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Disney's The Kid [2000]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 15. Juli 2002
Genre: Komödie

Originaltitel: The Kid
Laufzeit: 104 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2000
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Jon Turteltaub
Musik: Marc Shaiman, Frank Gari, Marco Marinangeli (Songs)
Darsteller: Bruce Willis, Spencer Breslin, Emily Mortimer, Lily Tomlin


Kurzinhalt:
Russell Duritz (Bruce Willis) ist Image-Berater und auf nichts mehr bedacht, als das Optimum an Arbeit aus der ihm zur Verfügung stehenden Zeit heraus zu holen. Dass er im Umgang mit anderen Menschen ein wahres Ekelpaket ist, scheint er nicht zu bemerken. Sein vierzigster Geburtstag naht und doch entfernt er sich immer weiter von allen Menschen, die ihm etwas bedeutet haben – seiner Familie, seiner Assistentin (Emily Mortimer), die in ihn verliebt ist – bis er von einer Geschäftsreise nach Hause kommt und er einem leicht korpulenten Jungen (Spencer Breslin) gegenübersteht, der - wie sich nach kurzer Zeit herausstellt - er selbst im Alter von acht Jahren ist. Von dem Moment an, ist nichts mehr, wie es war, ganz abgesehen davon, dass beide nicht wissen, wieso sie zusammen hier sind und wie der junge Rusty wieder ins Jahr 1968 zurück kommen soll.


Kritik:
Der Film stellt meines Erachtens einige sehr interessante Fragen: wie wäre es, wenn man als Erwachsener sich selbst als Kind begegnen würde? Würde man sein eigenes kindliches Verhalten als peinlich empfinden? Und wie wäre es anders herum: wie würde das Kind einen selbst sehen, ohne wahrscheinlich einen Bruchteil dessen erreicht zu haben, was man sich als Kind vorgenommen hat?
Sich selbst mit den Augen anderer zu sehen hält für gewöhlich einige unangenehme Überraschungen bereit – sich selbst durch die eigenen Augen zu sehen, nur von einem jüngeren oder älteren Ich ... das können schon Gründe für eine Therapie sein.

Wer sich selbst als Erwachsener diese Fragen stellt, würde wahrscheinlich lügen, wenn man binnen Sekunden eine Antwort wüsste. Doch hier liegt meines Erachtens ein Kernproblem des Films: da The Kid als Kinderfilm konzipiert ist, finde ich die Story für Kinder an sich ungeeignet. Wie viele Kinder verstehen eine solche Geschichte? Sicher, es ist ein kindgerechter Film, mit vielen witzigen Szenen und einem für Kinder geeigneten Humor, allerdings werden sie der Story, die auf mehreren Zeitebenen funktioniert und ohne große Erklärungen auskommt, nicht folgen können.

Die Geschichte ist wirklich interessant mit einer tollen Grundidee und einer soliden Inszenierung. Auch die ernsteren Szenen, wenn es beispielsweise um Rustys Mutter geht, sind hinsichtlich der Dialoge und der Umsetzung sehr gut gelungen. Allgemein wirkt der Film nicht so rührselig oder kitschig, wie man es hätte erwarten können, was sicherlich an Regisseur Jon Turteltaub liegt.

An den Darstellern gibt es ebenfalls nichts auszusetzen: Emily Mortimer unterstützt die beiden Hauptdarsteller Bruce Willis und Spencer Breslin, die ein wahres Feuerwerk abbrennen dürfen. Willis als sympathisches Ekel, das angesichts seines jüngeren Ichs einem Nervenzusammenbruch nahe kommt und Breslin, der mit Willis so gut harmoniert, dass man fast vergessen könnte, dass er erst acht Jahre alt ist.
Sehr interessant war bei ihm zu sehen, dass er trotz oder gerade auf Grund seines schauspielerischen Talents seine Kindlichkeit nicht verloren hat. Die Ähnlichkeiten der Mimik und Gestik der beiden waren wirklich toll anzusehen.

Mein Tipp ist wie immer: Wer die Möglichkeit hat, sollte den Film unbedingt auf Englisch genießen, hier ist das Kind wie so oft deutlich lebendiger und natürlicher, und auch Bruce Willis wirkt hörbar witziger und engagierter, als die deutsche Synchronisation.

Die Musik von Marc Shaiman ist ebenfalls wirklich gut gelungen, wird in manchen Szenen jedoch zu laut eingespielt und wirkt vor allem zu Beginn etwas aufdringlich. An der Qualität seiner Themen ändert dies nichts, diese sind eingängig und sehr harmonisch.


Fazit:
Disney's The Kid ist ein Film, bei dem Kinder zwar einiges zu lachen haben werden, ihnen aber der eigentlich recht philosophische und sehr interessante Ansatz verborgen bleibt. Die Erwachsenen werden sich ebenfalls amüsieren und bei der Geschichte viele Anregungen für Gedankenspiele bekommen. Doch letztendlich erhoffen sie eine richtige Erklärung, die nicht gegeben wird – vermutlich, weil sie so unglaubwürdig gewesen wäre, dass man dann den Bezug zum Rest des Films verloren hätte.
Ich selbst habe bei dem Film einiges zu lachen und viel zu schmunzeln gehabt, vor allem jedoch wurde ich perfekt unterhalten, dank den zwei Hauptdarstellern in Topform und der leichtfüßigen Inszenierung.
Sehr gut hat mir die positive Aussage des Films gefallen: es ist nie zu spät, mit dem Leben anzufangen und man kann alles erreichen, wenn man sich nur kräftig genug anstrengt. Da würde es sich doch empfehlen, eher heute als morgen damit zu beginnen!


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