscheiden kann.
Als er Lucy aus der Hochzeit ihrer Freundin abberuft, reicht es ihr endgültig und sie kündigt kurzerhand. Darüber zwar gar nicht erfreut, kann George sie wenigstens überreden, dass sie ihm zuvor noch eine Nachfolgerin besorgt, die sie in Gestalt der ehrgeizigen June Carter (Alicia Witt) auch schnell findet.
Doch plötzlich ist sich Lucy ihrer Gefühle in Hinblick auf George gar nicht mehr so sicher…


Kitik:
Ohne große Umschweife kann man schon aufgrund des Inhalts erkennen, was man von der Komödie erwarten kann, die auch von Sandra Bullock mitproduziert wurde.
Und genau das ist hier das große Problem. Der Film spult brav ein altbekanntes Programm ab und bleibt dabei vollkommen vorhersehbar und frei von jeder Überraschung, was ihn leider im Prinzip völlig verzichtbar macht.

Dies ist eigentlich schade, denn einige der Gags sind durchaus gelungen und wissen,  wie man den Zuschauer zum Lachen bringen kann. Doch selbst hier beweist Regisseur und Autor Marc Lawrence wenig Geschick für Timing, zumal man nicht umhin kommt festzustellen, dass auch der Humor in Miss Undercover [2000] wesentlich besser war, bei dem Lawrence als Co-Autor tätig gewesen war.
Natürlich ist es witzig, Lucy dabei zuzusehen, wie sie mehr und mehr an dem egoistischen George verzweifelt, aber die meisten richtig komischen Momente kennt man schon aus den diversen Trailern zum Film. Speziell gegen Ende hin wird das Ganze reichlich fade und humorfrei und der eigentliche Schluss zur seelenlosen Pflicht-Kür.

Mit Hugh Grant und Sandra Bullock vereinte Lawrence natürlich zwei Schauspieler vor der Kamera, die mit dieser Art Film eine immense Beliebt- und Bekanntheit erlangt hatten, und die hier erstmals gemeinsam in einem Film zu sehen sind. Genau genommen bedeutet Ein Chef zum Verlieben für beide allerdings einen Schritt zurück in ihrer künstlerischen Entwicklung.
Grant war es nach viel zu vielen netten aber seichten Charmeur-Rollen letztes Jahr in der Nick Hornby-Verfilmung About a Boy oder: Der Tag der toten Ente [2002] gelungen, selbst seine Kritiker mit einer überzeugenden und differenzierten Leistung zu überzeugen. Stattdessen fällt er hier auf das Niveau früherer Rollen zurück.
Auch Sandra Bullock hatte zuletzt als harter Cop in Mord nach Plan [2002] bewiesen, dass sie mehr kann, als die "liebe Kleine von nebenan" zu geben. Selbst im Komödien-Fach hatte sie mit Miss Undercover einen witzigen und originellen Spaß vorgelegt, dem sie hiermit nicht einmal nahe kommt.
Ähnlich sieht es mit Co-Star Alicia Witt (Düstere Legenden [1998]) aus, die in Ein Chef zum Verlieben wenig zu tun bekommt und schon in besseren Filmen – und auch Serien (Die Sopranos [seit 1999]) – zu sehen war.


Fazit:
Ein sicher nicht völlig missratener Film, der aber leider nicht durchgehend komisch und in schon fast quälendem Maß vorhersehbar ist.
Die Chemie zwischen den sympathischen Hauptdarstellern stimmt zwar, aber von allen Beteiligten hat man schon wesentlich Besseres gesehen.
So bleibt Ein Chef zum Verlieben immerhin nicht in schlechter Erinnerung – jeoch in erster Linie nur deshalb, weil er fast sofort wieder aus selbiger verschwunden ist.


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