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Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt [2019]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 18. Januar 2019
Genre: Animation / Fantasy / Unterhaltung

Originaltitel: How to Train Your Dragon: The Hidden World
Laufzeit: 104 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2019
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Dean DeBlois
Musik: John Powell
Darsteller: Jay Baruchel (Daniel Axt), America Ferrera (Emilia Schüle), Cate Blanchett (Martina Hill), F. Murray Abraham (Lutz Riedel), Kit Harington, Craig Ferguson, Gerard Butler, Jonah Hill, Kristen Wiig


Kurzinhalt:

Ein Jahr nachdem Hicks (Jay Baruchel / Daniel Axt) seine Mutter Valka (Cate Blanchett / Martina Hill)) wiedergefunden und die Drachen gerettet hat, ist die Wikingerinsel Berk kaum wiederzuerkennen. Es sind inzwischen so viele Drachen dort, dass der Platz für sie alle knapp wird und wie Hicks’ Freundin Astrid (America Ferrera / Emilia Schüle) feststellt, gerät Berk zunehmend ins Visier von Drachenfängern. Da besinnt sich Hicks auf eine Geschichte, die ihm sein Vater früher erzählte. Demnach gäbe es hinter dem Horizont eine geheime Welt, wo die Drachen vor den Menschen sicher sein könnten. Als sie bemerken, dass der große Drachenjäger Grimmel (F. Murray Abraham / Lutz Riedel) auf sie aufmerksam geworden ist, muss Hicks seinen Plan schnell in die Tat umsetzen. Dabei hat es Grimmel vor allem auf Hicks Drachen Ohnezahn abgesehen, den er mit dem letzten verbliebenen Nachtschatten-Weibchen anlocken will …


Kritik:
Mit Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt liefert Filmemacher Dean DeBlois nicht nur einen möglichen Abschluss seiner vor neun Jahren begonnenen Animationsfilmreihe basierend auf den gleichnamigen Kinderbüchern. Er präsentiert eine Geschichte, die in den letzten 15 Minuten eine Stärke und Tragkraft entwickelt, die man sich von Anfang an gewünscht hätte. Was bis dahin geschieht, ist öfter amüsant als zum Tränen lachen, doch gewinnen die Figuren dank ihres Charmes das Publikum für sich.

Inhaltlich nur ein Jahr nach den Ereignissen des zweiten Teils angesiedelt, platzt die Wikingerinsel Berk inzwischen aus allen Nähten. Immer neue Drachen finden Anführer Hicks mit seiner Weggefährtin Astrid und Mutter Valka. In Nacht-und-Nebel-Aktionen befreien sie die Geschöpfe aus den Fängen der Menschen, die Drachen immer noch als Bedrohung empfinden und sie töten wollen. Dabei ist Hicks sehr auf seinen eigenen Drachen, den Nachtschatten Ohnezahn angewiesen. Während Hicks Überlegungen anstellt, wie man der wachsenden Drachenpopulation Herr werden könnte, ist er – und vor allem Ohnezahn – in das Visier des legendären Drachenfängers Grimmel geraten. Der war der Meinung, er habe bereits alle Nachschatten erlegt und macht sich auf, sein Werk zu vollenden. Um den Drachen anzulocken, hat er ein Ass im Ärmel: Ein Weibchen, das Ohnezahn zu ihm führen wird.

Während dieser Storystrang im Grunde für die notwendige Spannung sorgt, macht sich die ganze Bevölkerung von Berk auf, Hicks auf der Suche nach einer geheimen Welt zu folgen, von der sein Vater ihm einst erzählte. Es soll ein Ort jenseits des Horizonts sein, an dem die Drachen unerreichbar durch die Menschen leben könnten. So hat es bereits früh den Eindruck, als wäre Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt mehr als eine bloße Fortsetzung. Dass dies vielmehr der Abschluss der Geschichte um Hicks und Ohnezahn sein könnte, schwingt spätestens dann mit, wenn mit dem weißen Nachtschatten (oder Tagschatten) eine Gefährtin für Ohnezahn eingeführt wird, die für den Drachen schnell einen höheren Stellenwert als Hicks einnimmt. Insofern ist es schön zu sehen, dass die Macher die Figuren weiterentwickeln, die hier lernen müssen, ihren eigenen Weg zu gehen. Etwas bedauerlich ist allerdings, dass die Erzählung die beiden Storys nicht immer stimmig miteinander verknüpft.

So tritt nach dem ersten Aufeinandertreffen mit Grimmel die Bedrohung von Berk durch diesen gerissenen, seine Drachen kontrollierenden Schurken, merklich in den Hintergrund. Dafür rückt DeBlois Ohnezahn und seine Annäherung an den Tagschatten in den Mittelpunkt. Zwar verbergen sich hier gerade für das junge Zielpublikum die amüsantesten Momente, doch der Abschnitt dauert merklich länger als er müsste und wiederholt dasselbe Schema unnötig oft.
Wird schließlich bekannt, wie Grimmel seine Drachen kontrolliert, so dass nicht einmal Ohnezahn sie zu lenken vermag, würde man vermuten, dass die Filmemacher diesen Aspekt ausbauen und Hicks und seine Freunde für das Finale zusammenarbeiten lassen, um dem Bösewicht seine Macht über die Wesen zu nehmen. Doch stattdessen entwickelt sich der Endkampf vollkommen vorhersehbar und ist darüber hinaus viel zu schnell vorbei.

Er ist auch, wie viele andere Actionmomente in Drachenzähmen leicht gemacht 3, viel zu dunkel gehalten. So bezaubernd die Optik im Grunde ist, und sie reicht von farbenfrohen, fantasievollen Drachen über leuchtende Landschaften bis hin zu gerade in 3D gelungenen Flugszenen, ist ist bei den schnellen Momenten meist so dunkel, dass man kaum etwas erkennt. Um die detaillierten Bilder wirklich genießen zu können, sollte man daher zur 2D-Fassung greifen. Die Perspektiven, das sich im Wind bewegende Haar von Hicks, oder allein das Feuer besitzen zum Teil ein so fotorealistisches Aussehen, dass man meinen könnte, man würde sich einen Realfilm ansehen.
Auch die musikalische Begleitung von John Powell ist überaus gelungen und knüpft mühelos an seinen Oscar-nominierten Score zu Drachenzähmen leicht gemacht [2010] an.

Zusammen mit den zu Beginn des Abspanns eingestreuten Szenen rundet es den Abschluss dieser Fantasy-Reihe ab, die gerade in den letzten Minuten den richtigen Ton und damit in das Herz der Kenner der vorigen Filme trifft.


Fazit:
Bis 15 Minuten vor Schluss ist Dean DeBlois’ Animationsabenteuer nie wirklich packend, aber stets nett anzusehen. Das einerseits dank der gelungenen und farbenfrohen Optik, aber auch dank der Figuren, die viel Charme versprühen, und die auch die etwas enttäuschende Geschichte sowie den schwachen Bösewicht aufwiegen. Doch dann schickt er sich an, diese Charaktere auf eine letzte Reise zu führen und das ist nicht nur schön zu beobachten, es fängt den Kern des ersten Teils so gelungen ein und verabschiedet die Bewohner von Berk und ihre Drachen so stimmig, dass der Abschied fast zu früh scheint. Auch wenn die Geschichte für junge Kinder vermutlich ein bisschen zu wenig Humor bietet und sich Erwachsene an der unentschlossenen Story im Mittelteil stören werden, ist Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt doch ein Film für die ganze Familie. Die Botschaft am Ende ist dabei nicht zu dick aufgetragen und für das ganze Publikum greifbar. Schön!
 


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