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Duma - Mein Freund aus der Wildnis [2005]

Wertung: 3.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 05. Januar 2011
Genre: Unterhaltung / Drama

Originaltitel: Duma
Laufzeit: 96 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2005
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Carroll Ballard
Musik: George Acogny, John Debney
Darsteller: Alex Michaeletos, Campbell Scott, Hope Davis, Eamonn Walker, Mary Makhatho, Nthabiseng Kenoshi, Jennifer Steyn, Nicky Rebello, Garth Renecle


Kurzinhalt:
Aufgewachsen auf einer Farm in Südafrika scheint es für den Jungen Xan (Alex Michaeletos) selbstverständlich, dass er das Gepardenjunges, das er zusammen mit seinem Vater Peter (Campbell Scott) am Straßenrand findet, adoptiert und aufzieht. Dass das Tier, dem er den Namen Duma gibt, irgendwann wieder in die Natur zurück gebracht werden muss, unterstreicht Peter mehrmals. Doch dann stirbt er überraschend und Xan bleibt mit seiner Mutter Kristin (Hope Davis) und Duma zurück. Die Farm geben sie auf und ziehen nach Johannesburg, wo Duma wenig später von einem Tierpfleger abgeholt und in die Wildnis zurück gebracht werden soll.
Doch nicht nur die Großkatze fühlt sich in der Stadt unwohl, auch Xan hat das Gefühl, fehl am Platz zu sein. So macht er sich auf, den Willen seines Vaters zu erfüllen und flieht mit Duma auf dem Motorrad seines Vaters durch die Wildnis. Sein Ziel ist ein Wildreservat nordwestlich Botsuanas. Auf dem Weg trifft er auf Ripkuna (Eamonn Walker), der ebenfalls auf dem Weg zurück in sein Heimatdorf ist. Gemeinsam erwarten sie ungeahnte Abenteuer in der Wildnis Afrikas, die auch Dumas Instinkte wecken ...


Kritik:
Es fällt nicht schwer, Xans Wut nachzuvollziehen. Nicht nur angesichts seiner Trauer, sondern da sich nach dem Tod seines Vaters alles ändern soll. Duma zeigt seine Flucht von jener ihm vorgegebenen Route, die er zusammen mit seinem Geparden verlässt, mit nur einem groben Ziel im Sinn. Ob es dabei seine Aufgabe ist, oder eine, die sein Vater vorgesehen hatte, bevor er aus dem Leben gerissen wurde, macht für Xan keinen Unterschied. Es mag ein natürlicher Prozess sein, dass ein jeder während seiner Kindheit Pläne schmiedet, von Zuhause wegzulaufen. Bei manchen sind sie weiter fortgeschritten als bei anderen. Gegen den Umzug von der Farm in die Stadt rebelliert Xan von Beginn an, nicht nur, weil es mit seinem tierischen Freund Duma dort noch schwieriger wird. Als er erkennt, dass sich die Wildkatze im Großstadtdschungel nicht zurecht finden wird, nimmt er das Motorrad seines Vaters, eine Flasche Wasser und eine Karte, und macht sich auf den Weg, Duma in seine Heimat zurück zu bringen. Wie er auf sich allein gestellt mit einem Gepard im Schlepptau aus der Stadt wieder zurück zur Farm kommt, um dort seinen Proviant und den fahrbaren Untersatz abzuholen, vergessen die Filmemacher zu erwähnen. Auch scheint seine Vorbereitung angesichts des beinahe Tausend Kilometer durch Afrika umspannenden Trips von Südafrika durch Botsuana über die Makgadikgadi-Salzpfanne, das Okavangodelta und bis in die Erongoberge, mehr als provisorisch. Ohne Essen oder Futter für den Gepard und nur mit einem Kompass bewaffnet würde eine solche Reise schnell zu einem vorzeitigen Ende kommen.

In der Wüste trifft Xan auf Ripkuna, der vor langer Zeit seine Familie verlassen hatte und in die Stadt gegangen war, um Geld zu verdienen. Auch er ist auf dem Weg zurück und so gehen sie einen Teil des Weges zusammen. Ob Ripkuna dem Jungen wohlgesonnen ist, oder etwas im Schilde führt, bleibt lange Zeit im Unklaren. Auch bei ihm fragt man sich, wie er eine so lange Reise trotz der Widrigkeiten der Wildnis auf sich nehmen will, auch wenn man es ihm eher zutrauen würde, als einem Kind.
Duma lebt von Naturaufnahmen, die einem die verschiedenen Aspekte Afrikas vor Augen führen. Von weiten, ausgetrockneten Salzseen über staubige Wüstenlandschaften bis hin zu grünen Bergen. Dass Xan angesichts dieser Landschaften nicht ins Staunen gerät, lässt vermuten, dass er all das bereits einmal gesehen hat. Auch scheint sein Vater ihm viel über das Überleben in solchen Umgebungen beigebracht zu haben, denn obwohl sein Start mehr als überhastet scheint, ist Xan handwerklich nicht ungeschickt. Doch darüber erfährt man im Vorfeld zu wenig und worauf Duma beinahe vollständig verzichtet ist die Perspektive von Xans Mutter Kristin, die in kurzer Zeit nicht nur ihren Mann verloren hat, sondern deren Sohn davongelaufen ist. Was in ihr vorgehen mag, mögen erwachsene Zuschauer sich vorstellen können, doch abgesehen davon, dass sie Flugblätter mit dem Bild ihres Kindes darauf ausdruckt und in einem Suchhubschrauber die Umgebung erkundet, ist davon nichts zu sehen. Vielleicht wollten die Filmemacher die jungen Zuschauer damit nicht verstören, doch hätte man so zumindest festhalten können, dass Xans Entscheidungen auch Konsequenzen für die Menschen bedeuten, die er zurücklässt.

Viele Tierarten begegnen Xan und Ripkuna auf ihrem Weg nach Dumas Heimat. Aus manchen Begegnungen, beispielsweise mit Löwen, entstehen auch brenzlige Situationen. Doch bieten die Aufnahmen der wilden Tiere keine neuen oder ungewohnten Einblicke. Vielmehr hat es den Anschein, als hätte Regisseur Carroll Ballard, der zuvor in Amy und die Wildgänse [1996] ein verwandtes Thema aufgriff, die Tiere in freier Wildbahn gefilmt oder gar auf Dokumentationsmaterial zurückgegriffen, und wechselt dies mit Aufnahmen der Darsteller ab. Junge Zuseher werden hierbei keinen Unterschied sehen, ältere jedoch sehr wohl und so erscheint das Abenteuer zwar als solches zusammengesetzt, aber nicht von den Akteuren mit den Tieren erlebt.
Trotz eines geringen Budgets konnte Duma an den internationalen Kinokassen nicht einmal eine Million Dollar wieder einspielen. Wäre es nicht um eine sehr positive Rezension in der Presse damals gewesen, hätte das Studio den Film nie in die Kinos gebracht. Als Unterhaltung für ein junges Publikum eignet sich der Abenteuerfilm dabei sehr gut. Aber entgegen anderen Kindergeschichten, die in tieferen Ebenen auch ältere Zuschauer ansprechen, richtet sich die Erzählweise hier nur an eine Zielgruppe. Die größeren werden sich auch an der wenig spannenden Umsetzung und den nicht sehr natürlich wirkenden Dialogen und Szenenabfolgen stören. Die zahlreichen Sprünge in der Geschichte fördern den Unterhaltungswert ebenso wenig.


Fazit:
Die Ausgangslage basiert auf dem Kinderbuch How It Was With Dooms [1997], das die wahre Geschichte eines Jungen und seiner Freundschaft mit einem Gepard auf einer Ranch in Kenia erzählt. Für Duma wurde diese Geschichte stark abgewandelt. Bereits die Absicht des Jungen, eine so lange Reise ohne Vorbereitung und auf sich allein gestellt zu unternehmen, wird bei erwachsenen Zusehern dabei auf Unverständnis stoßen.
Leider gelingt es den Machern nicht, daraus einen packenden Abenteuerfilm zu gestalten. Mit schönen Naturbildern versehen, bei denen von Duma abgesehen die Tiere und die Hauptdarsteller aber nie in einem Bild zu sehen sind, vermittelt Duma zwar eine gelungene Atmosphäre Afrikas, doch bewegend wird die Geschichte nicht. Was Xan bei seinem Abenteuer lernt, welche Lektionen ihm die Wildnis beibringt, erzählt die Figur am Ende aus dem Off. Für junge Zuschauer mögen es interessante Erkenntnisse sein, Erwachsene werden hingegen kaum überrascht. Das gilt für den Film insgesamt ebenso – abgesehen von den Aufnahmen des Geparden und des Moholi-Galago.


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